Nachrichten Ratgeber Versicherungen
Kreis Olpe, 12.03.2021

Start in die „mobile Freiheit“

Rund um den Führerschein - Was Jugendliche und Eltern wissen sollten

Ramona Müller, Kundenberaterin der Provinzial Rumpff & Müller OHG, informiert über Möglichkeiten des Führerscheinerwerbs für Jugendliche.
Ramona Müller, Kundenberaterin der Provinzial Rumpff & Müller OHG, informiert über Möglichkeiten des Führerscheinerwerbs für Jugendliche.
Grafik: Sophia Poggel
Kreis Olpe. Mobilität und Selbstständigkeit ist für uns im täglichen Leben sehr wichtig. Gerade für viele Jugendliche bedeutet der erste Roller oder das erste Mofa Unabhängigkeit, neue Freiheiten genießen und mit Freunden die Gegend erkunden. Dabei gilt es, sich schon rechtzeitig über die Möglichkeiten des Führerscheinerwerbs zu informieren, denn es gibt vielseitige Risiken, denen die Jugendlichen ausgesetzt sind und die man kennen sollte. Ramona Müller, Kundenberaterin der Provinzial-Versicherung in Olpe, informiert

Einfach mal Spaß haben, ohne immer nach einer Fahrgelegenheit fragen zu müssen - In ländlichen Gebieten wie dem Sauerland, in denen die jungen Leute sonst von öffentlichen Verkehrsmitteln oder Mitfahrgelegenheiten abhängig sind, ist dies eine absolute Bereicherung für die Jugendlichen und eine Entlastung für die Eltern.

Wann kann ich welchen Führerschein machen?

- Mit 15 Jahren: Fahrerlaubnis Klasse M für Kraftfahrzeuge wie Roller oder Mofa mit maximal 25 km/h

- Mit 15 Jahren: Mopedführerschein Klasse AM, gültig in 11 von 16 Bundesländern

- Mit 16 Jahren: Leichtkraftrad bis 125 Kubik, Klasse A1

- Mit 17 Jahren: Prüfungsbescheinigung begleitetes Fahren (BF17)

- Mit 18 Jahren: Autoführerschein Klasse B

Was kostet mich der jeweilige Führerschein?

- Die Prüfbescheinigung für Roller oder Mofa: 100 - 120 Euro

- Der Mopedführerschein: 500 - 800 Euro

- Der Führerschein Klasse A1: 1.300 Euro

- Der Autoführerschein Klasse B: 1.400 - 2.000 Euro

Für den Mopedführerschein sowie Klasse A1 und B sind zusätzlich ein Sehtest sowie ein Erste-Hilfe-Kurs zu absolvieren.

Welche Voraussetzungen gelten und was muss ich beachten?

Mofa / Roller:

Um mit 15 Jahren fahren zu dürfen, darfst Du Dich bereits mit 14,5 Jahren in der Fahrschule anmelden, damit Du rechtzeitig die Prüfbescheinigung besitzt und direkt losfahren kannst. Personen, die vor dem 1. April 1965 geboren sind, dürfen diese Fahrzeuge übrigens ohne Prüfbescheinigung fahren.

Moped / Simson:

Hier benötigst Du einen Mopedführerschein. Dieser ist in 11 von 16 Bundesländern gültig, nämlich in Bayern, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, das Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen. Wichtig ist es hier zu beachten, dass Du auch nur in diesen 11 Bundesländern mit dem Moped fahren darfst. Fährst Du über die Grenze in ein Bundesland, welches den AM-Führerschein mit 15 Jahren nicht eingeführt hat, begehst Du eine Straftat. Dies bedeutet dann Fahren ohne Fahrerlaubnis. Im schlimmsten Fall kann dies eine Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe nach sich ziehen.

125er:

Mit 15,5 Jahren kannst Du Dich bereits für den Führerschein in einer Fahrschule anmelden. Du benötigst hier die Erlaubnis eines Erziehungsberechtigten. Mit 16 Jahren kannst Du dann Dein Leichtkraftrad fahren.

Auto:

Wenn Du 16,5 Jahre alt bist, kannst Du Dich für den Autoführerschein anmelden, um mit 17 Jahren am begleitenden Fahren (BF17) teilzunehmen. Hierfür erhältst Du nach der bestandenen Prüfung eine sogenannte Prüfbescheinigung. Die Teilnahme an BF17 wirkt sich später positiv auf die Beiträge für Deine KFZ-Versicherung aus.

Direkt bei Antragsstellung für das begleitende Fahren werden auch die Begleitpersonen eingetragen. Diese müssen über 30 Jahre alt sein, seit mindestens 5 Jahren den Führerschein besitzen und dürfen nicht mehr als einen Punkt im Fahreignungsregister in Flensburg haben. Die Begleitpersonen dürfen während der Fahrt nicht unter Drogeneinfluss stehen und müssen sich an die 0,5 Promillegrenze für Alkohol halten. Es können unbegrenzt viele Begleitpersonen eingetragen und auch nachgetragen werden.

