Teilumzug ins Kreishaus vom Tisch – abgespecktes Rathaus soll kommen

Olper Gremien stellen die Weichen


  • Olpe, 14.04.2026
  • Politik
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So präsentiert sich das abgespeckte Rathaus in Ansicht und Schnitt. Der Ratssaal wurde in der Höhe deutlich reduziert. von BKS Architekten
So präsentiert sich das abgespeckte Rathaus in Ansicht und Schnitt. Der Ratssaal wurde in der Höhe deutlich reduziert. © BKS Architekten

Olpe. Wie geht es mit den Plänen für das neue Rathaus, die vor knapp einem Jahr nach einer Kostenexplosion vorerst auf Eis gelegt wurden, weiter? Darüber beraten die politischen Gremien der Kreisstadt im nächsten Sitzungsblock. Die von Landrat Melcher und Ex-Bürgermeister Weber vor einem Jahr ins Spiel gebrachte Idee, die Stadt könne freie Räumlichkeiten im Kreishaus nutzen, ist offenbar vom Tisch.


Das geht aus den umfangreichen Vorlagen für den Bauausschuss (23. April) und die Stadtverordnetenversammlung (29. April) hervor. Um die mögliche Zusammenarbeit zwischen Kreis und Stadt bei der Raumnutzung zu prüfen, war ein Arbeitskreis mit Mitgliedern von Stadt- und Kreisverwaltung gegründet worden. Dieser hat auch die Möglichkeit eines gemeinsamen Servicezentrums der beiden Verwaltungen geprüft.

„Nicht sinnvoll umsetzbar“

Das Ergebnis fiel eindeutig aus. Im Abschlussbericht heißt es, „dass die vorhandenen Räumlichkeiten nicht dem Anforderungsprofil an ein langfristig nutzbares, modernes Verwaltungsgebäude entsprechen. Eine Nutzung durch Teile der Stadtverwaltung würde daher erhebliche bauliche Anpassungen erfordern, die sowohl wirtschaftlich als auch organisatorisch als nicht sinnvoll umsetzbar zu bewerten sind.“

Auch das neue Servicezentrum, in das die Zulassungs- und Führerscheinstelle eventuell hätten einziehen können, wird zu den Akten gelegt: „Sowohl aus baulich-funktionaler als auch aus organisatorisch-strategischer Sicht wird empfohlen, die Idee eines gemeinsamen interkommunalen Servicezentrums am Standort des neuen Bürgerhauses nicht weiterzuverfolgen“, heißt es im Abschlussbericht.

Sechs Standorte bewertet

Untersucht und bewertet wurden von der Verwaltung in den vergangenen Monaten verschiedene Optionen bzw. Standorte. Neben der Modernisierung des bestehenden Rathauses und dem Neubau auf dem früheren Bahnhofsareal waren das das Alte Lyzeum und die Imbergschule (jeweils mit Umbau, Modernisierung und Erweiterungsbau) sowie das Gelände der früheren Realschule und der alte Poststandort (jeweils Abriss und Neubau).

Laut Vergleichsmatrix liegt ein Neubau auf dem Realschulgelände so gut wie gleichauf mit dem Neubau am Bahnhof. Letzterem soll aber aufgrund der Gewichtung der einzelnen Kriterien der Vorzug gegeben werden.

Kosten um gut 17 Mio. Euro reduziert

Und so schlägt die Verwaltung den Politikern vor, den „Neubau eines Verwaltungsgebäudes ohne ein Museum am bisher geplanten Standort weiterzuverfolgen. Dazu soll auf der Basis des vorliegenden Entwurfs ein technisch und baulich reduzierter funktionaler Neubau mit einem Kostenrahmen von 32,3 Millionen Euro geplant und realisiert werden“.

Vor einem Jahr, als die Rathaus-Pläne wegen der explodierenden Preise vorerst gestoppt worden waren, hatten die Kosten bei ca. 49,6 Millionen Euro gelegen.

Grundriss des Erdgeschosses mit Stadtbücherei und Trauzimmer. Die Außenmaße des Neubaus wurde etwas reduziert. von privat
Grundriss des Erdgeschosses mit Stadtbücherei und Trauzimmer. Die Außenmaße des Neubaus wurde etwas reduziert. © privat

Den weiteren Zeitablauf plant die Verwaltung laut Sitzungsvorlage folgendermaßen: Bis Ende dieses Jahres sollen die Entwurfsplanung und die Kostenberechnung vorgelegt werden. Dann folgen die Genehmigung und der Bauantrag.

Als möglicher Baubeginn wird das erste Quartal 2028 angestrebt. Wie dann die Kosten liegen, ist abzuwarten. Denn bis dahin, so heißt es in der Vorlage, sei „mit weiteren Preissteigerungen zu rechnen, die zum jetzigen Zeitpunkt nicht seriös abgeschätzt werden können“.

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