Nachrichten Ratgeber Versicherungen
Kreis Olpe, 08.01.2021

Damit die Rente nicht klein ist, wenn die Kinder groß sind

Altersarmut vorbeugen und privat vorsorgen

Ratgeber Versicherungen , Patricia Müller
Ratgeber Versicherungen , Patricia Müller
Grafik: Sophia Poggel
Kreis Olpe. Sich im Alter überlegen zu müssen, ob das Geld für den nächsten Einkauf reicht, ist leider Alltag in vielen Haushalten. Altersarmut sollte nicht mehr länger ignoriert werden. Patricia Müller, zertifizierte Vorsorgeberaterin der Provinzial Geschäftsstelle Rumpff & Müller in Olpe, rät deshalb dazu, schon früh zu prüfen, wie hoch die eigene Rente sein wird und privat vorzusorgen.

Vor 60 Jahren durften Frauen nicht einmal ein Bankkonto eröffnen und Ihre Altersvorsorge bestand meist aus dem Einkommen des Ehemannes - in der Zwischenzeit hat sich einiges verändert, die Tatsache aber, dass Männer in der Regel mehr verdienen als Frauen, ist geblieben. Männer erhalten im Durchschnitt 1.148 Euro Rente, Frauen 711 Euro.

Das kommt Ihnen wenig vor? „Dann schauen Sie mal in Ihre eigene Renteninformation und lassen Ihre eigene Nettorente ermitteln“, rät Patricia Müller, zertifizierte Vorsorgeberaterin der Provinzial Geschäftsstelle Rumpff & Müller in Olpe.

Warum Frauen eher von Altersarmut betroffen sind

Das liegt zum einen an Erziehungs- und / oder Pflegezeiten, aber auch daran, dass Frauen häufig in Berufen arbeiten, in denen das Einkommensniveau niedrig ist. In manchen Lebensmodellen vertraut „Frau“ nach wie vor auf das finanzielle Auffangbecken „Ehe“. Aber leider gibt es keine Garantie, dass dieses Lebensmodell funktioniert, denn mittlerweile wird jede 3. Ehe geschieden. Finanziell gesehen ist es in diesem Modell neben einer Trennung auch „unpassend“, wenn der Ehemann vorzeitig verstirbt.

„Ein Blick mit meinen Kunden in ihre Rentenunterlagen zeigt häufig unerwartete Zahlen im Bereich der Witwenrente. Netto und ungeschönt oft ein Schock“, so Patricia Müller. Aber auch die eigene Altersrente sollte man sich einmal ungeschönt und netto aufzeigen lassen. Ein Beispiel: Wer 40 Jahre lang weniger als 1.200 Euro verdient, erhält später rund 490 Euro Rente. „Ein Blick mit meinen Kunden und Kundinnen in Ihr Rentenkonto bringt oft Überraschungen“.

Wissenslücken beim Thema Altersrente
  • Wussten Sie, dass es sich um Bruttowerte handelt, die Ihre Renteninformation aufzeigt?
  • Ist Ihnen bekannt, dass die Beantragung von bestimmten Zeiten, wie bspw. Schulzeiten, bares Geld für Ihre Rente bedeuten kann?
  • Wussten Sie, dass bei einem vorgezogenen Renteneintritt neben den prozentualen Abzügen auch berücksichtigt werden muss, dass Sie logischerweise weniger einzahlen, somit weniger Rentenpunkte sammeln und sich Ihre prognostizierte Rente dadurch zusätzlich reduziert?
  • Wussten Sie, dass die Deutsche Rentenversicherung in Ihren Renteninformationen immer darauf hinweist, dass Sie zusätzlich privat vorsorgen sollten?
  • Wussten Sie, dass die Faustregel zur Grundsicherung lautet: Wer weniger als 865 Euro monatlich zur Verfügung hat, sollte überprüfen lassen, ob Grundsicherung in Frage kommt?
Mit dem Eintritt in die Erziehungszeit beginnen meist die Probleme

„Es klingt hart, dieser Zeitpunkt ist aber leider tatsächlich oft der Eintritt in einen Teufelskreis, aus dem viele Frauen nicht raus kommen“, erläutert Patricia Müller. Mit „Teufelskreis“ bezeichnet sie den oftmaligen Automatismus, der nach der Erziehungszeit folgt: „Ich denke da muss jeder nicht weit schauen, um solche Lebensläufe vorzufinden. Viele meiner Kundinnen sind in dieser Situation und fragen nach Rat, ob und wie sie im Alter ein solides Einkommen erreichen können. Warum? Weil sie selbst genau wissen, dass es finanziell im Alter schwierig wird“.

