Weitere Anwohner schildern gefährliche Situationen auf Langeneier B 236
Nehmen Behörden „Problemstrecke“ ernst?
- Lennestadt, 26.07.2026
- Straße & Verkehr
- Von Nils Dinkel
Langenei. Nach den Berichten über die Verkehrssituation in Langenei und Kickenbach hat sich ein weiterer Leser bei LokalPlus gemeldet. Dieser stuft insbesondere den Bereich zwischen dem Kiosk und dem Hotel Schweinsberg in Langenei als „Problemstrecke“ ein.

Nach seinen Angaben werde dort die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern regelmäßig deutlich überschritten. Sowohl Pkw als auch Lkw seien häufig mit geschätzt 70 km/h oder mehr unterwegs.
Besonders in den frühen Morgenstunden, nachts und an Wochenenden gleiche die Strecke einer „Rennstrecke“. Betroffen seien auch Schulkinder, die den Bereich der Bushaltestellen nutzen.
Der Leser berichtet, er habe die Situation in der Vergangenheit mehrfach bei Polizei, Stadt Lennestadt und Ordnungsamt angesprochen. Regelmäßige Geschwindigkeitskontrollen nehme er jedoch nicht wahr.
„Fährt ein Fahrzeug vorbei, rasen alle nachfolgenden ebenfalls ordnungswidrig an wartenden Fußgängern mit hohem Tempo vorbei”
Die mobile Messanlage an der Schützenhalle komme seiner Beobachtung nach höchstens einmal im Jahr zum Einsatz. Besonders kritisch sei die Lage am Fußgängerüberweg am Kiosk. Dort komme es regelmäßig zu gefährlichen Situationen.

Häufig würden wartende Fußgänger ignoriert. „Fährt ein Fahrzeug vorbei, rasen alle nachfolgenden ebenfalls ordnungswidrig an wartenden Fußgängern mit hohem Tempo vorbei“, so der Leser.
Zudem berichtet der Anwohner von Hupen, Beschimpfungen und Gesten gegenüber Fußgängern, die den Überweg nutzen. „Die Strecke zwischen Kiosk und Schweinsberg ist übersichtlich und breit ausgebaut. Das animiert zum Rasen. Ordnungswidrigkeiten werden nicht geahndet“, so der Leser.
Nach seiner Schilderung habe die Stadt bei einem Ortsrundgang im vergangenen Jahr unter anderem die Möglichkeit einer Ampelanlage anstelle des bestehenden Zebrastreifens angesprochen.

Darüber hinaus regt der Leser zusätzliche Warnblinkanlagen, Geschwindigkeitsanzeigen oder häufigere Kontrollen an. Aus seiner Sicht müsse präventiv gehandelt werden, bevor es zu schweren Unfällen komme.
Ein weiterer Leser mokiert: „Wenn abends auch nur der erste Hauch der Dämmerung einsetzt, wird die B 236 zur Rennstrecke. Gerade im Bereich der langen Geraden im Ort, Richtung Altenhundem, werden oft Geschwindigkeiten im dreistelligen Bereich gefahren. Innerorts.“

Seine Mutmaßung: „Also die Polizei könnte auch dann mal kontrollieren, da würden einige Rennfahrer den Lappen erstmal ein paar Tage abgeben müssen.“
Die Stadt Lennestadt hat weitere Untersuchungen veranlasst. Wie Pressereferentin Sabine Gerken auf LokalPlus-Nachfrage mitteilte, seien in den vergangenen Jahren vereinzelt Beschwerden eingegangen. Bisherige Geschwindigkeitsmessungen seien jedoch „eher unauffällig“ ausgefallen.

Aktuell finden laut Gerken durch den kommunalen Ordnungsdienst erneute Geschwindigkeitsmessungen statt. Nach den Sommerferien solle zudem eine Fußgängerzählung erfolgen.
Der Fußgängerüberweg am Kiosk sei nach Angaben der Stadt gut sichtbar, ausreichend beschildert und beleuchtet. Bei einem weiteren Fußgängerüberweg in Kickenbach werde aktuell die Beleuchtung überprüft.
Sobald die Ergebnisse der Messungen und Zählungen vorliegen, sollen sie in der Verkehrskommission beraten und gegebenenfalls weitere Maßnahmen abgestimmt werden. Weitere verkehrsberuhigende Maßnahmen sind derzeit nicht vorgesehen.
Kein Unfallschwerpunkt
LokalPlus hatte hier bereits über Beschwerden aus Langenei und Kickenbach berichtet. Die Kreispolizeibehörde Olpe erklärte auf Anfrage, dass ihr für den Bereich der Tempo-30-Zone in Langenei keine auffällige Unfall- oder Beschwerdelage bekannt sei.
Gleichzeitig hatten weitere Anwohner nach der Berichterstattung von ähnlichen Erfahrungen berichtet und zusätzliche Geschwindigkeitskontrollen gefordert.