Mit 18 Jahren kannst Du entweder sofort den Autoführerschein machen oder Du kannst Dir, wenn Du bereits an BF17 teilgenommen hast, Deinen Kartenführerschein bei der Zulassungsstelle abholen.

Was muss ich zusätzlich beachten?

Dein Roller, die Simson oder das Mofa sind in Deutschland für den Bereich der Haftpflicht versicherungspflichtig und Du benötigst ein gültiges Kennzeichen. Diese Kennzeichen sind immer für ein Jahr jeweils ab März gültig und können in Versicherungsbüros erworben werden.

  • KFZ-Haftpflichtversicherung leistet, wenn mit dem versicherten Fahrzeug andere geschädigt werden, bei Personen- und Sachschäden.
  • Die Teilkaskoversicherung ersetzt Schäden am Fahrzeug. Versichert ist z.B. Diebstahl, Hagel, Sturm, Brand, Zusammenstoß mit Tieren oder Glasbruch.

Ebenso versicherungspflichtig ist das 125er Leichtkraftrad und selbstverständlich auch das Auto. Hier gibt es zusätzlich zur Haftpflicht- und Teilkaskoversicherung folgende Möglichkeiten der Absicherung um im Schadenfall die Kosten in Grenzen zu halten:

  • Vollkaskoversicherung: versichert sind alle Gefahren der Teilkasko und zusätzlich Eigenschäden durch Unfall, mut- und böswillige Handlung betriebsfremder Personen, der Akku eines Elektroautos gegen Beschädigung, Zerstörung oder Verlust, Reifenschäden, z.B. durch Vandalismus
  • Rabattschutz: schützt vor einer Rückstufung im Schadenfall
  • Fahrerschutz: schützt berechtigte Fahrer des KFZ bei einem selbst verursachten Unfall vor finanziellen Folgen
  • GAP-Deckung: schützt vor finanziellen Einbußen im Falle eines Unfalls bei geleasten oder finanzierten KFZ

Wer leistet bei Personenschäden ?

Handelt es sich um eine berufliche oder schulische Fahrt, bist Du bei einem selbstverschuldeten Unfall über die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert, bei rein privaten Fahrten nur über eine private Unfallversicherung.

Bei einem fremdverschuldeten Unfall bist Du über die Haftpflicht des Unfallgegners versichert sowie ggf. über eine private Unfallversicherung, falls vorhanden.

Möglichst günstig einsteigen - Unser Tipp!

Als Fahranfänger ist der Kauf eines Autos meist eine große Belastung für das zur Verfügung stehende Budget. Hinzu kommen die KFZ-Steuer und die Versicherungsbeiträge. Auch hier lohnt sich ein Vergleich. Wichtig ist, Dich umfassend beraten zu lassen ob es günstiger ist, das Auto vorerst als Zweitwagen über Deine Eltern abzusichern oder ob Du direkt selbst anfängst, Dir schadenfreie Jahre zu erfahren (SF). Im Falle der Zweitwagenregelung über die Eltern bieten manche Versicherer Dir auch die Möglichkeit, diese SF-Klasse später zu übernehmen.

Einige Versicherer bieten für junge Leute spezielle Tarife (z.B. „Jung & Mobil“) an, wenn Du bereits vorher bei dem KFZ der Eltern als Fahrer eingetragen warst. Hast Du zusätzlich an BF17 teilgenommen, kann sich dies ebenfalls positiv auf Deinen Beitrag auswirken.

Vivatar go - Der Notfallknopf im Auto

Für mehr Sicherheit und damit Deine Eltern Dich entspannter alleine fahren lassen können, gibt es zudem die Möglichkeit, z.B. über GPS-Tracking Informationen zu erhalten, wo Du gerade unterwegs bist. Aber nicht jeder hat sein Handy immer dabei oder diese GPS-Einrichtung in seinem Fahrzeug. Eine Alternative hierzu ist der zusammen mit Bosch entwickelte Notfallknopf Vivatar go. Hierbei handelt es sich um ein kleines Gerät, über das bei Bedarf Kontakt zu zwei Notfallkontakten aufgenommen werden kann oder direkt ein Notruf abgesetzt wird, z.B. bei einem Unfall. Hier ist dann schnell Hilfe vor Ort.

Notfallknopf Vivatar go der Provinzial-Versicherung.

Es gibt also ganz viele Dinge, über die Du Dir im Vorfeld schon Gedanken machen solltest, wenn Du Dir ein Fahrzeug kaufen möchtest. Um hier einen guten Überblick zu bekommen hilft ein Gespräch mit Deinem Versicherungsberater. Er zeigt Dir Deine Möglichkeiten auf und Du kannst dann entscheiden, was Du brauchst.

(LP)

Ausbildung im Kreis Olpe


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