Update: B 236 – Autofahrer sorgen auch in Kickenbach für Frust
Raser in Tempo-30-Zone in Langenei?
- Lennestadt, 17.07.2026
- Blaulicht , Straße & Verkehr
- Von Nils Dinkel
Langenei/Kickenbach. Nach der Veröffentlichung des Artikels über die Verkehrssituation in der Tempo-30-Zone in Langenei hat sich eine weitere Leserin bei LokalPlus gemeldet. Sie berichtet, dass es auch im benachbarten Kickenbach regelmäßig zu Geschwindigkeitsüberschreitungen und riskanten Überholmanövern komme.

Update von Freitag, 17. Juli:
Die Frau schildert, dass sie die Situation bereits mehrfach gemeldet habe. Auch andere Bürger hätten sich nach ihrer Kenntnis sowohl an die Polizei als auch an die Stadt Lennestadt gewandt. Besonders häufig seien Verstöße im Bereich der beiden Zebrastreifen sowie der Fußgängerampel gemeldet worden.
Nach Einschätzung der Anwohner erschweren die Kurven vor den Fußgängerüberwegen das rechtzeitige Erkennen von Passanten. Zudem sei bei der Stadt angeregt worden, die Grünphase der Fußgängerampel zu verlängern, da insbesondere Familien mit kleinen Kindern die Fahrbahn nicht immer rechtzeitig überqueren könnten. Nach Angaben der Anwohnerin habe es bislang keine Änderung gegeben.

Die Frau bestätigte, dass der Kreis Olpe nach entsprechenden Hinweisen in der Vergangenheit wiederholt Geschwindigkeitskontrollen in Kickenbach vorgenommen habe.
Aus Sicht der Anwohnerin habe sich das Fahrverhalten vieler Verkehrsteilnehmer dadurch jedoch nicht nachhaltig verbessert. Insbesondere die Einhaltung der Tempo-30-Regelung werde weiterhin häufig missachtet. Sie hinterfragt auch kritisch, warum diese Regelung nur einseitig gilt.
Ursprünglicher Artikel von Donnerstag, 17. Juli:
Anwohner sorgen sich um die Verkehrssituation auf der B 236 in Langenei - und zwar im Bereich der Tempo-30-Zone in Nähe des Kindergartens. Nach Angaben einer Leserin wird die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf der B 236 häufig nicht eingehalten. Wer sich an das Tempolimit halte, werde teilweise sogar durch Hupen oder Überholmanöver bedrängt. Die Anwohnerin gibt an, die Situation bereits mehrfach gemeldet zu haben, ohne dass sich etwas geändert habe.
Die Kreispolizeibehörde Olpe teilte auf Anfrage von LokalPlus jedoch mit, dass ihr derzeit keine Beschwerden über die Verkehrssituation in diesem Bereich bekannt seien. Auch Geschwindigkeitskontrollen habe die Polizei dort in den vergangenen Monaten nicht ausgeführt.
Ob künftig Kontrollen stattfinden, lässt die Behörde offen. Grundsätzlich würden solche Maßnahmen laut Pressesprecher Thorsten Scheen anhand der Verkehrsunfalllage, eigener Erkenntnisse sowie eingehender Bürgerhinweise geplant. Aus einsatztaktischen Gründen kündige die Polizei Kontrollen nicht im Voraus an.

Nach den derzeitigen Erkenntnissen besteht laut Scheen aus Sicht der Polizei kein besonderer Schwerpunkt hinsichtlich Geschwindigkeitsverstößen auf dem Streckenabschnitt.
Einzelne Verstöße seien zwar – wie überall im Straßennetz – nicht auszuschließen, Hinweise auf regelmäßige oder auffällige Überschreitungen lägen aber nicht vor. Auch die Unfalllage sei unauffällig. Erkenntnisse über eine Häufung von Verkehrsunfällen oder geschwindigkeitsbedingten Unfällen gebe es nicht.
Grundsätzlich nehme die Polizei Hinweise aus der Bevölkerung ernst. Diese würden gemeinsam mit der Verkehrsunfalllage und weiteren Erkenntnissen bewertet und könnten in die Einsatz- und Kontrollplanung einfließen.
Wer Verkehrsverstöße melden möchte, sollte nach Angaben der Kreispolizeibehörde möglichst genaue Angaben zu Ort, Datum, Uhrzeit und Art des Verstoßes machen. Je konkreter die Informationen seien, desto besser könnten sie bewertet und bei der Planung künftiger Verkehrsüberwachungsmaßnahmen berücksichtigt werden.
Holger Böhler, Pressesprecher beim Kreis Olpe erzählte auf LokalPlus-Nachfrage, das in den vergangenen zwölf Monaten in Langenei viermal Kontrollen stattgefunden hätten – unter anderem durch den Blitzeranhänger des Kreises Olpe. Im 18-tägigen Messzeitraum hätten 62.363 Fahrzeuge den Bereich passiert, von denen 728 zu schnell unterwegs gewesen seien. Insgesamt seien bei den vier Messungen 875 Verstöße festgestellt worden.

Zur Bewertung sagt Holger Böhler: „Bei einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h werden erfahrungsgemäß mehr Geschwindigkeitsverstöße festgestellt als bei der innerorts üblichen Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h.“ Aufgrund der Nähe zum Kindergarten, die die Anordnung der Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h begründe, sei die festgestellte Anzahl der Verstöße jedoch besonders relevant.
„Sie deutet darauf hin, dass in diesem Bereich eine anhaltend erhöhte Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit vorliegt“, so der Kreis-Pressesprecher. Er kündigte an, dass aufgrund der Nähe zum Kindergarten auch künftig mit mobilen Geschwindigkeitskontrollen zu rechnen sei.
