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Lennestadt, 18.04.2021

Interview mit der neuen Leiterin Sabine Tigges

Sekundarschule: Eine Schule, die für alle da ist – bunt und individuell

Sabine Tigges hat die Sekundarschule Hundem-Lenne gemeinsam mit ihrem Vorgänger Bernd Holzapfel aufgebaut - und möchte den Weg nun als Schulleiterin weiter gehen.
Sabine Tigges hat die Sekundarschule Hundem-Lenne gemeinsam mit ihrem Vorgänger Bernd Holzapfel aufgebaut - und möchte den Weg nun als Schulleiterin weiter gehen.
Kerstin Sauer
Meggen/Kirchhundem. Den einzelnen Schüler, seine individuellen Leistungen und seine Persönlichkeit – das möchte Sabine Tigges in den Fokus ihrer Arbeit setzen. Kurz vor den Osterferien hat die 59-Jährige die Leitung der Sekundarschule Hundem-Lenne übernommen. Eine große Aufgabe, wie die bisherige stellvertretende Schulleiterin weiß – doch sie ist startklar, die neuen Herausforderungen anzunehmen, wie sie im LokalPlus-Interview betont.

Der Schritt an die Spitze der Sekundarschule Hundem-Lenne – war das ein großer?

Ich war seit 1996 Lehrerin an der Hauptschule Kirchhundem, 2009 habe ich die Schulleitung übernommen. Das, was wir über die Jahre hinweg an der Hauptschule entwickelt hatten, wollte ich mitnehmen in die Sekundarschule, die 2014 gegründet wurde, und habe mich dort als stellvertretende Schulleiterin beworben. Ähnlich war es jetzt: Ich habe kurz überlegt, ob ich den Schritt in die Schulleitung noch gehen möchte. Und habe mich, wie damals, dafür entschieden, denn ich möchte den Weg der Sekundarschule weiter mitgestalten und das nicht anderen überlassen, die das System gar nicht kennen.


Was möchten Sie von Ihrem Vorgänger Bernd Holzapfel übernehmen, was anders machen?

Bernd Holzapfel und ich waren uns in unserem demokratischen Führungsstil sehr einig. Wir sehen die Sekundarschule als Teamschule und ich habe viel von ihm gelernt. Wir haben gut zusammengearbeitet und uns gut ergänzt. Aber da ich ein anderer Typ bin, werde ich dementsprechend auch andere Schwerpunkte setzen.

„Hier ist Ihr Kind richtig“

Auch nach so vielen Jahren muss die Sekundarschule immer noch um Anerkennung kämpfen. Woran liegt das?


Auch wenn es die Sekundarschule Hundem-Lenne schon seit 2014 gibt, ist das System der Schule noch nicht so bekannt. Eltern und Großeltern kennen noch das dreigliedrige System aus Haupt-, Realschule und Gymnasium. Die Sekundarschule ist etwas Neues. Viele wissen nicht, was sich in dem Paket befindet, und gehen lieber den Weg, den sie kennen. Mein Ziel ist es, unsere Schule weiter nach vorne zu bringen und den Eltern zu vermitteln: Hier ist Ihr Kind richtig, hier geben wir Ihrem Kind einen Lebensraum, wo es sich in seinem eigenen Tempo und mit seinen eigenen Möglichkeiten entwickeln kann.

Warum sind Sie vom System Sekundarschule so überzeugt?


Ich bin überzeugt davon, dass jedes Kind es verdient, individuell gefördert zu werden und Zeit haben sollte, seinen eigenen Weg zu gehen. Und hier können die Kinder einen tollen Weg gehen: Sie bereichern sich gegenseitig. Es ist so schön zu sehen, wie die Schüler miteinander umgehen, wie sie sich helfen und – aufgrund verschiedener Herkünfte und Nationalitäten – voneinander lernen.

Warum sind viele Schüler bei Ihnen besonders gut aufgehoben?

Die Sekundarschule bietet Kindern mit allen Übergangsempfehlungen erst einmal den Raum, gemeinsam, voneinander und miteinander zu lernen, ohne nach der Grundschule schon in Schubladen einsortiert zu werden. Ab Klasse 7 bieten wir dann Differenzierungen, die breiter gefächert sind als in anderen Schulformen. Fachlich ist beispielsweise nicht festgelegt, dass ein Schüler Französisch wählen muss, um einen höheren Abschluss zu erreichen – er kann beispielsweise auch einen technischen oder einen naturwissenschaftlichen Schwerpunkt setzen. Es gibt einfach Kinder, die andere Stärken haben. Warum sollten sie nicht auch die Möglichkeit bekommen, das Abitur anzustreben?

Hier erhalten die Schüler die Chance, aus ihrer Bandbreite an Begabungen zu wählen. Und sie haben damit Erfolg: Ein Drittel unseres ersten Abschlussjahrgangs wurde mit der Qualifikation zum Gymnasium entlassen. Das heißt aber nicht, dass mein Fokus darauf liegt, dass möglichst viele Schüler Abitur machen: Wir sind genauso stolz auf die Kinder, die einen anderen Abschluss nach ihren Fähigkeiten und Interessen machen.

Startklar für die neue Aufgabe: Schulleiterin Sabine Tigges.

Was sind Ihre Wünsche für die Zukunft?

Ich möchte, dass die Sekundarschule als eine Schule gesehen wird, die für alle da ist. Wir sind eine bunte Gesellschaft und haben den Auftrag, alle entsprechend ihrer Fähigkeiten zu fördern. Ich wünsche mir, dass sich die Sekundarschule als eine attraktive Alternative neben den Gymnasien in der Region etabliert.

Herausforderung Corona: Wie läuft es?

Es ist natürlich nicht das Arbeiten, wie wir es uns wünschen. Wir haben einen Erziehungs- und Bildungsauftrag. Derzeit können wir aber nur dem Bildungsauftrag nachkommen. Für Kinder aller Jahrgangsstufen, die zu Hause nicht die entsprechenden Voraussetzungen zum Lernen haben, haben wir während der ganzen Zeit, auch während des Lockdowns, eine Unterstützungsgruppe in der Schule angeboten.

Was den Schülern und uns fehlt, sind die persönlichen Kontakte und das Miteinander im Unterricht. Ich glaube, dass das, was derzeit an Bildung nicht geleistet werden kann, aufzuholen ist. Aber beim Thema „Soziales Miteinander“ und zwischenmenschliche Beziehungen kommen große Herausforderungen auf uns zu. Vielleicht besonders bei uns, weil wir eine so vielfältige Schülerschaft haben.

Unser Ziel ist es, nach der Pandemie viele Angebote in Form von AGs für die Schüler zu schaffen, die ihnen ermöglichen, Verantwortung zu übernehmen und Gemeinschaft zu erleben. Dafür ackern wir gerade, wir schaffen Räume und suchen außerschulische Partner. Und ich bin mir sicher: Mit unserem jungen und engagierten Team werden wir diese Herausforderung meistern.

Ein Artikel von Kerstin Sauer

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