Nachrichten Corona
Kreis Olpe, 27.04.2021

Stefan Spieren: „Priorisierungen sind noch wichtig“

Spitzenreiter bei den Erstimpfungen: So läuft es im Impfzentrum des Kreises

Das Impfzentrum für den Kreis Olpe.
Das Impfzentrum für den Kreis Olpe.
Kreis Olpe
Kreis Olpe. Viele neue Ergebnisse hat der Impf-Gipfel von Kanzlerin Merkel und den Ministerpräsidenten am Montag, 26. April, nicht gebracht: Die Priorisierungen könnten im Juni aufgehoben werden, mehr Rechte gibt es derzeit für Geimpfte noch nicht. LokalPlus hat mit Stefan Spieren, ärztlicher Leiter des Impfzentrums Kreis Olpe, gesprochen: Wie läuft es beim Impfen und was hält er von den Ergebnissen des Impf-Gipfels?

Der Kreis Olpe ist der Spitzenreiter bei Erstimpfungen in NRW, noch vor Bonn und Münster – warum läuft es hier so gut?

Wir sprechen miteinander – Probleme werden aus der Welt geschafft, bevor sie entstehen. Alle Beteiligten – Ärzte, der Kreis Olpe als Organisator, das DRK und medizinische Fachangestellte – sitzen schon seit Dezember regelmäßig zusammen und suchen Lösungen für eventuelle Probleme. Ein Beispiel: Was ist, wenn Impftermine nicht wahrgenommen werden können, weil zuviel Schnee liegt? Für solche Fälle haben wir eine Nachrücker-Liste: Hausärzte können ihre schwersterkrankten Patienten für die Liste melden. Wenn Impfstoff übrig bleibt, wird die Liste abtelefoniert.


Auch kleine Baustellen haben wir von vorne herein aus der Welt geschafft. Wenn zum Beispiel ein Arzt geimpft hat, müsste er die Kabine erst desinfizieren. Das haben wir aufgeteilt: einer impft, ein anderer desinfiziert. Jeder kümmert sich um seine Aufgaben, die wie am Laufband ineinander übergreifen.

Stefan Spieren, ärztlicher Leiter des Impfzentrums Kreis Olpe.

Wer ist aktuell „dran“ mit dem Impfen?

Geimpft werden derzeit alle über 70-Jährigen und impfberechtigte Sondergruppen. Aktuell gilt das Angebot für Beschäftigte an weiterführenden Schulen, Feuerwehr, Polizei, Justizwachtmeister, Kontaktpersonen von Schwangeren und Pflegebedürftigen.


Gerade planen wir für Ende der Woche die Impfung der Wohnungslosen im Kreis Olpe. Das schreibt der NRW-Erlass vor und ist auch richtig so. Es ist wichtig, dass sie geimpft werden: Sie haben keinen festen Wohnsitz, so kann bei ihnen beispielsweise nur schwer Quarantäne angeordnet werden.

90 Prozent Biontec-Pfizer, kaum noch Astrazeneca

Was wird in erster Linie verimpft?

Zu 90 Prozent wird Biontec-Pfizer verimpft. Dadurch, dass wir vor einigen Wochen Sondertermine für über 60-Jährige angeboten habe, ist der Impfstoff Astrazeneca für Erstimpfungen komplett aufgebraucht. Für wenige Zweitimpfungen bei Personen über 60 Jahre wird noch Astrazeneca eingeplant, alle anderen bekommen beim Zweittermin automatisch Biontec. Außerdem haben wir geringe Mengen an Moderna vorrätig. Der Impfstoff Johnson&Johnson wird an die Wohnungslosen im Kreis Olpe verimpft.


Gibt es Möglichkeiten früher geimpft zu werden?

Ja, über die Liste für schwersterkrankte Patienten, vorwiegend sind das Krebspatienten. Wenn wir nachmittags absehen können, dass Impfdosen übrig sind, telefonieren wir die Liste ab und bieten den Patienten an, kurzfristig ins Impfzentrum zu kommen.

Wie wird mit Leuten von außerhalb des Kreises verfahren?

Der Erlass regelt eindeutig, dass jeder Bürger aus NRW in jedes Impfzentrum in NRW gehen kann. Wir weisen keinen ab, halten uns an die Regeln des Erlasses.

Wichtig: Erst die Sondergruppen

Spätestens ab Juni sollen die Priorisierungen aufgegeben werden – ist das der richtige Weg?

Es ist richtig, dass die Priorisierungen jetzt noch nicht aufgehoben sind. Es war wichtig, dass zuerst die Senioren geimpft wurden und Menschen mit Erkrankungen früher dran sind. Die vulnerablen Gruppen müssen zuerst geimpft werden, da bei ihnen die Gefahr eines schweren Krankheitsverlaufes besteht. Wenn diese Sondergruppen geimpft sind, schätzungsweise in sechs bis acht Wochen, dann macht es Sinn, die Prioritäten aufzuheben. Vorher nicht, denn wenn es keine Reihenfolge mehr gibt, könnten Menschen mit Erkrankungen leicht ins Hintertreffen geraten.

Mehr Rechte für Geimpfte – zu Recht oder nicht?

Zum jetzigen Zeitpunkt wären mehr Rechte für geimpfte Personen meiner Meinung nach heikel. Zum einen muss der Impfnachweis fälschungssicher sein, zum anderen wäre es im Moment nicht fair gegenüber den Personen, die sich impfen lassen möchten, aber einfach noch nicht an der Reihe sind.

Sollte auch für Kinder und Jugendliche ein Impfangebot gemacht werden?

Biontec ist ja für Jugendliche ab 16 Jahre zugelassen. Jetzt muss man abwarten, was in Zukunft zugelassen wird. Ich persönlich würde meine Kinder impfen lassen.

Ein Artikel von Kerstin Sauer

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