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Wenden, 13.07.2021

Interesse in Wenden und Drolshagen überschaubar

Bürgermeister Clemens sorgt sich um Glasfasernetz: Chance kommt nie wieder

Kommt der Glasfaser-Ausbau in Wenden?
Kommt der Glasfaser-Ausbau in Wenden?
Deutsche Glasfaser/M.. Bader
Wenden/Drolshagen. Homeoffice und Homeschooling haben es eindrucksvoll vor Augen geführt: Das Internet-Tempo lässt in vielen Haushalten zu wünschen übrig. So mancher wünscht sich einen schnellen Anschluss, bei dem Streaming-Dienste flüssig laufen statt zu ruckeln. In Wenden und Drolshagen wird den Haushalten modernstes Internet angeboten – mit Glasfaser bis ins Haus. Doch die Skepsis ist offenbar groß, denn die Nachfrage hält sich vielerorts in Grenzen.

Dabei tickt die Uhr, denn das Angebot der Firma Deutsche Glasfaser, im Zuge des staatlich geförderten Schließens der letzten weißen Flecken auch privatwirtschaftlich ganze Ortschaften ans Turbo-Internet anzuschließen, läuft bald aus. In der Gemeinde Wenden ist am kommenden Samstag, 17. Juli, die Deadline, in der Stadt Drolshagen endet die Frist eine Woche später, am 24. Juli.

Bisher nur Brün über 40 Prozent

13 Ortschaften haben im Wendener Land die Chance, ans Glasfasernetz angeschlossen zu werden, neun sind es im Drolshagener Stadtgebiet. Voraussetzung ist allerdings, dass 40 Prozent der Haushalte in jedem einzelnen Ausbaugebiet einen Vertrag mit der Deutschen Glasfaser unterzeichnen.

Doch davon ist man in den meisten Wendener Orten noch weit entfernt (Stand 8. Juli). Nur Brün hat mit 50 Prozent diese Marke schon locker geschafft, in Elben (35), Dörnscheid (31) und Ottfingen (30) ist sie zumindest in Sichtweite. In Hünsborn, Wenden, Möllmicke und Gerlingen liegt der Anteil der Haushalte, der bislang einen Vertrag unterzeichnet hat, hingegen nur bei mageren 15 bis 19 Prozent.

Clemens: Mache mir große Sorgen

Bürgermeister Bernd Clemens kann die Zurückhaltung überhaupt nicht nachvollziehen. „Ich mache mir ganz große Sorgen, dass viele Leute die Riesenchance verpassen, schnelles Internet zu bekommen. Es wird nie wieder die Möglichkeit geben, dass ein Privatunternehmen hier im ländlichen Raum alle Straßen in den Orten ausbaut.“


Clemens ist traurig und ratlos, dass die Mehrheit der Bevölkerung die Chance nicht beim Schopfe packt. Warum? „Die Mehrheit der Leute beschäftigt sich nicht genug mit dem Thema. Es gibt sogar welche, die Gegenwind machen und Unwahrheiten über die Deutsche Glasfaser verbreiten“, berichtet der Bürgermeister.

Der Wendener Bürgermeister Bernd Clemens.

„Wir in der Verwaltung haben alles getan und ich persönlich auch. Wir haben mit den Ortsvorstehern gesprochen und klären die Leute auf, dass sie keine langfristigen Bindungen eingehen und nach zwei Jahren wechseln können. Sie haben auch keine doppelten Kosten. Ich spreche mit jungen Leuten und sage denen: Ihr müsst eure Eltern überzeugen, denn so eine Chance kommt nicht wieder“, erzählt Clemens.

