Nachrichten Wirtschaft
Kreis Olpe, 23.11.2021

Ruhr-Sieg-Strecke

Drohende Insolvenz: Ist der Zug für Abellio im Kreis Olpe abgefahren?

Das Unternehmen Abellio befindet sich im Schutzschirmhauptverfahren. Hierdurch soll eine Insolvenz abgewendet werden. Nun wollen die Aufgabenträger die vom Unternehmen betriebenen Linien neu vergeben.
Das Unternehmen Abellio befindet sich im Schutzschirmhauptverfahren. Hierdurch soll eine Insolvenz abgewendet werden. Nun wollen die Aufgabenträger die vom Unternehmen betriebenen Linien neu vergeben.
Nils Dinkel
Kreis Olpe. Der Zug scheint für die ins Wanken geratene Abellio Rail abgefahren zu sein: Die Aufgabenträger für den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) in Nordrhein-Westfalen sprechen sich für eine Neuvergabe aus. Dies betrifft alle vom Unternehmen betriebenen Bahnlinien und somit auch die Bahnreisenden aus dem Kreis Olpe, die auf der Ruhr-Sieg-Strecke unterwegs sind. Aber: Für die Notvergabe für einen Zeitraum von zwei Jahren bringt sich auch Abellio wieder ins Spiel.

Das Unternehmen ist aktuell im regulären Schutzschirmhauptverfahren in Eigenverwaltung zur Sanierung. Hierdurch will das Unternehmen eine drohende Insolvenz abwenden. An das zurzeit von Abellio betriebene Ruhr-Sieg-Netz von Essen nach Siegen sind die Bahnhöfe Finnentrop, Grevenbrück, Meggen, Altenhundem, Kirchhundem und Welschen Ennest angebunden.

Die Aufgabenträger des SPNV sind der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), der Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) und der Nahverkehr Rheinland (NVR). Aus einer Medieninformation des VRR geht hervor, dass Abellio das letzte Angebot zwar nachgebessert habe, dies aber kein nennenswert vorgelegter Beitrag sei. Daher werde es abgelehnt.


„VRR, NWL und NVR streben deswegen die Neuvergabe der betroffenen Verträge an. Wer die betreffenden Linien in Zukunft bedienen könnte, ermitteln die Aufgabenträger derzeit in einer freiwilligen Ex-Ante-Transparenzbekanntmachung (oder sogenannten Ex-Ante-Ausschreibung) zur Neuvergabe.“

Oberste Priorität haben Zuverlässigkeit und Qualität

Oberste Priorität habe hierbei die Absicherung von Zuverlässigkeit und Qualität auf den derzeit von Abellio betriebenen Linien sowie die Sicherung der Arbeitsplätze der derzeit noch bei dem EVU beschäftigten Mitarbeiter. Im Falle der Direktvergaben sollten keine Arbeitsplätze verloren gehen, die Aufgabenträger werden den Übergang von Personal, das an einem Wechsel interessiert ist, unterstützen.

Laut VRR wollte Abellio die S-Bahn-Verbindung 7, das Niederrheinnetz und das Ruhr-Sieg-Netz bis zum Ende der ursprünglich vereinbarten Vertragslaufzeiten im Jahr 2028 beziehungsweise 2034 bedienen. Die Linien RE 1 (RRX) von Aachen bis Hamm und RE 11 (RRX) zwischen Düsseldorf und Kassel sowie das S-Bahn-Netz Rhein-Ruhr hingegen wollte das EVU lediglich bis Ende Dezember 2023 betreiben.

Auch Abellio nimmt Stellung

„Abellio erklärt sich erneut bereit, die Verkehre von S-Bahn Rhein-Ruhr und Rhein-Ruhr-Express sowie Ruhr-Sieg-Netz, Niederrhein-Netz und S7 auch im Rahmen von einvernehmlichen Notvergaben für zwei Jahre weiterzuführen“, so Abellio. Bereits im Laufe der Verhandlungen zur langfristigen Fortführung habe das Unternehmen wiederholt darauf hingewiesen, den Fahrgastbetrieb auch mittels Notvergaben an den bisherigen Betreiber sicherstellen zu können.


Diese Bereitschaft sei gegenüber der Aufgabenträger bekräftigt und zugleich eine entsprechende Preisindikation vorgelegt worden. Die Kalkulation sei so aufgebaut, dass die Notvergaben SBRR und RRX sowie S7/NRN/RSN jeweils im Paket beauftragt werden.

Abellio bringt sich für Notvergabe ins Spiel

Auch bei einer eventuellen Notvergabe wolle Abellio mitsprechen. „Der Fahrgastbetrieb für Millionen Pendler in Europas größtem Ballungsraum könnte ohne Störungen weitergeführt werden und die Beschäftigten hätten Sicherheit sowie Perspektive bei ihrem favorisierten Arbeitgeber. Hinzukommt, dass alle weiteren Optionen insgesamt teurer werden“, teilt Abellio mit. Für das Unternehmen habe die Aufrechterhaltung der Verkehre oberste Priorität.

Das Thema stand auch bei den Mitgliedern im Kreistag auf der Tagesordnung. Landrat Theo Melcher sagte, das es künftig – egal welche Lösung sich abzeichne – teurer werde im ÖPNV allgemein: „Wir sind aus der Zone der Behaglichkeit finanzieller Art raus, es wird teuer; der ÖPNV wird die Städte und Gemeinden in Zukunft deutlich mehr kosten als bisher.“

Ein Artikel von Nils Dinkel

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