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Lennestadt, 11.09.2021

Smily Kids feiern Jubiläum

„Die Alkohol-Sucht meiner Mutter war ständig in meinem Kopf“

Mit 9 Jahren malte Paul dieses Bild, nachdem er von seiner Mutter versetzt wurde.
Mit 9 Jahren malte Paul dieses Bild, nachdem er von seiner Mutter versetzt wurde.
Christine Schmidt
Lennestadt. Kinder aus suchtbelasteten Familien helfen: Das macht Christa Gattwinkel seit 25 Jahren. Vor einem Vierteljahrhundert hat sie die „Smily Kids“ gegründet und feiert am Samstag, 18. September, Jubiläum. Paul (Name geändert) erzählt, wie es ihm mit der Alkohol-Sucht seiner Mutter ergangen ist

Heute ist Paul 15 Jahre alt und ihm geht es gut. Das war nicht immer so. Seine Mutter ist Alkoholikerin. Damit hatte er jahrelang zu kämpfen. Christa Gattwinkel nahm ihn bei den Smily Kids an die Hand.

Zum Hintergrund: Schon als kleines Kind bekommt Paul die Sucht seiner Mutter mit. Das Jugendamt nimmt der Frau den Jungen weg und er kommt in ein Kinderheim. Jetzt lebt Paul schon seit einigen Jahren bei einer Pflegefamilie. Der Kontakt zur leiblichen Mutter bestand immer.

Ausflug geplatzt

Zum Gespräch hat Paul ein Bild dabei, das er mit 9 Jahren gemalt hat: ein gebrochenes Herz. Christa Gattwinkel kann sich noch an die Geschichte erinnern.


Die Mutter des Jungen hatte versprochen, mit ihm zum Dortmunder Weihnachtsmarkt zu fahren. Doch dazu kam es nie. Sie hatte getrunken und ihren Sohn sitzen lassen. Eine Enttäuschung, die Paul bis heute nicht vergessen hat, erzählt er. Diese Situation und ein geplatztes Weihnachtsfest seien Ereignisse, die hängen bleiben.

Seine Pflegemutter fragte Christa Gattwinkel um Rat. „Ich fragte Paul dann, wie er sich fühlt“, so Gattwinkel. „Wütend“, antwortete der kleine Junge. Und Christa Gattwinkel ließ ihn seine Wut aufmalen: ein zerbrochenes Herz.

Kampf gegen die Sucht

Oft wurde Paul von seiner Mutter wegen des Alkohols sitzengelassen. Heute weiß der Jugendliche, dass die Sucht eine Krankheit ist, gegen die man schnell verliert. „Man muss den Kindern immer wieder sagen, dass sie nicht Schuld sind, und ihr Selbstwertgefühl wieder aufbauen“, sagt Christa Gattwinkel.


In den Gruppenstunden der „Smily Kids“ hört sie ihnen zu. „Das ist so wichtig“, sagt Gattwinkel. Irgendwann spreche jedes Kinder. „Sie wissen, dass ihre Sorgen im geschützten Raum bleiben und ich ihnen glaube.“

Paul will sich um die Mutter kümmern

Paul erzählt, dass die Alkoholsucht seiner Mutter rund um die Uhr in seinem Kopf war. „Ich wollte mich um sie kümmern. Ich wollte irgendwas machen, damit es aufhört“, erzählt der Teenager.

Auch in der Schule machte sich die Sucht durch Pauls auffälliges Verhalten bemerkbar. „Ich habe mich anders verhalten, was der Sucht geschuldet war“, weiß der junge Mann heute.

Offen in der Schule drüber gesprochen

„In der vierten Klasse habe ich dann erzählt, dass ich eine alkoholkranke Mutter habe“, erinnert er sich. Auch auf der weiterführenden Schule sprach er seine Probleme direkt an. Ihm ging es besser damit – auch wenn sich anfangs ein paar Mitschüler lustig machten.


Heute hat Paul bei Freunden und Mitschülern keine Probleme mehr. Das Thema sei so gut wie gar nicht mehr in seinem Kopf. Er hat gelernt, damit umzugehen. „Es ist ihr Leben“, sagt Paul, und man könne eine Sucht nicht beeinflussen.

Kontakt liegt auf Eis

Um sich zu schützen, hat der Jugendliche keinen Kontakt mehr zu seiner Mutter. Durch eine Therapie hat er einen Weg gefunden loszulassen. Zu den Smily Kids kommt er weiterhin.

„Bevor ich in die Gruppe gegangen bin, habe ich gar nicht gemerkt, wie sehr mich die Sache bedrückt hat“, sagt Paul. Auch wenn er anfangs schüchtern gewesen sei, irgendwann habe er sich geöffnet und gemerkt, wie gut es tut, über das Geschehene zu sprechen.

Kinder sollen wieder fröhlich sein

Dass diesen Weg auch weiterhin Betroffene finden, das wünscht sich Christa Gattwinkel zum 25-jährigen Jubiläum. „Dass Kinder und Eltern Hilfe finden, damit die Kinder wieder fröhlich werden“, sagt sie. Genau so fröhlich zu sein, wie Paul es geschafft hat.

Info

Die Gruppe „Smily Kids“ wurde September 1996 von Christa Gattwinkel geründet. Seitdem findet alle vier Wochen, am dritten Samstag im Monat, in Altenhundem ein Treffen statt. Christa Gattwinkel arbeitet ehrenamtlich für den Kreuzbund im DV Paderborn.

Die Gruppe findet man auch unter “Smily Kids“ bei YouTube und bei Facebook

Ein Artikel von Christine Schmidt

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