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Lennestadt, 30.11.2021

Ein Interview zum Abschied

Letzter Arbeitstag für Tourismus-Experte Clemens Lüdtke

Zum letzten Mal sitzt Clemens Lüdtke an seinem Schreibtisch, bevor er ihn räumt und sich in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.
Zum letzten Mal sitzt Clemens Lüdtke an seinem Schreibtisch, bevor er ihn räumt und sich in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.
Kerstin Sauer
Lennestadt. Fast 30 Jahre lang leitete er die Geschicke des heimischen Tourismus, erlebte und gestaltete große Momente und Projekte in der Ferienregion Lennestadt-Kirchhundem. Am heutigen Dienstag, 30. November, hat Clemens Lüdtke seinen letzten Arbeitstag. Mit LokalPlus blickte er auf diese drei Jahrzehnte zurück - und prophezeit: „Der Tourismus ist gut aufgestellt!“

Abschied nach fast 30 Jahren als Mr. Tourismus – mit einem lachenden oder einem weinenden Auge?

Mit einem zufriedenen Auge. In den Jahren hat sich natürlich viel verändert – positives und nicht so positives. Es war aber eine äußerst abwechslungsreiche Zeit, die geprägt war durch viele Kontakte zu Menschen aus nah und fern. Dies war auch, wie man so sagt, „das Salz in der Suppe“ des Jobs. Ich hatte mir 1992, als ich die Nachfolge von Adolf Dolle angetreten habe – und seine Fußstapfen waren sehr groß -, nicht vorstellen können, dass dies „mein Dingen“ ist.

Mit dem Werbebus unterwegs

Blick zurück zum Start: Welche Aufgaben hatten Sie damals?


In den Anfangsjahren waren die Aufgaben kleinteiliger und beschaulicher, d.h. der Tourismus, damals Fremdenverkehr, spielte noch nicht so eine Rolle wie heute. Die Infrastruktur war für Gäste und somit auch für die Bürger nicht so ausgeprägt.

Ich kann mich erinnern, dass wir damals versucht haben, mit der touristischen „Drei-Täler-Broschüre“ in unseren Zielgebieten Rhein/Ruhr zu werben. Dies ging bis vor Jahren noch alles überwiegend mit Anzeigen in den Print-Medien oder wir sind personell auf Werbebus-Einsätze in die Zielgebiete gefahren. Für die damalige Zeit war das auch ok.


Ein Geschenk seiner lieben Kolleginnen - jetzt nimmt Clemens Lüdtke seinen Hut und überlässt seinem Team das Büro, das seiner Meinung nach „mit den jungen Kolleginnen top besetzt ist“.

Und wie haben sich diese Aufgaben im Laufe der Jahre verändert – wie hat sich der Tourismus verändert?

Das Freizeitverhalten der Menschen hat sich verändert. Das hat natürlich auch Auswirkungen auf den Tourismus. Die Gäste suchen gezielt nach Abwechslung bzw. Freizeitangeboten, wobei Qualität, Ruhe, Natur und Gesundheit eine gewichtige Rolle spielen. Dies hat sich in der Zeit der Pandemie noch verstärkt. Hinzu kommt, dass sich durch die Neuausrichtung des Sauerland-Tourismus sowie der Gründung der TAG Lennestadt & Kirchhundem im Jahr 2005, im Übrigen der richtige Schritt für beide Kommunen, das Aufgabenspektrum wesentlich verändert hat.

Gründung der TAG ein Meilenstein

Was war in den 30 Jahren Ihr absolutes berufliches Highlight?


Touristisch gesehen war, wie soeben gesagt, die Gründung der TAG ein „Meilenstein“. Dazu gehört aber auch die Umsetzung des Projektes „TalVITAL“ und natürlich die kürzlich erfolgte Zertifizierung von Saalhausen zum Kneippkurort. Des Weiteren Projekte zur Wander- und Rad-Infrastruktur, wie die Installierung des Wander-Wege-Leit-Systems, der Veischeder Sonnenpfad oder im Bereich Radfahren die Umsetzung und Beschilderung des landesweiten Radwegenetzes.

Durch die (Mit)Tätigkeiten u.a. in den Bereichen Städtepartnerschaft mit Otwock und „Unser Dorf hat Zukunft“ (früher „Unser Dorf soll schöner werden“) haben sich hieraus auch absolute Highlights ergeben. Wie zum Beispiel die Radtour mit 37 Teilnehmern nach Otwock, die Präsentation des Golddorfes Milchenbach als „Länderverteter“ NRW auf der „Grünen Woche“ in Berlin oder die Fahrten mit den Dörfern Kirchveischede und Milchenbach zu den Preisverleihungen im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ nach Berlin.

Für seine jungen Kolleginnen Lisa Steinbach (vorne) und Nachfolgerin Luisa Möser (hinten) hat Clemens Lüdtke nur lobende Worte parat: „Der Tourismus ist mit ihnen gut aufgestellt.“

Und was war Ihr größter Reinfall?

Ich glaube, ich habe nicht bei allen Entscheidungen richtig gelegen. Das wäre auch vermessen, wenn man dies sagen würde. Aber ein größerer Reinfall fällt mir im Moment nicht ein.

Mit welchem Slogan würden Sie die Ferienregion Lennestadt-Kirchhundem beschreiben?

Authentisch, freundlich, naturnah: „Zentral im Sauerland – mitten am Rothaarsteig“

Neue Wege gehen

Ist der Tourismus in Lennestadt-Kirchhundem auch ohne Mr. Tourismus gut aufgestellt?

Auf jeden Fall! Die Ausrichtung der Infrastruktur sowie die Beherbergungsbetriebe stehen gut da und die handelnden Akteure haben eine „positive Strahlung“. Das Team der TAG ist mit jungen Kolleginnen top besetzt. Wichtig ist hier, dass durch sie „neue“ Wege insbesondere im Marketing (Thema Social Media) gegangen werden. Wichtig ist für das Team, dass stets die „Rückendeckung“ von Politik und Verwaltung gegeben ist. Und da muss ich sagen, dass dies in meiner Amtszeit immer gegeben war. Auf jeden Fall wünsche ich dem Team alles erdenklich Gute.

Clemens Lüdtke geht – in den Ruhestand oder in den Unruhestand?

Naja, wichtig ist zunächst mal, dass man gesund bleibt. Aber ganz ohne Aufgaben werde ich wohl nicht bleiben. An dieser Stelle möchte ich mich bei allen Weggefährten recht herzlich für die tolle Zusammenarbeit und das Vertrauen bedanken. Wie sagte Franz Beckenbauer: „Schaun mer mal, dann sehn mer scho.“

Ein Artikel von Kerstin Sauer

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