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Lennestadt, 11.02.2021

Alternativ-Konzept in der Pandemiezeit

Trauer-Café Altenhundem: Zuhören und Halt geben – jetzt telefonisch

Rita Schauerte (l.) und Tanja Hilden stellten das neue Angebot des Trauer-Cafés vor: „In Pandemiezeiten sind wir weiterhin für unsere Gäste da, und zwar telefonisch.“
Rita Schauerte (l.) und Tanja Hilden stellten das neue Angebot des Trauer-Cafés vor: „In Pandemiezeiten sind wir weiterhin für unsere Gäste da, und zwar telefonisch.“
Kerstin Sauer
Altenhundem. „Jeder trauert individuell.“ Rita Schauerte weiß, wovon sie spricht: Seit vielen Jahren leitet sie das Trauer-Café im Caritas-Zentrum Altenhundem. Ein Anlaufpunkt für Trauernde, ein Unterstützungsangebot für Menschen, die einen Lieben verloren haben. Während der Corona-Pandemie darf das Café nicht öffnen, doch Rita Schauerte und ihr Team sind trotzdem da für diejenigen, die sprechen möchten. Und zwar am Telefon.

Rita Schauerte und Tanja Hilden, Leiterin Sozialer Dienst im Caritas-Zentrum Lennestadt, haben zum Gespräch eingeladen. Gerade in dieser außergewöhnlichen Zeit, in der soziale Kontakte auf ein Minimum beschränkt werden müssen, ist es den beiden Frauen wichtig zu betonen: „Wir sind weiterhin für Trauernde da.“

Abschiednehmen in Zeiten der Pandemie

Denn, so erklärt Rita Schauerte: „Abschied zu nehmen ist immer schwer. Durch die Pandemie haben Trauernde aber im Moment eine zusätzliche Belastung: Sie dürfen, vor allem im Krankenhaus, nicht richtig Abschied nehmen.“ Hinzu kommen Unsicherheiten und Sorgen: Wie darf die Beerdigung stattfinden? Darf ich jemanden umarmen? Ihm die Hand reichen? „Rituale wie Totengebete und Beerdigungen geben auch Halt“, weiß Tanja Hilden – in Corona-Zeiten bekommt das Abschiednehmen aber ein ganz anderes Gesicht.

Zuhören und einander Halt geben bekommen da eine ganz neue Bedeutung. „Trauernde brauchen Unterstützung“, weiß Rita Schauerte. Gemeinsam mit zwei ausgebildeten ehrenamtlichen Trauerbegleitern und einer weiteren, die gerade die Ausbildung absolviert, bietet sie Trostsuchenden ein offenes Ohr und eine helfende Hand. Normalerweise – neben der Einzelbegleitung – im Trauercafé, das an jedem ersten Donnerstag im Monat von 16 bis 18 Uhr im Caritashaus in Altenhundem stattfindet.

„Alle haben die gleichen Sorgen“

„Es ist immer unterschiedlich, wie viele Gäste kommen“, berichtet Rita Schauerte. Mal mehr, mal weniger. Vorwiegend ältere Menschen, die ihren Partner verloren haben, aber auch Jüngere, die um die Großeltern trauern. Alter, Religion, Wohnort: Jeder ist willkommen. Und so unterschiedlich die Gäste sind, eins weiß die Trauer-Begleiterin: „Letztlich haben alle vom Grundsatz her die gleichen Sorgen.“


Im Trauer-Café treffen sich Menschen, die einander verstehen. Auch ohne große Worte. Die einander helfen. Da berichtet die eine, dass in ihrem Umfeld schon lange wieder der Alltag eingekehrt ist - sie aber nicht in ihren Alltag zurückfindet. Da erzählt der andere, dass es ihm vorkommt, als sei seine Frau erst gestern gegangen – dabei liegt ihr Tod schon Monate zurück. Und ein dritter Gast sagt traurig: „Es will niemand mehr hören um mich herum.“

Rita Schauerte freut sich auf die Gespräche mit ihren Gästen.

Hier, im Trauer-Café findet er Menschen, die ihm zuhören. Wer möchte, kann sich in der Begrüßungsrunde vorstellen, wer sich zurückhalten möchte, darf auch das. Beim gemeinsamen, einfachen Abendbrot brennt eine Kerze für die Verstorbenen.

„Es gibt kein Richtig oder Falsch“

Reden, zuhören, schweigen, unterstützen – alles ist erlaubt im Trauer-Café. „Es gibt kein Richtig und Falsch“, betont Rita Schauerte. Denn die Expertin weiß: „Jeder Mensch hat seinen eigenen Trauer-Rucksack: Darin verpackt ist alles, was uns in der Trauer unterstützt – der eine hat mehr Material, der andere weniger.“

Auch oder vor allem in der Pandemiezeit möchten die Trauerbegleiter weiterhin für ihre Gäste da sein. Rita Schauerte erklärt: „Solange das Café nicht stattfinden darf, bieten wir zu derselben Zeit – jeden ersten Donnerstag im Monat von 16 bis 18 Uhr – Telefongespräche an.“ Wer auch außerhalb dieser Zeit das Bedürfnis hat, mit einer der Trauerbegleiterinnen zu sprechen, kann in der Verwaltung einen Termin für ein Einzelgespräch vereinbaren.

Infos:

Die Trauerbegleiterinnen sind an jedem ersten Donnerstag im Montag zwischen 16 und 18 Uhr unter Tel.: 02723/95 56 - 8238 erreichbar.


Um Termine abzusprechen oder weiter Anliegen zu äußern ist die Verwaltung täglich unter Tel.: 02723/95 56-0 erreichbar.

Ein Artikel von Kerstin Sauer

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