„Sprechen Sie darüber“: Ursachen, Diagnostik und Therapie bei Inkontinenz

Fachvorträge im St.-Martinus-Hospital


Symbolfoto. von pixabay.com
Symbolfoto. © pixabay.com

Olpe. Beim Informationsnachmittag der GFO Kliniken Südwestfalen zum Thema Inkontinenz haben sich die Besucherinnen umfassend informieren können. Die Veranstaltung im Verwaltungsgebäude des St. Martinus-Hospitals Olpe wurde gemeinsam von der Frauenklinik sowie der Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie organisiert. Im Mittelpunkt standen Ursachen, Diagnostik und moderne Behandlungsmöglichkeiten bei Harn- und Stuhlinkontinenz.


Bereits zu Beginn stellte Dr. Jürgen Schwickerath, Chefarzt der Frauenklinik der GFO Kliniken Südwestfalen, die Bedeutung des Themas heraus: „3 bis 4 Millionen Frauen in Deutschland leiden an Harninkontinenz.“ Darum sei es wichtig, die Inkontinenz aus der Tabu-Zone zu holen: „Wir müssen darüber sprechen. Sie müssen darüber sprechen“, erklärte der renommierte Gynäkologe. Denn: „Die Harnblase bringt einen nicht um, hindert aber am Leben.“

Dr. Schwickerath spannte in seinem Vortrag einen Bogen von der Begriffsbestimmung über die verschiedenen Arten der Harninkontinenz: „Die drei häufigsten Arten der Inkontinenz, Belastungs-, Drang- und Mischinkontinenz, haben verschiedene Ursachen und benötigen spezielle Therapiemaßnahmen.“ Daher sei es wichtig, zuvor die richtige Diagnose zu stellen. Auch auf diese ging der Chefarzt im Folgenden ein.

„Niemand muss sich mit den Beschwerden abfinden“

Meike Beyer von der Firma tic Medizintechnik stellte den Besucherinnen die Wirkung von Biofeedback- oder Elektrostimulationsgeräten vor. Diese können als Hilfsmittel von einem Facharzt verordnet werden, „wenn eine Physiotherapie oder ein Beckenbodentraining nicht mehr helfen“.

Dr. Adrian Miclea, Leitender Oberarzt der Frauenklinik, erklärte die Anatomie und Funktionsweise der Blase und des Beckenbodens – des „Trampolins im Becken“, das Blase, Gebärmutter und Darm an Ort und Stelle hält. Er stellte insbesondere den Weg zur Diagnose und die verschiedenen Therapiemöglichkeiten bei Inkontinenz vor. „Es gibt für jedes Stadium die passende Lösung“, führte der Oberarzt aus. „Niemand muss sich mit den Beschwerden abfinden.“

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Zum Thema Stuhlinkontinenz referierte Dr. Viorel Fetcu, Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie der GFO Kliniken Südwestfalen. „Heutzutage kann man fast alles wieder in Ordnung bringen“, sagte Dr. Fetcu. Entscheidend dabei: darüber zu reden. „Sie müssen sich nicht schämen.“ Auch bei der Stuhlinkontinenz gibt es konservative Therapiemöglichkeiten, wie eine Ernährungsumstellung, Physiotherapie, Hilfsmittel oder Medikamente. Wenn diese nicht ausreichen, kommen operative Verfahren zum Tragen.

Die Möglichkeit, individuelle Fragen zu stellen und mit den Fachleuten ins Gespräch zu kommen, wurde von den Teilnehmenden intensiv genutzt. Die positive Resonanz zeigte, wie groß der Informationsbedarf rund um das Thema ist. Der wichtigste Schritt bei der Diagnose und Therapie von Inkontinenz, so die Aussage der Experten: „Sprechen Sie darüber.“

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