Das Gemeindeoberhaupt will sich gar nicht vorstellen, dass in den meisten Orten die 40 Prozent nicht erreicht werden und der Ausbau dann dort scheitert. „Dann hätten wir die absurde Situation, dass abgelegene Gehöfte über das staatlich geförderte Programm Glasfaser bekommen, große Orte wie Wenden oder Hünsborn aber nicht. Um es bildlich zu sagen: Die Kühe sind dann voll digital und in Wenden gucken wir in die Röhre.“

„Unentschlossene sollten in sich gehen“

Auch Drolshagens Bürgermeister Uli Berghof hofft darauf, dass in den kommenden anderthalb Wochen noch möglichst viele Haus- und Wohnungseigentümer einen Vertrag unterschreiben, um sich den Glasfaseranschluss zu sichern.


Wer bis zum 24. Juli unterschreibt, bekommt keine Kosten für die Errichtung des Anschlusses im eigenen Gebäude in Rechnung gestellt, was sonst mindestens 750 Euro kostet. Berghof: „Alle Unentschlossenen sollten in sich gehen. Ein schneller Glasfaseranschluss ist ein wunderbares Angebot und eine hervorragende Chance.“

Beim symbolischen Spatenstich für den geförderten Ausbau (von links): Bürgermeister Bernd Clemens, Bürgermeister Ulrich Berghof und Landrat Theo Melcher.

Doch auch im Drolshagener Land herrscht offenbar Skepsis vor. Nur Schreibershof und Herpel liegen mit 32 bzw. 31 Prozent in der Nähe der geforderten 40-prozentigen Anschlussquote. In Wegeringhausen haben bisher nur zehn und in Drolshagen 17 Prozent der Eigentümer einen Vertrag unterschrieben (Stand 8. Juli).

„Dass leider viele skeptisch sind, liegt daran, dass die Menschen den Mehrwert eines Glasfaseranschlusses nicht erkennen“, glaubt Berghof. Auch wer jetzt mit dem Internet-Tempo zufrieden sei, müsse wissen, dass der technische Fortschritt immer schneller und immer stärker Fahrt aufnehme. Berghoff: „Die Zeiten, in denen viel mehr Bandbreite nötig ist, werden schneller kommen als viele glauben.“ Und nennt Telemedizin, smarte Haushaltsgeräte und Videokonferenzen nur als einige Beispiele.

Glasfaser-Leitungen.

Ob in Wenden oder Drolshagen – beide Bürgermeister hoffen, dass auf den letzten Drücker noch möglichst viele Einwohner die Vorteile und Zukunftschancen der schnellen Glasfaser erkennen und einen Vertrag unterzeichnen, bevor die Fristen ablaufen. Damit die beiden Kommunen nicht den Trend der Zeit verpassen, denn, so sind sich Bernd Clemens und Uli Berghof einig: „Diese Chance wird wahrscheinlich nie mehr wiederkommen.“

Hintergrund
  • Im Rahmen des geförderten Gigabitausbaus wird die Deutsche Glasfaser in den nächsten Jahren rund 2.500 Haushalte in den derzeit noch vorhandenen weißen Flecken im Kreis Olpe mit Glasfaseranbindung erschließen.
  • Neben dem geförderten Ausbau sieht die Deutsche Glasfaser ein Potenzial von weiteren insgesamt 30.000 Glasfaseranschlüssen im gesamten Kreis Olpe. Diese sollen rein privatwirtschaftlich erschlossen werden. Dazu müssen die Bürger aber mitmachen.
  • Firmenvertreter Günter Schwab: „Mindestens 40 Prozent der Haushalte in den privatwirtschaftlichen Ausbaugebieten müssen einen Tarif bei Deutsche Glasfaser buchen. Ist die Quote erreicht, erhalten sie einen Glasfaseranschluss ohne Anschlusskosten.“
  • Die Hausanschlüsse bei den Endkunden werden in der Regel mittels einer Erdrakete hergestellt. Diese bohrt sich von der Grundstücksgrenze unterirdisch bis zur Hauswand, so dass auf den Grundstücken bis auf eine kleine Anschlussgrube so gut wie keine Erdarbeiten stattfinden müssen.

Ein Artikel von Wolfgang Schneider

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