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Attendorn, 28.04.2021

Archäologische Ausgrabungsarbeiten

5.000 bis 6.000 alte Gräber rund um die Attendorner Pfarrkirche gefunden

Christopher Schulte und Michael Koch (1. und 2. von links) vom Tiefbauamt sowie die beiden Archäologen Dr. Eva Cichy und Sebastian Luke sind mit Fortschritt der Ausgrabungsarbeiten sehr zufrieden.
Christopher Schulte und Michael Koch (1. und 2. von links) vom Tiefbauamt sowie die beiden Archäologen Dr. Eva Cichy und Sebastian Luke sind mit Fortschritt der Ausgrabungsarbeiten sehr zufrieden.
Adam Fox
Attendorn. Auf große Schätze wie Gold- und Silbermünzen oder Pilgermuscheln sind die Archäologen bei den Ausgrabungsarbeiten in der Innenstadt bislang nicht gestoßen. Dennoch sind die rund um die Pfarrkirche gefundenen Massengräber historisch wertvoll und werden zukünftig Auskunft darüber geben, wie die Menschen in Attendorn vor Jahrhunderten gelebt haben.

Denn obwohl die Ausgrabungsarbeiten schon weit fortgeschritten sind, sind genaue Einzelheiten bisher noch nicht bekannt, dämpft Ausgrabungsleiter Sebastian Luke von der Archäologie am Hellweg aus Münster ein wenig die Erwartungen. Bei einem ersten Sondageschnitt, so nennt man die Voruntersuchung eines Bereichs, der zur Ausgrabung ansteht, habe man schnell festgestellt, dass es sich um ein Massengrab handle.

Die Ausgrabungsarbeiten sind in vollem Gange.
Massengräber etwa 650 Jahre alt

Zeitlich einordnen lasse sich dieses in die zweite Hälfte des 14. Jahrhunderts, wo ebenfalls die Pfarrkirche St. Johannes Baptist erbaut wurde. Dass einige Skelette aber jünger sein könnten, sei nicht auszuschließen. Während heutzutage auf den Friedhöfen die genaue Parzellierung von Grabstätten Norm ist, war dies früher nicht der Fall. Immer wieder wurden Gräber geöffnet, neue Leichen begraben und die Gräber dann wieder mit Erde zugeschüttet. Durchaus üblich war damals auch, dass man seinen Unrat unter der Erde vergrub.

Neben zahlreichen Skeletten wurden ein Gemäuer und eine Treppe gefunden.

Die Anzahl der Gräber beruhe auf Schätzungen. Man habe die Fläche rund um die Pfarrkirche mit einer Massengrabhöhe von einem Meter Höhe verrechnet und sei so auf die Zahl gekommen. Momentan können noch keine wissenschaftlichen Angaben gemacht werden (Alter der Skelette, Geschlecht sowie Angaben zur Ernährung), stellt Archäologin Dr. Eva Cichy von der Außenstelle Olpe der LWL-Archäologie für Westfalen fest.

Brunnen und Gemäuer mit Treppe gefunden

Neben zahlreichen Gräbern wurdne auch ein Brunnen sowie ein Gemäuer inklusive Treppe gefunden. Der Brunnen ist nicht besonders tief und reicht nur bis zum Grundwasser. Die Gemäuer sind wohl Teil eines Gebäudes gewesen, da man eine Türangel fand, die nach Osten ausgerichtet ist. Welchen Zweck die Gemäuer hatten, könne man bislang nicht sagen.

Auch ein Brunnen wurde gefunden. Besonders tief ist dieser jedoch nicht.

Eine „kleine archäologische Sensation“, so ist das Fazit der beiden Fachleute zum Massengrab an der Pfarrkirche. Die Ergebnisse werden datiert und kantoniert. Zukünftig wird ein angehender Masterstudent bzw. Doktorand eine wissenschaftliche Abschlussarbeit über die Ausgrabungsarbeiten verfassen. Denn neben der Pfarrkirche hat das 14-köpfige Team bereits im Bereich Im Sackhof/Im Tangel sowie am Rathaus archäologische Funde gesammelt.

Nachdem die Arbeiten an der Pfarrkirche aller Voraussicht nach Mitte/Ende Juni abgeschlossen sein werden, geht es für die Archäologen direkt weiter Am Alten Markt - wo bestimmt auch der ein oder andere historische Fund nur darauf wartet, ausgegraben zu werden. Abschließend resümierte Michael Koch, Leiter Tiefbauamt, er sei froh, dass die archäologischen Arbeiten gut vorangehen und der Neubau des Kirchplatzes nicht mit den archäologischen Arbeiten kollidiere.

Ein Artikel von Adam Fox

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