Umzug im laufenden Betrieb: Psychiatrie in Altenhundem offiziell eröffnet
„Wir sind gekommen, um zu bleiben“
- Lennestadt, 14.04.2026
- Gesundheit & Medizin
- Von Nils Dinkel
Altenhundem. Mit einer feierlichen Veranstaltung sind am Montag, 13. April, die neuen Räume der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am St.-Josefs-Hospital in Altenhundem offiziell eingeweiht worden. Bereits seit November 2025 ist der Bereich in Betrieb – nun wurde die Neuausrichtung auch offiziell gewürdigt.

Seither stehen am Standort Lennestadt 76 vollstationäre Plätze auf vier Stationen mit jeweils 19 Betten zur Verfügung. Insgesamt arbeiten 242 Mitarbeiter vor Ort. GFO-Geschäftsführer Dr. med. Gereon Blum sprach von einem „historischen Tag“ und einem „Meilenstein für die Region“.
Der Umzug von Olpe nach Lennestadt sei innerhalb eines Tages gelungen: „Die schönste Rückmeldung war die einer Patientin, die sagte, sie fühle sich hier wie in einem Hotel.“ Mit der Verlagerung wurde ein Großteil der psychiatrischen Versorgung gebündelt. Ziel ist es, die Behandlungsqualität zu verbessern und moderne Strukturen zu schaffen.

Die neuen Räume bieten mehr Platz für Therapie und Aufenthalt, zusätzliche Gruppenangebote sowie eine helle und freundliche Umgebung. Ergänzt wird das Angebot durch eine Tagesklinik, eine Institutsambulanz und ein Krisencafé. Besonders hob Blum die Vorteile des Standorts hervor:
„Der Außenbereich mit Park und Gärten bietet ein ideales Umfeld für die seelische Gesundung.“ Trotz anfänglicher Skepsis habe sich das Konzept bewährt. „Wir sind gekommen, um zu bleiben und die psychische Versorgung auf ein neues Level zu heben.“
Auch Lennestadts Bürgermeister Tobias Puspas zeigte sich erfreut über die Entwicklung. „Das ist ein Moment der Freude“, sagte er – auch mit persönlichem Bezug, da er selbst im Altenhundemer Krankenhaus geboren wurde. Die Neuausrichtung sei ein wichtiges Signal für die Region: „Ich finde es gut, dass wir hier ein Zeichen setzen.“

Gleichzeitig unterstrich Puspas die gesellschaftliche Bedeutung: Psychische Erkrankungen müssten stärker anerkannt werden. „Hier haben wir noch Luft nach oben“, so der Bürgermeister. Mit dem neuen Angebot entstünden zudem neue Aufgaben für Stadt und Behörden, „aber wir nehmen das an“.
Dr. med. Barbara Florange, GFO-Geschäftsführerin, hielt einen Vortrag zum Thema „Zwischen Angst und Mystik – Psychiatrie im Auge der Gesellschaft“. Dabei ging sie auf die besondere Bedeutung der Psychiatrie im gesellschaftlichen Kontext ein.

Sie machte deutlich, dass psychische Erkrankungen noch immer mit Vorbehalten behaftet seien und oft zwischen medizinischer Notwendigkeit und gesellschaftlicher Wahrnehmung stünden. Der neue Standort in Lennestadt biete hervorragende Voraussetzungen, um Betroffenen eine zeitgemäße und würdige Behandlung zu ermöglichen.
Chefarzt Dr. medic. Bogdan Alin Caba sprach von einem „spannenden und herausfordernden Weg“. Der Umzug habe das Team zusammengeschweißt: „Wir sind nicht nur umgezogen, wir haben uns neu aufgestellt.“ Dabei stehe immer der Mensch im Mittelpunkt: „Wir behandeln nicht Erkrankungen, wir behandeln Menschen in besonderen Lebenssituationen.“ Für das Jahr 2026 rechnet er mit rund 41.000 Behandlungstagen (2023: 32.203).

Auch die Seelsorge bleibt ein wichtiger Bestandteil des Konzepts. Pfarrer Markus Leber verwies auf regelmäßige Gottesdienste, Rufbereitschaften und die wöchentliche Krankenkommunion: „Die Kapelle ist ein guter Ort, um diesen Bereich unter Gottes Segen zu stellen.“
Mit der Neuausrichtung entwickelt sich das St.-Josefs-Hospital zunehmend zu einem zentralen Standort für psychiatrische Versorgung im Kreis Olpe. Neben der Psychiatrie bleiben auch die Notfallversorgung, Intensiv- und Palliativmedizin sowie weitere medizinische Angebote am Standort bestehen.
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