„Endlich in die Pötte kommen“: Mehrheit will „Rathaus light“ in Olpe

Kostenrahmen von 32,3 Mio. Euro für Neubau


  • Olpe, 24.04.2026
  • Politik
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Auf diesem Gelände soll das neue Rathaus gebaut werden. Das ehemalige Stellwerk-Häuschen (im Vordergrund) soll erhalten werden. von Wolfgang Schneider
Auf diesem Gelände soll das neue Rathaus gebaut werden. Das ehemalige Stellwerk-Häuschen (im Vordergrund) soll erhalten werden. © Wolfgang Schneider

Olpe. Nach einem Jahr Stillstand werden die Planungen für den Rathaus-Neubau in Olpe wieder aufgenommen. Entstehen soll ein technisch und baulich reduzierter funktionaler Neubau mit einem Kostenrahmen von 32,3 Millionen Euro, sozusagen ein „Rathaus light“. In der Sitzung des Bauausschusses am Donnerstag, 23. April, sorgte die Variantenentscheidung für viel Gesprächsbedarf. Zwei Stunden lang wurde diskutiert.


Am Ende gab es ein mehrheitliches Votum für den abgespeckten Neubau. Der ehemals geplante Bau eines Stadtmuseums war schon im Rahmen der Haushaltsplanberatungen auf Vorschlag von Bürgermeister Tobias Schulte zu den Akten gelegt worden. Eine Sanierung des bestehenden Rathauses ist für die Mehrheit der Stadtverordneten keine Option.

Auch die seinerzeit von Ex-Bürgermeister Weber und Landrat Melcher ins Spiel gebrachte Idee eines Umzugs von Teilen der Stadtverwaltung ins Kreishaus ist vom Tisch (LokalPlus berichtete). „Das war eine Idee, aber auch nicht mehr“, sagte Bürgermeister Tobias Schulte zu den Kreishaus-Plänen. Wegen mangelnder Barrierefreiheit und hoher Sanierungskosten habe man diese Option verworfen und erst gar nicht durchgerechnet.

Hier wird eingespart

Mario Schurbohm vom Planungsbüro BKS-Architekten stellte die überarbeiteten Pläne vor. „Wir wollten einsparen, aber nicht kaputtsparen.“ Eingespart wurde vor allem durch den Verzicht auf die Unterkellerung des Rathauses. Dadurch ist eine vereinfachte Statik möglich, die Geld spart.

Auch die Gesamtfläche wurde reduziert. Es soll nur einen statt zwei Aufzügen geben und der Ratssaal wird etwas kleiner und nur anderthalb- statt zweigeschossig. Von einem weiteren Zuwarten riet der Fachmann angesichts steigender Baukosten ab: „Man kann gegen die Zeit nicht ansparen“, so Schurbohm.

„Das ist mir zu wenig“

Markus Arens (CDU) bezeichnete die abgespeckten Pläne als „Ergebnis eines intensiven Prüfungsprozesses“ und als „konsequent reduzierten, funktionalen Entwurf“. Die aktuellen Kosten von 32,3 Millionen Euro seien „eine ehrliche Zahl“. Die CDU wolle, dass es jetzt weitergehe, und werde nicht für einen weiteren kostspieligen Stillstand stimmen.

Uwe Schmidt (UCW) waren die Planungen zu spartanisch. „Wir haben kein Museum und keine Cafeteria mehr, keinen Bürgergarten, kein Wasserspiel und kein Wellendach. Mit der Planung kann ich mich nicht identifizieren. Das ist mir zu wenig.“

Für die SPD kritisierte Volker Reichel, dass entgegen früherer Beschlüsse nicht alle Varianten durchgerechnet worden seien. Er prognostizierte hohe Preissteigerungen der Baukosten. Reichel: „Wir sitzen hier in einem voll funktionsfähigen Rathaus. Natürlich muss saniert werden, aber das kann man nach und nach machen.“ Zu den Neubauplänen sagte er: „Wir werden diesem Wahnsinn nicht zustimmen.“

Das Rathaus der Kreisstadt Olpe. von Wolfgang Schneider
Das Rathaus der Kreisstadt Olpe. © Wolfgang Schneider

Auch Christian Schröder (Grüne) vermisste den Kostenvergleich der verschiedenen Varianten (Mitnutzung Kreishaus durch Stadt, Mitnutzung Rathaus durch Kreis). Dadurch fehle eine transparente Entscheidungsgrundlage. Schröder regte an, die Stadtbücherei nicht im neuen Rathaus anzusiedeln, sondern in einem leerstehenden Ladenlokal in der Innenstadt, um diese zu beleben und zu stärken.

Lob für die reduzierte Planung kam von Kimberley Becker (FDP): „Das ist eine wirtschaftliche Variante, der ich als Liberale gut zustimmen kann.“ Abwarten sei keine Option, denn: „Wir müssen einen Cut machen und nach vorne gucken. Wir sind gewählt worden, um Entscheidungen zu treffen.“

„Endlich Bagger rollen lassen“

Das fand auch Markus Bröcher (CDU): „Der Großteil der Bürger will, dass es endlich losgeht und wir in die Pötte kommen. Wir müssen jetzt endlich mal den Bagger rollen lassen und nicht noch weitere Schleifen drehen.“

Am Ende stimmten die Vertreter von CDU und FDP für das „Rathaus light“. Es gab drei Nein-Stimmen und fünf Enthaltungen aus den Reihen von SPD, Grünen und UCW. Das letzte Wort hat am Mittwoch, 29. April, die Stadtverordnetenversammlung.

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