Trinkwasserhygiene trifft MINT-Bildung bei internationalem Schülerprojekt

„WaterWise Futures“


Die deutschen Schülerinnen und Schüler bei der Vorstellung ihrer Präsentationen im US-Generalkonsulat in Düsseldorf. von privat
Die deutschen Schülerinnen und Schüler bei der Vorstellung ihrer Präsentationen im US-Generalkonsulat in Düsseldorf. © privat

Olpe. Wie lässt sich Trinkwasserhygiene in Schulgebäuden sicherstellen, wenn Wasserleitungen in den Ferien kaum genutzt werden? Und welche Strategien helfen, wenn längere Hitzeperioden das Kaltwasser in Gebäuden erwärmen? Mit diesen praxisnahen Fragen beschäftigten sich Schülerinnen und Schüler aus Olpe und den USA im Rahmen des internationalen MINT-Projekts „WaterWise Futures“.


Wissenschaftlich begleitet wurde es von der Mathematikdidaktik der Universität Siegen, fachliches Know-how aus der Gebäudetechnik brachte das Olper Unternehmen Gebr. Kemper ein. An dem Projekt beteiligten sich 14 Schüler des Städtischen Gymnasiums Olpe sowie 16 Schüler der Sangre de Cristo High School in Mosca, Colorado.

In binationalen Teams entwickelten sie über mehrere Wochen hinweg Lösungsansätze zu Nachhaltigkeit, Wasser- und Ressourceneffizienz sowie zukunftsweisenden Technologien. Ziel war es, reale Herausforderungen aus den Lebens- und Wirtschaftsräumen beider Partnerregionen aufzugreifen und für die Schüler in konkrete MINT-Aufgaben zu übersetzen. Unterstützt wurde das Projekt vom Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen.

Wissenschaft Rahmen trifft technische Praxis

Die Mathematikdidaktik der Universität Siegen schuf dafür den wissenschaftlichen und didaktischen Rahmen. Im Mittelpunkt stand ein projektbasiertes Lernformat, das internationale Zusammenarbeit, technische Fragestellungen und gesellschaftlich relevante Zukunftsthemen miteinander verbindet. Die Schüler kommunizierten auf Englisch und entwickelten ihre Lösungen in der Rolle von Beratungs- und Ingenieurteams.

Schülerinnen hielten ihre Präsentation auf Englisch – ganz im Sinne des bilingual ausgerichteten Projekts. von privat
Schülerinnen hielten ihre Präsentation auf Englisch – ganz im Sinne des bilingual ausgerichteten Projekts. © privat

KEMPER brachte als Experte für Armaturen und Systemlösungen zum Erhalt der Trinkwasserhygiene zwei konkrete Aufgabenstellungen aus der Gebäudetechnik ein. Eine zentrale Herausforderung war die Trinkwasserhygiene in Schulgebäuden während Phasen geringer Nutzung: An Wochenenden, Feiertagen oder in Ferienzeiten wird Wasser deutlich seltener entnommen. Dadurch kann es in Leitungen stagnieren, was ein Risiko für die Trinkwasserhygiene darstellen kann.

Als Lösungsansatz entwickelten die Schüler ein bedarfsorientiertes Spül- und Überwachungskonzept, das kritische Temperaturbereiche in der Trinkwasserinstallation gezielt berücksichtigt und den Wasseraustausch nachvollziehbar steuerbar macht.

Hitze als Herausforderung für Kaltwasser

Eine zweite Aufgabenstellung nahm längere Hitzeperioden in den Blick. Wenn sich Kaltwasser in der Trinkwasserinstallation im Gebäude erwärmt, entstehen zusätzliche Anforderungen an Hygiene, Komfort und Gebäudebetrieb. Die Teams verglichen verschiedene Strategien und kamen kamen zu dem Schluss, dass ein stärkerer temperaturorientierter Ansatz mit einer aktiven Kaltwasserkühlung gegenüber reinen temperaturgeführten Spülmaßnahmen Vorteile bieten kann.

Einen besonderen Höhepunkt bildete die Vorstellung des Projekts und seiner Ergebnisse in der Residenz der US-Generalkonsulin Preeti V. Shah in Düsseldorf. Zum Abschluss reisten die deutschen Teilnehmenden nach Colorado, um ihre Lösungsansätze gemeinsam mit den amerikanischen Schülern zu präsentieren.

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