Nachrichten Wirtschaft
Kreis Olpe, 01.12.2021

Abellio steigt aus Bahngeschäft in NRW aus

Direktvergabe für Ruhr-Sieg-Strecke geplant - ab Februar neuer Betreiber

Abellio stellt den Betrieb in NRW Ende Januar 2022 ein.
Abellio stellt den Betrieb in NRW Ende Januar 2022 ein.
Nils Dinkel
Kreis Olpe. Das Unternehmen Abellio beendet zum 31. Januar 2022 den Bahnbetrieb in Nordrhein-Westfalen. Im Kreis Olpe davon betroffen sind der Regionalexpress RE 16 und die Regionalbahn RB 91 mit Haltepunkten in Finnentrop, Grevenbrück, Meggen, Altenhundem, Kirchhundem und Welschen Ennest.

Die Geschäftsführung von Abellio in Nordrhein-Westfalen hat im Rahmen einer Betriebsversammlung in der Werkstatt Hagen erläutert, dass der Betrieb zum 31. Januar 2022 eingestellt und die Verkehre an neue Betreiber übergeben werden.

Betroffen davon sind die von Abellio NRW betriebenen Linien von S-Bahn Rhein-Ruhr, Rhein-Ruhr-Express, Niederrhein-Netz, Ruhr-Sieg-Netz und S7/Der Müngstener. Durch eine mit den Aufgabenträgern vereinbarte Fortführungsvereinbarung ist der Fahrgastbetrieb bis Ende Januar gesichert.

Aufgabenträger lehnen Angebot ab

Das letzte Langfrist-Angebot vom 22. November von Abellio war seitens der Aufgabenträger abgelehnt worden (LokalPlus berichtete). Ziel des Unternehmens mit Sitz in Hagen ist es nun, die mehr als 1.000 Arbeitsplätze zu sichern. Einer geordneten Übergabe stehe Abellio, dessen Sitz in Hagen schließt, offen gegenüber. „Abellio wird dazu im Interesse der Fahrgäste und der Beschäftigten die erforderlichen Vorkehrungen treffen“, heißt es in einer Medieninformation.


„Die Aufgabenträger haben parallel zu den Verhandlungen Notvergaben für die fünf von Abellio in NRW befahrenen Netze ab 1. Februar 2022 eingeleitet. Für die Übernahme von Leistungen im Rahmen einer Notvergabe wurde Abellio seitens der Aufgabenträger nicht eingeladen“, teilt Abellio mit.

Mitarbeiter informiert

Ronald R.F. Lünser (VRR-Vorstandssprecher), Joachim Künzel (NWL-Geschäftsführer) und Heiko Sedlaczek (NVR-Geschäftsführer) informierten die Mitarbeiter über die Gründe des Scheiterns der Verhandlungen. „Nachdem Abellio-Geschäftsführung und -Gesellschafter mehrere unzureichende Angebote abgegeben hatten, hatte das Unternehmen angekündigt, am derzeit laufenden Ausschreibungsverfahren zur Direktvergabe nicht teilnehmen zu wollen“, heißt es in einer Presseerklärung der Aufgabenträger.

Heiko Sedlaczek (NVR-Geschäftsführer), Ronald R.F. Lünser (VRR-Vorstandssprecher), und Joachim Künzel (NWL-Geschäftsführer).

Die Prüfung auf Seiten der Aufgabenträger habe ergeben, dass es wenig wahrscheinlich sei, dass Abellio die geforderten Leistungen zuverlässig sicherstellen könne. „Die damit verbundenen Risiken wollen VRR, NWL und NVR weder ihren Fahrgästen noch den Arbeitnehmern auf Seiten der Abellio zumuten“, so die Aufgabenträger. Alle Mitarbeiter sollen bei den neuen Betreibern eine Beschäftigung erhalten.

Entscheidung fällt Mitte Dezember

Die drei Verkehrsbände setzen sich zwischen dem 9. und 14. Dezember zusammen, um über die Direktvergabe zu entscheiden. „Diese Interimslösung wird maximal zwei Jahre andauern. In dieser Phase folgt die reguläre Ausschreibung“, so Uli Beele, der Pressesprecher des Zweckverbandes Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL). Der Vergabeausschuss des NWL entscheidet hierüber am Dienstag, 14. Dezember. Über mögliche Interessenten wollte Beele nicht sprechen.

HLB an Ruhr-Sieg-Strecke interessiert

Bei der Hessischen Landesbahn (HLB) stößt die Fortführung der Verkehre in Nordrhein-Westfalen - und somit auch der durch den Kreis Olpe verlaufenden Ruhr-Sieg-Strecke - grundsätzlich auf offene Ohren. „Wir sind an allen Ausschreibungen beteiligt und immer an einem Wachstum interessiert. Wir bewerben uns sicherlich, wie unsere Mitbewerber auch“, so Sabrina Walter, HLB-Pressesprecherin.

Konkreter wollte die Pressesprecherin auf LokalPlus-Nachfrage nicht werden. Die Hessische Landesbahn verkehrt mit der Regionalbahn 92 im Kreis Olpe zwischen Finnentrop und Olpe.

Hintergrund:

Das Unternehmen Abellio Rail GmbH befindet sich aktuell im Schutzschirmhauptverfahren. Aufgrund einer mit den Aufgabenträgern geschlossenen Fortführungsvereinbarung ist der Verkehr bis zum 31. Januar 2022 im bisherigen Umfang sicherzustellen. Ebenfalls festgehalten wurde die Unterstützung der geordneten Überleitung des Betriebs und der Arbeitsplätze.

Ein Artikel von Nils Dinkel

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