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Kirchhundem, 13.09.2021

22-Jähriger hat eigenen Geflügelhof in Kirchhundem

„Ich hatte schon immer Tiere und irgendwie wurden es dann immer mehr“

Nico Japes setzt auf Qualität statt Quantität.
Nico Japes setzt auf Qualität statt Quantität.
Celine Kebben
Kirchhundem. Wie man mit gerade mal 22 Jahren dazu kommt, einen eigenen Geflügelhof zu eröffnen? Nico Japes aus Kirchhundem hat’s gemacht und kümmert sich mittlerweile um circa 150 Tiere. LokalPlus hat ihm einen Besuch abgestattet.

Um 5 Uhr morgens klingelt der Wecker. Dann geht’s für eine halbe Stunde zu den Tieren, um die Ställe aufzumachen. Im Anschluss fährt Nico Japes zur Arbeit und um 14 Uhr ist Feierabend. Nach dem Mittagessen zu Hause geht’s wieder zu den Tieren: Füttern, sauber machen und alles, was so dazu gehört, um einen eigenen Geflügelhof zu unterhalten.

Gegen 19 Uhr müssen die Tiere dann wieder reingebracht werden. „Danach mache ich meistens noch eine Stunde Sport und dann gehe ich auch schon schlafen. Und ich schlafe gut“, lacht er.

Der 22-Jährige arbeitet als technischer Produktdesigner in Attendorn und ist nebenberuflich als DJ und Veranstaltungstechniker unterwegs. Bereits mit sechs Jahren hatte er fünf Zwergkaninchen, die er vier Jahre später zu züchten begann. Einige Erfahrungen mit Geflügel sammelte er 2014, als er eine Zeit lang eigene Hühner hatte

Anfang 2021 kaufte er sich zwei Mini-Schweine und erfuhr, dass das angrenzende Grundstück zu verpachten war. Also pachtete er die Fläche, baute einen Hühnerstall, umzäunte diesen auf 1.400 Quadratmetern und besetzte den Stall mit Hühnern.

Schnell kamen die beiden Ziegenböcke Max und Moritz dazu, die neben ihrer Funktion als „natürliche Rasenmäher“, wie Nico sie nennt, als Aufpasser und Beschützer für die Hühner vor Füchsen und Mardern da sind. Zur Beschäftigung haben die beiden sogar ein eigenes Baumhaus.

“Je mehr Tiere, desto mehr Spaß macht’s“

Es dauerte nicht lange, schon konnte er Wachteln zu den Tieren auf seinem Hof zählen. „Ach, ich hab mir das mit den Wachteln sonntagsnachmittags überlegt, montags hab ich mir dann welche gekauft“, sagt Nico. Die Wachteln sind die kleinsten Bewohner des Hofes und legen jeden Tag ein Ei.

Beim Futter-Großeinkauf wurden ihm zwei Enten geschenkt. Ein Erpel folgte schnell, damit sich die Enten, ebenso wie die Wachteln, vermehren konnten. „Joa, dann wurden das auch immer mehr. Ich hab mir dann auch in den Kopf gesetzt, ich könnte ja auch noch Puten halten, also habe ich dann einen weiteren Stall gebaut und Puten gekauft“, erzählt der 22-Jährige.

Kurz danach schaffte er sich zusätzlich Dänengänse und afrikanische Höckergänse an und infolgedessen hatte er natürlich auch immer mehr Eier. Insgesamt kann er bei seinen Hühnern 15 bis 20 Eier in den verschiedensten Farben am Tag sammeln. Um diese verkaufen zu dürfen, meldete er mit „NJ Farming“ ein Gewerbe an.

Wie kommt man eigentlich darauf, sich so viele Tiere anzuschaffen und warum? „Ich hatte schon immer Tiere und irgendwie wurden es dann immer mehr. Je mehr Tiere, desto mehr Spaß macht’s mir“, antwortet Nico. Insgesamt findet man mittlerweile 150 Tiere auf dem Geflügelhof: Hühner verschiedenster Rassen, Weidehähnchen, Enten, Gänse, Puten, Nandus, Wachteln, Laufenten, Kaninchen, Schweine und Ziegen.

Dem 22-Jährigen geht es mit seinem Geflügelhof nicht hauptsächlich darum, Geld zu verdienen. Das Ganze ist nicht gewinnorientiert angelegt und der Verkauf von Eiern und Fleisch nur kostendeckend. Besonders viel Wert legt Nico auf Qualität: „Klimaneutralität, artgerechte Haltung, regionale Herkunft und gentechnikfreies Futter stehen für uns an oberster Stelle“, betont er.

Nebenjobs, aktiv sein im Schützenverein und der Feuerwehr und ein Vollzeit-Job als Produktdesigner - wie bekommt man das alles unter einen Hut? „Planung ist alles. Man muss es einfach gut takten. Viel Zeit zum Ausruhen bleibt meistens nicht, aber das macht mir echt nichts aus. Natürlich unterstützen mich meine Eltern auch gerne. Die sind auch selbst auf einem Bauernhof bzw. mit vielen Tieren zusammen aufgewachsen“, erzählt der Geflügelhof-Besitzer.

Und wie sieht es mit Plänen für die Zukunft? Dazu sagt Nico mit einem Lächeln: „Ich bin da relativ spontan. So wie es jetzt ist, damit bin ich vollkommen glücklich.“

Ein Artikel von Celine Kebben

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