Der bezeichnete Automatismus ist der Werdegang vieler Frauen: wenn die Kinder aus dem Gröbsten raus sind, ist der Weg zurück in den Job oft schwierig. Meist kommt - wenn überhaupt - die Tätigkeit in Teilzeit. Die Formel ist einfach: Teilzeiteinkommen = weniger Rentenpunkte = Teilzeitaltersrente, also noch weitaus weniger als die durchschnittliche Altersrente.

„Leider erlebe ich bereits jetzt schon viele Schicksale, wo der Eintritt in die Rente vor der Tür steht und dieser gleichzeitig den Eintritt ins Existenzminimum bedeutet. Sich überlegen zu müssen, ob das Geld für den nächsten Einkauf reicht, ist traurig und Alltag in vielen Haushalten.“

Für die Altersarmut bei Frauen gibt es zahlreiche Gründe.
Fangen Sie sofort an vorzusorgen

„Die gesetzliche Rentenversicherung ist und bleibt die wichtigste Säule der Alterssicherung. Doch zusätzliche Altersvorsorge ist wichtig. Wer seinen Lebensstandard im Alter halten will, sollte sich eine private oder betriebliche Altersvorsorge aufbauen“, rät die Deutsche Rentenversicherung.

Jeder, vor allem aber Frauen, die weniger arbeiten und somit weniger verdienen, müssen frühestmöglich und gezielt Ihre Altersvorsorge planen, um die entstehende Einkommenslücke in der gesetzlichen Rentenversicherung zu füllen. „Immer wieder höre ich, dass das Geld später nicht reiche, man aber erst später mit dem Sparen anfangen wolle.“ Fakt ist: Abwarten ist keine Lösung. Grundsätzlich gilt: Je früher man anfängt zu sparen, desto einfacher lässt sich das Ziel erreichen, im Rentenalter finanziell unabhängig zu sein. Schon junge Erwachsene sollten daher dazu sensibilisiert werden und mit einem ausgebildeten Fachmann sprechen.

Es gibt verschiedene Modelle

Es gibt viele Wege: Frauen beispielsweise, die einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen, haben die Möglichkeit, zusätzliche Arbeitsstunden in eine betriebliche Altersvorsorge einfließen zu lassen. Dabei leistet die Minijobberin Mehrarbeit und im Gegenzug zahlt der Arbeitgeber einen Rentenbeitrag in die betriebliche Altersvorsorge statt einer Lohnerhöhung. „So können Frauen Einkommenseinbußen vermeiden und trotzdem eine zusätzliche Versorgung für das Alter aufbauen“, erläutert Patricia Müller. Eine Arbeitsstunde mehr am Tag könne schon dabei helfen, die Rente aufzubessern.

Grundsätzlich ist das Thema Betriebliche Altersvorsorge für alle Arbeitsmodelle absolut attraktiv - sprechen Sie Ihren Arbeitgeber am besten noch heute an!

Symbolbild
Von staatlichen Zulagen profitieren

Staatliche Zulagen ermöglichen gerade Erziehenden interessante und erschwingliche Möglichkeiten. Eine gute Vorsorgemöglichkeit sowie eine mögliche Alternative zu herkömmlichen Sparverträgen sei beispielsweise auch die fondsgebundene Rentenversicherung, die Renditechancen eröffnet. Ganz gleich ob die betriebliche Altersvorsorge, die staatlich geförderte Riester-Rente oder eine fondsgebundene Rentenversicherung als zusätzliche Altersvorsorge gewählt wird – Patricia Müller empfiehlt: „Jeder und vor allem Frauen sollten über die gesetzliche Altersvorsorge hinaus für das Alter vorsorgen und sich dazu am besten von einem Versicherungsexperten individuell beraten lassen.“

Nehmen Sie Ihre finanzielle Sicherheit selbst in die Hand

Handeln Sie sofort: Schon mit einem kleinen Beitrag schaffen Sie eine Basis - warten und die Situation aussitzen wird Ihr Einkommen im Alter nicht steigern.

Wen können Sie fragen? Lassen Sie sich von einem zertifizierten Vorsorgeberater individuell beraten

Woran erkenne ich eine gute Beratung? Einen guten Berater erkennen Sie daran, dass dieser einen individuellen Plan für Sie ausarbeitet, dabei Ihre persönlichen Wünsche und Pläne sowie Ihre familiäre Situation einbezieht. Bestehende Verträge sowie Ihre gesetzliche Rentenversicherung gehören in solch eine Beratung. Lassen Sie sich Ihre Renteninformation erklären.

Informieren Sie sich: Auf der Internetseite der Deutschen Rentenversicherung unter www.deutsche-rentenversicherung.de finden Sie viele wertvolle Informationen.

(LP)

Ausbildung im Kreis Olpe


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