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Kreis Olpe, 01.01.2022

Kunden konnten für 20 D-Mark Starter-Kits kaufen

Vor 20 Jahren: Nachtschicht für Banker bei Umstellung auf den Euro

Für manche war das Starter-Kit mit den neuen Euro-Münzen ein Weihnachtsgeschenk.
Für manche war das Starter-Kit mit den neuen Euro-Münzen ein Weihnachtsgeschenk.
Rüdiger Kahlke
Kreis Olpe. Nachtarbeit gehört in der Regel nicht zum Stellenprofil der Banker im Kreis Olpe. Vor 20 Jahren war das anders. In der Nacht zum 1. Januar 2002 wurde Realität, was seit gut drei Jahren logistisch vorbereitet worden war: der Euro löste die D-Mark ab.

Paul Köster (54), Mitarbeiter im Service und zuständig für die Bargeldversorgung der Sparkassen-Hauptstelle Olpe, erinnert sich: Zur Jahreswende 2001/02 mussten die Geldautomaten umgestellt werden. Sie spuckten danach nur noch die neuen Euro-Scheine aus.

Paul Köster erinnert sich an turbulente Zeiten bei der Euro-Einführung in der Sparkasse Olpe.

Einige Mitarbeiter führten um Mitternacht an Silvester Probeauszahlungen durch, um die Funktionsfähigkeit zu gewährleisten. Zum Jahresbeginn bildeten sich dann lange Schlangen an den Kassen. Die Kunden holten sich Starter-Kits ab. Das neue Geld „kaufen“ konnten sie schon ab 17. Dezember 2001. Für 20 D-Mark gab es in einem kleinen Plastiktütchen 10,23 Euro in Münzen, ganz neu und blitzblank.

Diese Starter-Kits, die inzwischen auch Sammlerwert haben, konnten über die Landeszentralbanken bestellt werden. Eingeschweißt in ein Plastiktütchen, gab es ab 17. Dezember 2020 die Münzen für die ersten Einkäufe im neuen Jahr.

Neugier und Skepsis bei den Kunden

„Viele freuten sich, waren neugierig auf das neue Geld“, schildert Köster. Es habe aber auch skeptische Kunden gegeben, „die lieber an der guten, alten D-Mark“ festgehalten hätten. Das sei seinerzeit in vielen Gesprächen deutlich geworden.


Das sah auch Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl so, der die Einführung des Euro vorangetrieben und als „die bedeutendste Entscheidung seit der Deutschen Wiedervereinigung“ bezeichnet hatte. Zwei Jahre später, 2003, räumte er ein: „Eine Volksabstimmung über die Einführung des Euro und die Abschaffung der D-Mark hätten wir mit großer Wahrscheinlichkeit verloren.“

Alte Währung galt vielen als Stabilitätsanker

Für die Geldinstitute war die Währungsumstellung ein Kraftakt. Über mehr als drei Jahre haben sich die logistischen Vorbereitungen hingezogen. Die Sparkassen im Olper Raum, aber auch andere Banken, wollten durch Info-Kampagnen den Skeptikern den Wind aus den Segeln nehmen.

Mechthild Feldmann, Marketing- und Pressechefin der Sparkasse Olpe Drolshagen Wenden, arbeitete seinerzeit an einer Sonderausgabe der Kundenzeitung der Sparkassen mit. Dabei sollten die Gründe und Modalitäten für den Abschied von der D-Mark, die als Stabilitätsanker galt, erläutert werden.

Mit einer eigenen Kundenzeitung informierten die Sparkassen im Kreis über die Währungsumstellung vor 20 Jahren.

Allein die Sparkassen im Kreis Olpe hätten für die technischen Vorbereitungen und Schulungen des Personals drei Millionen Euro aufgewandt, hat Mechthild Feldmann 2001 für die Kundenzeitung der Sparkassen im Kreisgebiet recherchiert. So mussten allein die Sparkassen im Kreis Olpe ein geschätztes Volumen von 128 Mio. Euro-Noten und 12 Mio. Euro-Münzen, „die immerhin ein Gesamtgewicht von 41 Tonnen auf die Waage bringen“, umtauschen.


Die Umstellung forderte auch die Kommunen, erinnert sich Drolshagens Kämmerer Rainer Lange. Sie mussten alle Gebührensatzungen anpassen und entsprechend von D-Mark in Euro umrechnen.

Noch Milliarden D-Mark im Umlauf

Nach dem „Gesetz über die Änderung währungsrechtlicher Vorschriften infolge der Einführung des Euro-Bargeldes vom 16. Dez. 1999 (Drittes EuroEG)“ verlor das gewohnte Geld mit Ablauf des 31. Dezember 2002 seine „Eigenschaft als gesetzliches Zahlungsmittel.“

Kistenweise musste Geld sortiert und abtransportiert werden.

Gleichzeitig garantierte der Bund aber, dass die Bundesbank „alle Noten und Münzen einschließlich der Sammlermünzen ohne zeitliche Begrenzung zum offiziellen Euro-Kurs kostenlos umtauschen“ werde. Was anfangs noch an den Schaltern der heimischen Sparkassen und Banken möglich war, geht inzwischen nur noch direkt in den Niederlassungen der Bundesbank.

An den Euro haben sich inzwischen alle gewöhnt. An der D-Mark halten aber viele fest – oder sie wissen nicht mehr, wo die alte Währung schlummert. Die deutsche Bundesbank geht davon aus, dass noch immer mehr als 12 Milliarden D-Mark im Umlauf sind.

Ein Artikel von Rüdiger Kahlke

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