Nachrichten Geschichten aus der Region
Kreis Olpe, 10. Oktober 2020

Heimatstimmen erschienen

Kreisheimatbund Olpe befasst sich mit dem Schicksal von Zwangsarbeitern

Die scheinbar harmonische Szene zeigt einen polnischen Kriegsgefangenen auf einem Bauernhof im Lennetal 1943/44.
Die scheinbar harmonische Szene zeigt einen polnischen Kriegsgefangenen auf einem Bauernhof im Lennetal 1943/44.
Foto: Sammlung Alfons Uelhoff (†), Kruberg
Kreis Olpe. Mit der neuen Ausgabe von „Südsauerland“ setzt der Kreisheimatbund Olpe seine diesjährige Titelserie „75 Jahre Ende Zweiter Weltkrieg“ fort. Die Umschlagseiten sind den Opfern des Krieges in den hiesigen Dörfern und Städten gewidmet.

Susanne Falk thematisiert das Schicksal der schätzungsweise 10.000 Männer und Frauen vor allem aus Osteuropa, die zwischen 1939 und 1945 im Kreis Olpe als Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter in Bergbau, Industrie und Landwirtschaft arbeiteten.

Ihr Leid endete genauso wenig mit dem Tag der Befreiung wie das der lebend aus dem Krieg Heimgekehrten: 12.200 Menschen galten im Kreis Olpe als schwerkriegsbeschädigt.Zeitzeugenberichte aus der KriegszeitAlbert Stahl wirft einen Blick zurück auf das Kriegsende in Halbhusten. Konrad Dickhaus erzählt, wie in den Wirren der Nachkriegszeit ein Brief mit ungewöhnlicher Anschrift sein Ziel erreichte. Antonius Klein stellt den Europa-Hain in Wenden-Schönau vor, eine von Jugendlichen an historischer Stelle wiederhergestellte Wacholderheide, gestaltet als Gedenkort für die Kriegstoten des Ortes und für ein friedliches, freiheitliches Europa.

Rund 12.200 Menschen galten nach Kriegsende im Kreis Olpe als schwerkriegsbeschädigt, so auch der junge Paul Kinzel aus Oberelspe, der als 17-jähriger Soldat zum Wehrdienst eingezogen wurde und im selben Jahr eine schwere Beinverletzung erlitt.
Regelmäßige Leser werden auch gespannt sein auf die Fortsetzung zu den Auswanderungen aus dem Veischedetal ins Banat von Walter Stupperich, zu den Möllmicker Kirchwegen von Alfons Meurer und zu den Briefen aus England von Hüttenbesitzer Carl Ferdinand Remy.

Auch Walter Wolf führt seinen aktuellen Beitrag „Heimat – ein Begriff, über den man reden muss“, fort. Hermann Hundt befasst sich mit dem Eremitentum und zeigt auf, dass im Sauerland bereits seit dem 14. Jahrhundert Frauen und Männer als Einsiedler gelebt haben.Präsentation von drei „Naturwesen des Jahres“ Naturkundlich Interessierte kommen diesmal besonders auf ihre Kosten. Gleich drei „Naturwesen des Jahres“ werden präsentiert: Josef Rave stellt den Maulwurf als Wildtier des Jahres 2020 vor, Dario Wolbeck das Breitblättrige Knabenkraut als Orchidee des Jahres und Roswitha Kirsch-Stracke die Robine als Baum des Jahres, sie wurde ursprünglich als Bienenweide und zur Befestigung der Bahndämme in den Kreis Olpe eingeführt.
Die Robinie, Baum des Jahres 2020. Im Kreis Olpe ist sie nicht einheimisch, sondern wurde im 19. Jahrhundert zur Befestigung von Bahndämmen und später vor allem als Bienenweide, so hier am Lehrbienenstand in Altenhundem, angepflanzt.
Die Vorstellung weiterer Gewinner der Heimatpreise in den Städten und Gemeinden, Otto Höffers Funde und Hinweise aus dem Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, die „Heimatchronik“ für das zweite Quartal 2020 von Hans-Werner Voß, Buchbesprechungen und Veranstaltungshinweise ergänzen die aktuelle Folge.  
Die Heimatstimmen
Die Redaktion der „Heimatstimmen“, Klaus Schulte in Lennestadt-Maumke, heimatstimmen@schulte-k.de, Tel. 02721/138 0268, nimmt gerne Text- und Bildbeiträge zur Heimatforschung entgegen, insbesondere zum Jahresthema „75 Jahre Ende Zweiter Weltkrieg“.

Die Zeitschrift des Kreisheimatbundes Olpe erscheint viermal im Jahr zum Preis von vier Euro und ist erhältlich im Buchhandel (Altenhundem: Hamm, Attendorn: Frey und Hoffmann, Drolshagen: Buchhandlung Am Markt, Elspe: Görg, Finnentrop: Buchhandlung Am Rathaus, Olpe: Bücherstube Hachmann, Wenden-Gerlingen: Leseratte), ebenso in der Geschäftsstelle des KHB im Kreisarchiv Olpe, Westfälische Str. 75, d.clemens@kreis-olpe.de, Tel. 02761/81 593.

(LP)

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