DGB-Arbeitnehmer-Empfang setzt Zeichen für Zusammenhalt
NRW-Wirtschaftspräsidentin Mona Neubaur als Hauptrednerin
- Olpe, 01.05.2026
- Politik
- Von Catriona Rath
Olpe. Der Marktplatz in Olpe war gut gefüllt - Am Donnerstagabend, 30. April, stand er wieder im Zeichen der Arbeitnehmer, die gemeinsam ein Zeichen für gute Arbeit und sozialen Zusammenhalt setzten. Die stellvertretende NRW-Ministerpräsidentin Mona Neubaur war Hauptrednerin beim Arbeitnehmer-Empfang des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zum Tag der Arbeit.

Den Auftakt machte der DGB-Kreisvorsitzende und IG Metall-Bevollmächtige André Arenz, der die Bedeutung solcher Veranstaltungen betonte: „Die Fragen von guter Arbeit, industrieller Transformation, Klimaschutz und sozialer Sicherheit gehören zusammen. Und sie gehören ins Gespräch mit den Beschäftigten.“ Der Empfang sei wichtig als Zeichen der Wertschätzung, als Ort des Dialogs, als Raum für unterschiedliche Perspektiven und auch als Zeichen des Optimismus'. Er solle verdeutlichen, dass die Gewerkschaften nicht ohnmächtig, sondern handlungsfähig seien und dass man diese Möglichkeiten nutzen sollte.

Im Anschluss sprach Olpes Bürgermeister Tobias Schulte, der den Wert der Gewerkschaften für die Region hervorhob und den Dialog zwischen Politik und Arbeitnehmern in den Mittelpunkt stellte. Auch auf Kreisebene werde dieser Dialog weitergeführt.
Landrat Theo Melcher ging in seiner Rede auf aktuelle Herausforderungen ein: „Erstens brauchen wir sicherere und preiswerte Energie für unsere Unternehmen und die Verbraucher. Zweitens brauchen die Menschen die Sicherheit, dass Arbeit, Lohn und sozialer Schutz nicht unter die Räder kommen. Drittens: der Strukturwandel darf nicht allein Beschäftigte und Regionen belasten, sondern braucht Investition und klare Perspektiven für Standorte.“
Der Bezirksleiter der IG Metall NRW, Knut Giesler, machte seinem Ärger über die Bundesregierung Luft, die „an unserem Sozialstaat schleifen und sagen, dass man damit die Wirtschaft in Industrien nach vorne bringen würde“. Er sagte, dass man von Lifestyle-Teilzeit spreche, obwohl man genau wisse, dass 90 Prozent dieser Menschen Care-Arbeit, Sorgearbeit übernehmen würden. „Das ist Missachtung, richtige Menschenmissachtung“, so Giesler.

Ein besonderer Fokus lag bei den Reden auf der Landespolitik: NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur, Hauptrednerin an diesem Abend, sprach über wirtschaftliche Transformation, Klimaschutz und die Frage, wie beides sozial gerecht gestaltet werden kann. Ihre Botschaft: Der Wandel funktioniert nur gemeinsam mit den Beschäftigten. Sie legte den Fokus auf Wertschätzung von Arbeit und wirtschaftliche Stabilität in einer Krisenlage. Arbeit müsse existenzsichernd sein und auch unsichtbare, aber essenzielle Arbeit stärker anerkannt und fair entlohnt werden. „Der Lichtkegel soll auf die geworfen werden, die für uns gute Arbeit leisten. Gute Arbeit muss auch mit guten Löhnen verbunden sein.“
Neubaur betonte, dass die Industrie das Fundament der Region sei und dass die Zusammenarbeit von Politik, Arbeitgebern und Arbeitnehmern notwendig sei. „Wenn der industrielle Kern NRWs so unter Druck gerät, dann braucht es einen Schulterschluss.“ Neubaur fand deutliche Worte der Kritik an der Bundesregierung - es fehle an Einigkeit und Orientierung in Krisenzeiten.

Energiepolitik sei das Schlüsselthema, für das die NRW-Ministerpräsidentin Versorgungssicherheit und niedrigere Energiepreise forderte. „Energie als Grundlage für Wirtschaft“. Der Staat solle aktiv Rahmenbedingungen setzen, um faire Wettbewerbsbedingen für Unternehmen, stabile Industrie, handlungsfähige Kommunen und gesellschaftlichen Zusammenhalt gleichzeitig zu sichern.
Zum Abschluss fand Nicole Groos klare und verbindende Worte. Sie setzte ein besonderes Augenmerk auf die Gleichstellung. „Gleichstellung ist eine Frage von Ehre, Respekt und Gerechtigkeit. Gerade in Krisenzeiten sehen wir das wahre Gesicht unserer Gesellschaft. Gleichstellung ist das Ergebnis von Mut, von lauten Protesten und unerschütterlicher Solidarität. Deshalb stehen wir auch heute wieder hier. Für Gerechtigkeit und Würde, für echte Gleichstellung jetzt erst recht.“
Abseits der Reden unterhielt Livemusik von Daniel Gardenier die Besucher und verschiedene Gewerkschaften präsentierten sich mit Infoständen, luden zum Gespräch ein und boten Einblicke in ihre Arbeit. Auch Familien kamen auf ihre Kosten: Für Kinder wurde von Malen über Kinderschminken vieles angeboten. So wurde der Marktplatz nicht nur zum Ort politischer Diskussionen, sondern auch zum Treffpunkt für die ganze Familie.
Am Ende blieb vor allem eines hängen: Der DGB-Empfang in Olpe ist ein Ort, an dem Menschen ins Gespräch kommen, unterschiedliche Perspektiven aufeinandertreffen und das Gefühl entsteht, gemeinsam etwas bewegen zu können.



