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Lennestadt, 02.05.2021

LokalPlus blickt hinter verschlossene Türen - Musikbranche

Alleinunterhalter Manni Klein geht in der Pandemie neue Wege

Seinen Optimismus lässt sich Manni Klein nicht vermiesen.
Seinen Optimismus lässt sich Manni Klein nicht vermiesen.
Nicole Voss
Altenvalbert. Ein Leben ohne die Musik kann sich Manni Klein nicht vorstellen. Seit frühester Kindheit haben schöne Melodien ihren festen Platz im Leben des Altenvalberters und gerne gibt er sein Wissen auch an seine Schüler weiter. Daran ändert auch die anhaltende Corona-Pandemie nichts – nur dass der 60-Jährige nach 32 Jahren Selbstständigkeit jetzt neue Wege geht.

Ein Blick zurück: Manni Klein studierte an der Folkwang-Universität der Künste in Essen musikalische Früherziehung, Klavier und Trompete und ist ausgebildeter Kirchenmusiker.

An der Musikschule Attendorn fand er eine Anstellung. Der Wunsch nach Selbstständigkeit wurde immer stärker. Im Untergeschoss seines Elternhauses in Elspe richtete der damals 28-Jährige 1988 seine eigene Musikschule ein und war auch vorher schon in der Unterhaltungsbranche tätig. Unterricht gab und gibt es an allen Tasteninstrumenten (Keyboard, Klavier, Akkordeon, Kirchenorgel).

Die umgebaute Gitarre ist eine ldee, die der Alleinunterhalter in der Pandemie umsetzte.

Beim Neubau des Hauses in Altenvalbert berücksichtigten Manni Klein und seine Frau Bettina von Beginn an einen Raum für den Musikunterricht. Die Zahl der Musikschüler steigerte sich stetig. Sieben- bis 74-Jährige lernen den Umgang mit den Instrumenten – momentan natürlich digital.


Optimismus, neue Ideen und Tatendrang sind typisch für Manni Klein, doch Corona hat auch bei ihm Spuren hinterlassen. „Die erste Absage im März 2020 war die Einstimmung auf ein tolles Skiwochenende mit mehr als 300 Gästen. Innerhalb einer Woche war der Terminkalender leergefegt“, erinnert er sich.

Alles ist an seinem Ort, als würde es jeden Tag weiter gehen.

„Ich war teils wie gelähmt. Kein Unterricht, keine Veranstaltungen, kein Austausch mit Kollegen, was nun? Auch heute noch liegt die gesamte Veranstaltungsbranche am Boden, muss sich neu erfinden, zu sich verändernden Bedingungen, ohne Öffnungsperspektive“, betont Manni Klein.

Er selbst wagte zeitig die ersten Schritte zu Alternativkonzepten: Eine Woche nach dem Lockdown war Nele Reuter die erste Schülerin, mit der der Vollblutmusiker das Experiment Online-Unterricht wagte – es klappte. Technische Probleme wurden behoben.

Auch eine eigene Kreation: Die Tasten wurden in der eigenen Werkstatt midifiziert.

An den finanziellen Zusagen der Landesregierung übt Manni Klein Kritik. Nachdem der Altenvalberter alle Unterlagen für den Antrag auf Soforthilfe eingereicht hatte, kam mit dem Antwortschreiben die Ernüchterung: „Die Mittel unseres Sofortprogramms zur Unterstützung freischaffender Künstler aufgrund der Auswirkungen der Coronavirus-Krise sind leider ausgeschöpft. Zur Sicherung Ihres Lebensunterhalts bieten wir Ihnen einen vereinfachten Zugang zu Leistungen der Grundsicherung.“


Nach vielen Jahren der Selbstständigkeit war Manni Klein schockiert und moniert: „Großen Konzernen wird umfänglich sofort geholfen. Kleine Unternehmen warten teilweise monatelang. Das trägt zur Spaltung der Gesellschaft bei und ist ungerecht.“

Vom Versammlungsverbot betroffen ist auch das „hauseigene“ Akkordeonorchester „AOLA“, in dem auch Ehefrau Bettina und Sohn Gregor mitspielen. Die Musiker von Olpe bis in den HSK warten sehnsüchtig auf weitere Fortschritte bei den Testungen und Impfungen, um endlich wieder gemeinsam musizieren zu dürfen.


Bis dahin feilt Manni Klein an neuen Arrangements und übt fleißig weiter...

Ein Artikel von Nicole Voss

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