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Kreis Olpe, 29.05.2021

Schulpsychologinnen-Team im Gespräch - Teil 1

Rückkehr in die Schulen - Beratungsanfragen nehmen wieder zu

Nach mehr als fünf Monaten im Distanz- und Wechselunterricht kehren die Schüler im Kreis Olpe wieder in die Schulen zurück. Eine herausfordernde Zeit, vermutet das Team der Schulpsychologinnen beim Kreis Olpe.
Nach mehr als fünf Monaten im Distanz- und Wechselunterricht kehren die Schüler im Kreis Olpe wieder in die Schulen zurück. Eine herausfordernde Zeit, vermutet das Team der Schulpsychologinnen beim Kreis Olpe.
Pixabay.com
Kreis Olpe. Nach mehr als fünf Monaten im Distanz- oder Wechselunterricht kehren die Schüler im Kreis Olpe am Montag, 31. Mai, in die Schulen zurück: Aufgrund sinkender Inzidenzzahlen darf der Unterricht wieder in voller Präsenz stattfinden. Doch wie kehren die Schüler zurück? Was beschäftigt die jungen Menschen? Wie stecken sie die Einschränkungen und die Distanz von nunmehr 15 Monaten Pandemie weg? Ein Gespräch mit dem Team der Schulpsychologinnen beim Kreis Olpe.

Mehr als ein Jahr lang leben wir nun schon mit der Pandemie. Haben Sie durch Corona mehr Kontakte zu Kindern und Jugendlichen?

Insgesamt betrachtet hat die Häufigkeit der Beratungsanfragen im Vergleich zu den Vorjahren während der Zeit der Schulschließungen und im Wechselunterricht eher abgenommen. Wir vermuten, dass die klassischen Anfragen zu Verhaltensproblemen und Lernschwierigkeiten in der Schule oder auch zu Mobbing aufgrund der geringen Präsenzzeiten in Schule hinter andere Themen wie familiäre Konflikte und psychische Belastungen zurückgetreten sind. Diese Themenfelder werden klassischerweise eher in den Erziehungsberatungsstellen besprochen.

Anfragen nehmen wieder zu

Zudem hatten sich die Kontakthäufigkeit und die Form der Kontakte der Lehrkräfte zu ihren Schülerinnen und Schülern in der Pandemie stark verändert, so dass es auch seitens der Lehrkräfte weniger Anfragen für Beratungen gab. Aktuell beobachten wir gerade wieder eine Zunahme der Beratungsanfragen, was sicherlich mit den anstehenden Öffnungsschritten zusammenhängt.


Entsteht der Kontakt vornehmlich über die Lehrer der Kinder oder wenden sie sich persönlich an Sie?

Meist erfolgt die Kontaktaufnahme über die Eltern, die Lehrkräfte und die Schulsozialarbeit. Aktuell immer wieder auftauchende Fragestellungen, die an uns herangetragen werden, beziehen sich auf Probleme im Distanzunterricht, z.B. nachlassende Leistungsmotivation, schulische Selbstorganisation und Umgang mit Lernrückständen. Auch die Gefahr von übermäßiger Mediennutzung und die Vermeidung schulischer Verpflichtungen im Distanzunterricht sind Anlässe, zu denen Eltern uns insbesondere jetzt ansprechen. Vereinzelt melden sich auch jugendliche Schülerinnen und Schüler direkt bei uns, wobei diese Kontakte meist bereits vor der Pandemie bestanden haben.

Von Ängsten und depressiven Verstimmungen haben Kinder und Jugendliche schon vor der Pandemie vermehrt berichtet.

Von welchen Problemen berichten die jungen Menschen konkret?


Da wir schwerpunktmäßig zu schulassoziierten Schwierigkeiten beraten, erleben wir nur einen Ausschnitt aller möglichen Problemstellungen, so dass Ärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie womöglich zu einer anderen Einschätzung kommen. Kinder und Jugendliche, die unsere Beratung aktuell in Anspruch nehmen, haben meist ganz persönliche, individuelle Anliegen, wie z.B. familiäre Konflikte oder Versagensängste. Andere Ängste sowie depressive Verstimmungen, die im Kindes- und Jugendalter nicht selten sind, haben bereits vor der Pandemie laut unterschiedlicher Quellen eine Zunahme erfahren und wurden daher schon immer in unseren Beratungen thematisiert.

Unterstützende Ressourcen fallen weg

Wir vermuten und unsere Erfahrungen deuten auch darauf hin, dass insbesondere Kinder und Jugendliche, die viele Belastungen, aber wenige Schutzfaktoren aufweisen, während der Pandemie besonders vulnerabel sind, was die Entwicklung psychischer Auffälligkeiten und Erkrankungen angeht. Ein besonderes Problem der Pandemie liegt darin, dass viele Ressourcen, wie insbesondere regelmäßige Kontakte mit Freunden sowie sportliche oder musische Vereinstätigkeiten, wegfallen.

Monatelang keine Schule, kaum soziale Kontakte, keine Hobbies: Was macht das mit unseren Kindern?


Es gibt eine Vielzahl von Untersuchungen, die darauf hinweisen, wie stark die Auswirkungen durch die Einschränkungen während der Pandemie, insbesondere durch die Kontaktbeschränkungen, sind. Allerdings zeigt im Gegensatz dazu auch die COPSY-Studie, dass zwei Drittel der Schülerinnen und Schüler mit den Belastungen der Lockdowns zurechtgekommen sind. Was die Herausforderungen der Pandemie mit unseren Kindern machen, lässt sich demnach nicht pauschal beantworten, sondern hängt entscheidend auch davon ab, wie viel Stabilität, Optimismus, Unterstützung und Zuwendung die Erwachsenen in der Pandemie den Kindern schenken.

  • Teil 2 des Interviews könnt ihr ab Sonntag, 30. Mai, 11 Uhr, bei LokalPlus lesen.
Das Team

Zum Team der Schulpsychologinnen gehören Stefanie Bährens, Tanja Müller-Späth, Birgit Naber und Magdalena Wintering.

Ein Artikel von Kerstin Sauer

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