Nachrichten Karneval
Wenden, 13.01.2022

Karneval in der Schwebe

Das Ziel vor Augen behalten: Schönauer Tanzgarden müssen sich gedulden

Aufgrund strenger Corona-Regeln sowie schlechter Aussichten auf kommende Karnevalsveranstaltungen haben viele Garden vorerst eine Trainingspause eingelegt.
Aufgrund strenger Corona-Regeln sowie schlechter Aussichten auf kommende Karnevalsveranstaltungen haben viele Garden vorerst eine Trainingspause eingelegt.
Lorena Klein
Schönau. In einigen Karnevalshochburgen des Kreises konnte im November wieder unter strengen Auflagen gefeiert werden. Nun machen die rasant steigenden Inzidenzen den Jecken erneut einen Strich durch die Rechnung: Sitzung um Sitzung wird abgesagt, und durch die aktuellen Auflagen im Bereich Sport können viele Garden nicht mehr wie gewohnt trainieren. Auch die Schönauer Tanzgruppen müssen momentan eine Zwangspause einlegen.

Wie in den meisten Freizeitbereichen gilt aktuell auch für den Tanzsport die 2G+ Regel – für große Tanzgruppen, die normalerweise mehrmals in der Woche trainieren, stellen die Schutzmaßnahmen eine große Hürde dar.

Auch das wesentliche Ziel, auf das die Tänzer das ganze Jahr über hinarbeiten, rückt in immer weitere Ferne: Große Auftritte in Festzelten und Sälen werden mit Blick auf das aktuelle Infektionsgeschehen von Tag zu Tag unwahrscheinlicher. Die Motivation und das „Warum“ nicht aus dem Blick zu verlieren, ist momentan wohl die größte Herausforderung für viele Akteure im Karneval.

Treue Mitglieder und engagierte Trainer

Viele Garden und Tanzgruppen beklagen in diesen schwierigen Zeiten einen starken Rückgang an Mitgliedern. In Schönau sei dies zum Glück nicht der Fall, berichtet Rüdiger Lazar, Vorsitzender des Karnevalsvereins Schönau-Altenwenden: „Die Zahlen unserer Aktiven sind glücklicherweise nahezu unverändert.“


Ein besonderes Lob gelte dabei vor allem den Trainern, die trotz der Pandemie weiterhin alle Hebel im Bewegung gesetzt haben, um den Trainingsbetrieb aufrecht zu erhalten. Trotz der Steine, die den Tänzern in den letzten beiden Jahren immer wieder in den Weg gelegt wurden, ist der Zusammenhalt stark wie eh und je.

Tanzmariechen trainiert weiter

Nach wie vor hochmotiviert ist auch Klara Seifert, das neue Tanzmariechen im Schönauer Karneval. Zusammen mit Trainerin Carina Wurm wird weiterhin fleißig geprobt – eine Pause kam für die Neunjährige nicht in Frage. „Klara wartet schon ganz gespannt auf ihren allerersten Auftritt“, berichtet die Trainerin.

Ihrer eifrigen Tanzschülerin wünscht Carina Wurm vor allem eines: dass sie schon ganz bald endlich ihr Können vor Publikum beweisen darf. Auch über einen Tanzpartner würde sich das Nachwuchstalent sehr freuen. Jungen im Alter von acht bis zehn Jahren, mit oder ohne Tanzerfahrung, können sich bei Interesse gerne per Mail an vorsitzender@karneval-in-schoenau.de wenden.

Tanzmariechen Klara Seifert mit Trainerin Carina Wurm

Die Roten Funken hingegen haben aufgrund der aktuellen Lage vorerst eine Pause eingelegt: „Eigentlich sollte es direkt nach den Weihnachtsferien weitergehen, aber das ist momentan mit zu großem Aufwand verbunden“, erklärt Angelina Scherer, langjährige Trainerin der Schönauer Traditionsgarde.


Online-Training sei kein vergleichbarer Ersatz, da heißt es erst einmal abwarten. „Wir sitzen auf heißen Kohlen. Es ist alles andere als einfach und alles andere als schön“.

Alternativen denkbar

Noch haben die Schönauer Karnevalisten die Hoffnung nicht ganz aufgegeben. „Die Prinzenproklamation im November hat super funktioniert und sollte unseren Garden nochmal die Chance geben, auf der Bühne zu stehen. Doch nun hat sich die Situation deutlich zugespitzt und eine solche Veranstaltung wäre mit einem viel höheren Risiko verbunden“, weiß auch Rüdiger Lazar.

Im November hatten die Roten Funken noch stolz ihre neuen Kostüme präsentiert. Nun ist unklar, wie es im Februar weitergeht.

Der Karnevalsverein sei flexibel und für alle Situationen gewappnet. So komme auch eine Online-Sitzung, wie sie bereits im Februar 2021 erfolgreich durchgeführt wurde, wieder in Frage. In diesem Falle würde man versuchen, Tanzgruppen und Mitglieder noch intensiver in die virtuelle Karnevalsfeier einzubinden. Ganz soll also wahrscheinlich nicht auf „Schönau Helau“ verzichtet werden.

Ob und wie die laufende Session in Schönau weiterhin gestaltet werden kann, wird sich in naher Zukunft entscheiden.

Ein Artikel von Lorena Klein

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