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Lennestadt, 13.02.2021

LokalPlus blickt hinter verschlossene Türen – im „Ambiente am Markt“

„Corona ist auch eine Möglichkeit, sich zu ordnen und neu zu erfinden“

Die leeren Teller stapeln sich auf dem Tresen, in der Küche lagert derzeit das Material für den Außer-Haus-Verkauf. Still ist es derzeit im Ambiente am Markt in Altenhundem. Andi und Moni Cordes freuen sich, wenn sie irgendwann wieder ihre Gäste begrüßen dürfen.
Die leeren Teller stapeln sich auf dem Tresen, in der Küche lagert derzeit das Material für den Außer-Haus-Verkauf. Still ist es derzeit im Ambiente am Markt in Altenhundem. Andi und Moni Cordes freuen sich, wenn sie irgendwann wieder ihre Gäste begrüßen dürfen.
Kerstin Sauer
Altenhundem. Seit Anfang November ist das „Ambiente am Markt“ in Altenhundem schon für die Gäste geschlossen. Außer-Haus-Verkauf ja, ein paar schöne Stunden in dem gemütlichen Bistro verbringen – verboten. Für LokalPlus öffnen Andi und Moni Cordes einmal die Tür zu ihrem „Ambiente“. Und erzählen, umgeben von leeren Tischen und Stühlen, von den vergangenen Monaten, von stillen Stunden im Lokal, von Alternativ-Konzepten und neuen Wegen.

Wer nach Monaten des Shutdowns einen frustrierten Andi Cordes erwartet hat, wird schnell eines Besseren belehrt: Der Vollblut-Gastronom wirkt entspannt, optimistisch und mit sich und der Welt im Reinen. „Corona ist auch eine Möglichkeit, sich zu ordnen und neu zu erfinden“, sagt Andi Cordes und erzählt von der neuen Karte, der Umgestaltung der Räume, dem neuen Online-Shop und von der Präsenz in den sozialen Medien.

„Hinsetzen und ausruhen, das ist falsch. Man muss auch mal die Scheuklappen abnehmen“, rät das Ehepaar Cordes. Denn nur so, sind sich die beiden sicher, kann man diese Krise meistern. Nicht nur für sich, sondern auch und vor allem für seine engagierten Mitarbeiter: „Wir haben eine Verantwortung für sie.“

Der persönliche Kontakt fehlt

„Natürlich würden wir viel lieber unsere Gäste wieder persönlich begrüßen“, betonen Andi und Moni Cordes und blicken sich in ihrem Lokal um. Dort, wo er sonst mit seinen Stammgästen an der Theke einen Plausch hält, wo sämtliche Tische belegt sind und fröhliches Stimmengewirr durch die Tischreihen flattert, ist es still. Schon seit Monaten.


Von Mitte März bis Mitte Mai war das „Ambiente“ im ersten Lockdown geschlossen. Während dieser Zeit halfen Andi und Moni Cordes bei Sohn Maik Schröder im gemeinschaftlichen Objekt „Needles and Pins“ aus. „Für ein Außer-Haus-Konzept hatten wir hier im ‚Ambiente‘ noch nicht die Voraussetzungen“, sagt Andi Cordes.

Das Ehepaar Andi und Moni Cordes versucht, das Beste aus der Situation zu machen.

Im Mai durften die Gastronomen unter strengen Auflagen wieder öffnen. Sein ältester Stammtisch, alle um die 90, gehörte zu den ersten Gästen. „Weil sie sich hier sicher fühlen. Unsere Maßnahmen wecken bei ihnen Vertrauen“, ist sich der 63-Jährige sicher.

Dafür hat Ehepaar Cordes auch einiges investiert: „Für die Vorleistung, wieder öffnen zu dürfen, haben wir 1.500 Euro ausgegeben, kannenweise Desinfektionsmittel gekauft, abwaschbare Tischdecken angeschafft, eine kontaktlose Karte eingeführt und vieles mehr.“ Jeder Cent habe sich gelohnt, sind die beiden überzeugt: „Wenn man älter wird, ist man vorsichtiger. Wir haben unseren Gästen gegenüber eine Verantwortung.“

Ohne geht's nicht: Desinfektionsmittel am Eingang des Bistros.

Den gesamten Sommer nutzten Andi Cordes und seine Frau Moni, um ein Konzept für eine mögliche zweite Schließung auszuarbeiten. Die kam Anfang November. Seitdem hat das Ehepaar den Außer-Haus-Verkauf weiter ausgebaut, ebenfalls unter strengen Auflagen: Die Kunden können Essen vorbestellen und zu reservierten Terminen abholen, so dass es keine Menschenansammlungen gibt.


Und wie läuft es? „Gut“, antwortet Andi Cordes und dankt vor allem seiner Frau Moni, die „mir viel Arbeit abgenommen hat und uns vor allem in den sozialen Medien durch ihre offene, freundliche Art weiter gebracht hat“. Und seinem Team: „Alle ziehen hier an einem Strang und geben alles dafür, dass der Laden weiter läuft.“

„Wir sitzen alle im gleichen Boot“

Genau das ist es, was dem Gastronom im Moment in der Gesellschaft fehlt: Zusammenhalt. „Wir sitzen alle im gleichen Boot. Keiner sollte auf dem anderen rumhacken – wir sind alle aufeinander angewiesen.“

Dass die Zeiten nicht einfach sind, können Andi und Moni Cordes aus eigener Erfahrung bestätigen: Die Novemberhilfe kam Ende Januar an, die Dezemberhilfe gerade erst. „Wir leben momentan am Existenzminimum und müssen ganz schön kratzen. Aber solange wir ein Dach über dem Kopf und etwas zu essen haben, wollen wir uns nicht beschweren.“

Passend zur Situation: Dieser Spruch ist den Gästen des „Ambiente“ bestens bekannt.

Die Ängste und Sorgen vieler Gastronomen, Einzelhändler und anderer Betroffener können die Betreiber des „Ambiente“ absolut nachvollziehen. Nicht aber das Gezeter und Gemecker einiger Menschen. „Wir können uns nicht bockig auf den Boden schmeißen und mit den Beinen strampeln. Jetzt geht es drum, dass wir uns selbst disziplinieren und versuchen, mit den Mitteln, die wir haben, das Beste aus der Situation zu machen.“


So traurig und schwierig die momentane Situation auch ist: Andi und Moni Cordes stecken den Kopf nicht in den Sand: „Diese negativen Erfahrungen haben uns persönlich viel Positives gebracht. Man muss versuchen, optimistisch an die Sache ranzugehen, sonst machen wir uns die Seele kaputt.“

Und nachdenklich fügt der Gastronom hinzu: „Ich weiß nicht, wofür es gut ist, aber vielleicht hat uns von oben mal einer einen auf den Deckel gegeben.“

Ein Artikel von Kerstin Sauer

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