13 Mio. Euro für schönere Innenstadt – und lange Debatte um teure Brücke
Olpe wird sich verändern
- Olpe, 12.02.2026
- Politik
- Von Wolfgang Schneider
Olpe. Die Umgestaltung der Olper Innenstadt nimmt langsam Gestalt an. Das „Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept“, kurz ISEK, soll die westliche Innenstadt als Biggequartier weiterentwickeln und an die Oberstadt im Osten und den Biggesee im Norden anbinden. Dazu sind mehrere Promenadenabschnitte vorgesehen.

Am Mittwoch, 11. Februar, hat der Stadtrat die Vorentwurfsplanung für die Brückenbauwerke der Promenaden I bis III sowie für den Abriss der Betonplatte (Bigge-Deckel) im Bereich des ehemaligen Busbahnhofs beschlossen.

Das ISEK ist in den aktuell zur Debatte stehenden Abschnitt 1.0 und den späteren Abschnitt 2.0 aufgeteilt. Das Planungsziel im ersten Teilabschnitt: Promenaden an beiden Uferseiten der Bigge zwischen dem Zusammenfluss von Olpe und Bigge im Süden bis zum Freizeitbad im Norden.
Die Offenlegung der Bigge im Bereich des ehemaligen Busbahnhofs ist dafür Grundvoraussetzung. Neue Brückenverbindungen zur gegenüberliegenden Seite des Quartiers, zum neuen Busbahnhof und – als Ersatz für die bestehende Fußgängerbrücke – am Freizeitbad gehören ebenfalls zum Planungsumfang.

Allein für das ISEK 1.0 werden die Kosten auf 13 Millionen Euro geschätzt. Dickster Brocken ist der Abriss des Bigge-Deckels, der mit voraussichtlichen Kosten von 4,7 Millionen Euro sehr viel teurer wird als zunächst geplant. Um diese Mehrkosten kompensieren zu können und den Kostenrahmen einzuhalten, wird der „Platz der Begegnung“ vor dem geplanten neuen Rathaus von ISEK 1.0 in ISEK 2.0 verschoben.
Die oben erwähnte geplante neue Brücke am Freizeitbad beschäftigte die Mitglieder des Bauausschusses und nun auch die Stadtverordneten besonders. Die ist als „Naturbrücke“ geplant und soll laut Kostenschätzung stolze 2,25 Millionen Euro kosten. Zu teuer, fand schon der Bauausschuss und beschloss mehrheitlich: „Die Freigabe für das Brückenbauwerk am Freizeitbad erfolgt mit der Maßgabe, die bisherige Planung durch eine kostenreduzierte Variante weiterzuentwickeln.“

Uwe Schmidt (UCW) sagte im Stadtrat, diese Änderung des ursprünglichen Beschlussvorschlages reiche nicht aus. Er forderte, die Planung für diese Brücke in der jetzigen Form aufzugeben. In der neuen Planung sollten ein höhengleicher Übergang statt eine Rampenbauweise sowie ein Verzicht auf Naturelemente die Vorgaben sein.
Volker Reichel (SPD) forderte einen kompletten Verzicht auf die neue Brücke: „Es soll eine optisch akzeptable und technisch intakte Brücke abgerissen werden. Da gehen wir nicht mit.“ CDU-Fraktionsvorsitzender Frank Clemens sah das etwas anders: „Da muss eine neue Brücke hin – nicht sofort, aber in ein paar Jahren.“ Er betonte, die Brücke sei in der Vorplanung bereits kostenmäßig abgespeckt worden. Clemens beantragte für die CDU, bei der Planung und Ausführung der neuen Brücke die Weiterführung des Rad- und Fußweges zu berücksichtigen.
Dieser Antrag wurde nach längerer Diskussion mehrheitlich (24 Ja, 13 Nein) angenommen. Zuvor hatte der Antrag von Zahlina Janson (Grüne), die Brücke komplett aus der Planung zu nehmen, keine Mehrheit gefunden.
