ZeitFenster Oedingen: Eintauchen in vergangene Zeiten

Ort für Heimat- und Familiengeschichte


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Die Gruppe der Genealogen mit Josef Balkenhol (3. von rechts) und Ortsheimatpfleger Oliver Breitung (rechts) von Sigrid Mynar
Die Gruppe der Genealogen mit Josef Balkenhol (3. von rechts) und Ortsheimatpfleger Oliver Breitung (rechts) © Sigrid Mynar

Oedingen. Im 1.200 Seelendorf Oedingen wird Geschichte lebendig. Angesichts der bevorstehenden 1025-Jahr-Feier im kommenden Jahr ist das ZeitFenster einmal mehr zu einem zentralen Treffpunkt für Heimatverbundene und Aktive des Ortes geworden.


Hier, in den Räumlichkeiten der Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Oedingen, findet sich ein sehenswertes Archiv an Exponaten aus der Kirchenhistorie, Relikten des einstigen Militärstandorts und Alltagsgegenständen früherer Zeiten. Ein weiteres Herzstück des ZeitFensters ist die engagierte Gemeinschaft der Familienforscher der Region.

Treffpunkt für Familienforscher

Einmal im Monat verwandelt sich das ZeitFenster in eine lebendige Runde von Familienforschern. Hier tauschen sich die Teilnehmer über Daten, Erfahrungen und Tipps aus. Die neuesten Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz (KI) in der Genealogie spielen ebenso eine Rolle wie die beeindruckende Sammlung von Stammbäumen und Heimatliteratur.

Die Wurzeln dieser Gruppe reichen zurück in einen Attendorner Keller, ins Haus von Peter Richter. Nach seinem Tod fanden die Familienforscher im ZeitFenster eine neue Heimat – in den ehemaligen Räumen des Gasthofs Hermes, die heute von der ARGE verwaltet werden. Aus dem anfänglich kleinen Kreis ist inzwischen eine feste Größe geworden. Ortsheimatpfleger Oliver Breitung betont die glückliche Fügung dieser Entwicklung: „Hier fließen Geschichte und Dorfentwicklung zusammen.“

Schatzkammern der Familienforschung

Die Datensammlungen der Familienforscher sind wahre Schatzgruben. Einer der Pioniere, Josef Balkenhol, hat allein 200.000 Datensätze erfasst. Sein tiefes Wissen um Familiennamen und Heimatgeschichte wurde 2020 mit dem Heimatpreis der Lennestadt gewürdigt.

Auch die anderen Teilnehmer im Alter zwischen 35 und 75 Jahren verfügen über erhebliche Datenmengen und scherzen, dass jeder, wenn man weit genug zurückgeht, irgendwie miteinander verwandt sei – selbst wenn sie heute aus verschiedenen Orten von Sundern bis Wenden stammen.

Bei ihren Forschungen stoßen sie auf berührende Geschichten über bettelarme Vorfahren und kuriose Begebenheiten wie die Geburt „des vierten Hurenkindes“. Alte Schriften offenbaren längst vergessene Todesursachen wie „gestorben an Brustwassersucht“. Diese Entdeckungen sind für die Forscher nicht nur eine historische, sondern auch eine emotionale Reise.

Eine lebenslange Schnitzeljagd

Das Ahnenfieber hat die Familienforscher gepackt und lässt sie nicht mehr los. Alle sind sich einig: „Fertig wird man nie.“ Die Spurensuche in der Vergangenheit bleibt eine lebenslange Leidenschaft, eine Schnitzeljagd durch die Geschichte.

Das ZeitFenster Oedingen steht damit nicht nur im Zeichen der Vergangenheit, sondern verbindet Generationen und schafft einen Ort, an dem Geschichte erlebbar wird. In Vorbereitung auf die große Jubiläumsfeier des Ortes im nächsten Jahr wird das ZeitFenster sicherlich noch weitere spannende Geschichten enthüllen und so die Historie Oedingens lebendig halten.

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