Nachrichten Wirtschaft
Kreis Olpe, 08.07.2021

IHK-Gesundheitstag

Wie Digitalisierung sich auf die Gesundheit in der Arbeitswelt auswirkt

Wie Digitalisierung sich auf die Gesundheit in der Arbeitswelt auswirkt
Pixabay
Siegen/Olpe. Gesundheitsfördernde Maßnahmen werden in den Betrieben in Siegen-Wittgenstein und Olpe immer wichtiger. Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt schnell und einschneidend. Das stellt Beschäftigte und Arbeitgeber vor neue Herausforderungen. Rund 90 Personalexperten, Geschäftsführer, Betriebsräte, Mitarbeiter und Interessierte nahmen am IHK-Gesundheitstag teil.

„Die Digitalisierung führt zu einem permanenten Informationsrauschen, selbst in der Freizeit und im Urlaub. Das führt zu einem gesteigerten Stressempfinden. Aber: Die Digitalisierung hat zahlreichen Firmen auch geholfen, zu überleben“, erläuterte Dr. Sven Bartosch.

Die Digitalisierung ermögliche eine flexible und mobile Erreichbarkeit. Sie bedinge so eine „Entgrenzung“ zwischen Arbeits- und Privatleben und damit eine zunehmende Belastung.


Verbesserung des Wohlbefindens einrichten

An die Führungskräfte appellierte der Experte, die Mitarbeiter möglichst mit einer gesundheitsförderlichen Kultur zu unterstützen: „Seien Sie Vorbild. Ihr eigenes Verhalten besitzt eine hohe Relevanz im Umgang mit der Digitalisierung. Und richten Sie diverse betriebliche Maßnahmen zur Verbesserung des Wohlbefindens an den wirklichen Bedarfen aus.“

Möglichkeiten, die Gesundheit auch im Homeoffice bestmöglich zu erhalten, erläuterte Janka Heller, Leiterin der Bundesarbeitsgemeinschaft für Haltungs- und Bewegungsförderung. Für sie steht Bewegung an erster Stelle. In dieser sieht sie den Schlüsselfaktor für die Gesundheit.


„Sitzen ist das neue Rauchen“

„Deutschland hat Rücken. Das liegt daran, dass wir zu viel sitzen. Das Sitzen ist in unserer Gesellschaft das neue Rauchen“, visualisierte Heller die neue gesundheitliche Problemlage am Arbeitsplatz. Eine Faustformel sei: 50 Prozent sitzen, 25 Prozent stehen und 25 Prozent bewegen. Arbeiten müsse nicht zwingend im Sitzen stattfinden. Besondere Büromöbel regten die Muskulatur an und unterstützten so die Gesundheit, steigerten aber auch die Konzentration.

In der Talkrunde zur Workshop-Reihe „Gesundheitsscouts – mehr Gesundheit in Unternehmen“ berichteten die Teilnehmer Dennis Göldner, Dina Zwiorek und Verena Hoffmann über den aktuellen Umsetzungsstand in ihren Unternehmen und die Beweggründe, an diesem Programm teilzunehmen.


Untereinander vernetzen

Oft sei es schwierig, die Kollegen zu motivieren, die weniger sport- und gesundheitsaffin seien. Daher sei es sehr wichtig, sich untereinander zu vernetzen, um neue Ideen zu entwickeln und voneinander zu lernen. In der kostenfreien Gestaltung der Schulung sahen sie ein gutes Argument für Arbeitgeber, sich diesem Thema verstärkt zu widmen.

Dr. med. Heiko Ullrich, stellvertretender Ärztlicher Direktor und Chefarzt in der Kreisklinikum Siegen GmbH in Siegen, unterzog in seinem Vortrag psychische Belastungen und Stress einer medizinischen Betrachtung. Er beleuchtete Ursachen, Ausprägungen und Therapiekonzepte.

„Hilfe für Auszubildende in Krisensituationen“

Außerdem gab er wichtige Tipps zum Umgang mit stressbedingten Krankheitsbildern wie dem Burn-out-Syndrom. Um bereits Auszubildenden frühzeitig Hilfe anbieten zu können, hat die IHK das Projekt „Hilfe für Auszubildende in Krisensituationen“ ins Leben gerufen. IHK-Ausbildungsberater Burhan Demir erläuterte das Konzept, das niedrigschwellig, kostenlos und anonym Beratungen für Auszubildende und Ausbilder anbietet.

Ansprechpartnerin: Meike Menn, 0271 3302-319, meike.menn@siegen.ihk.de.

(LP)

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