Drei Azubis werden Dachdecker - „Den pinken Hammer finden alle cool“

LP-Serie stellt Ausbildungsberufe vor


  • Kreis Olpe, 04.05.2026
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  • Von Claudia Wichtmann
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Lorenz Schmidt, Emma Schwens und Lukas Sieler machen eine Ausbildung zum Dachdecker / zur Dachdeckerin bei der Dachdeckerei Stefan Rüßmann. von Foto: Claudia Wichtmann / Grafik: Ralph Schneider
Lorenz Schmidt, Emma Schwens und Lukas Sieler machen eine Ausbildung zum Dachdecker / zur Dachdeckerin bei der Dachdeckerei Stefan Rüßmann. © Foto: Claudia Wichtmann / Grafik: Ralph Schneider

Kreis Olpe/Serkenrode. „Was willst du nach der Schule machen?“ – Kaum eine Frage wird Jugendlichen öfter gestellt. Handwerk, Pflege oder doch raus in die Natur? Die Auswahl ist groß. LokalPlus stellt in der neuen Serie „Ein Tag als… Azubi-Edition“ spannende, traditionelle und besondere Ausbildungen im Kreis Olpe vor. Heute erzählen Emma Schwens, Lorenz Schneider und Lukas Sieler von ihrer Ausbildung zur Dachdeckerin und zum Dachdecker bei der Dachdeckerei Stefan Rüßmann in Serkenrode.


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„Die Abwechslung“ – da sind sich Emma Schwens, Lorenz Schneider und Lukas Sieler einig – die ist es, die ihre Ausbildung zum Dachdecker so besonders macht. Und dass man am Ende des Tages sieht, was man geschafft hat. Bei Wind und Wetter draußen sein, etwas mit den Händen schaffen, das ist genau ihr Ding. Die gute Aussicht hoch oben auf den Dächern gibt es als Bonus obendrauf.

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Trittsicher laufen sie über das Dach des Hauses in Fretter, das heute ihr Arbeitsplatz ist. Kein Ausbalancieren, kein unsicheres Wanken, jeder Schritt sitzt. Die drei Azubis arbeiten sehr selbstständig, kennen ihre Aufgaben genau und wissen, was zu tun ist. Heute entfernen sie alte Dachlatten vom Dach, die sie anschließend vom hohen Gerüst herunterschaffen.

Teamarbeit ist wichtig

Emma, Lorenz und Lukas sind ein eingespieltes Team. Hier weiß die eine Hand, was die andere tut. Sie unterstützen sich gegenseitig, sehen, wo Hilfe benötigt wird und packen mit an. Der Umgangston ist immer freundlich.

Wenn sie Hilfe brauchen, erhalten sie Unterstützung von den Gesellen. „Wir nehmen unsere Azubis ernst. Wir sehen sie ihrem Ausbildungsstand entsprechend als vollwertige Mitarbeiter an und trauen ihnen viel zu“, betont Stefan Rüßmann.

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Die Dachdecker-Azubis Lukas Sieler, Emma Schwens und Lorenz Schmidt arbeiten Hand in Hand.

„Die Teamarbeit ist bei uns ganz wichtig“, erklärt er. „Bei uns ist keiner ein Einzelkämpfer. Wir arbeiten schließlich zusammen an einem Werkstück, da kommt es darauf an, gemeinsam anzupacken.“

Gleichgewichtssinn und Geschick

Emma Schwens ist 18 Jahre alt, im zweiten Lehrjahr und die erste weibliche Auszubildende zur Dachdeckerin in dem Betrieb. „Viele im privaten Umfeld fragen mich, ob ich den Job überhaupt hinkriege“, sagt sie. Ob sie das „hinkriegt“ steht außer Frage. Sie ist so fit, dass sie ihre Ausbildung auf 2,5 Jahre verkürzen kann. Und wenn sie von ihrem pinken Hammer erzählt, „dann finden das alle cool.“

Lorenz Schneider (18) ist ebenfalls im zweiten Lehrjahr. „Man sollte vor allem keine Höhenangst und keine Angst vor der Arbeit mit Maschinen haben“, beschreibt er die Grundvoraussetzung für den Job. „Und einen guten Gleichgewichtssinn und handwerkliches Geschick“, ergänzt er.

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Emmas Markenzeichen und immer im Einsatz: Der pinke Hammer.

Das bestätigt auch Lukas Sieler. Der 17-jährige ist im ersten Lehrjahr. Er mag die handwerkliche Arbeit und die Teamarbeit. Zur Ausbildung entschlossen hat er sich, als er die Firma Rüßmann bei Dacharbeiten am eigenen Zuhause beobachten konnte. „Das hat mir total gut gefallen“, erzählt er.

Immer wieder andere Projekte

Die frühen Arbeitszeiten stören die drei nicht. Im Sommer geht es um 6 Uhr los, im Winter um 7 Uhr. Jeden Morgen treffen sich alle Mitarbeitenden am Firmensitz in Serkenrode und erfahren, für welches Projekt sie an dem jeweiligen Tag eingeteilt sind.

Zu den Aufgaben der Firma Rüßmann gehören unter anderem Dachabdeckungen, Umdeckung, Giebel verkleiden, Dachfenster einbauen, Carports bauen, Flachdächer bauen, Dämmen von Dächern und Fassaden, Zimmereiarbeiten sowie Reparaturarbeiten und vieles mehr. Meistens arbeitet die Firma an einer großen Baustelle und an ein bis zwei kleineren. Zu tun gibt es immer viel und bei allem sind die Azubis voll dabei.

Für Emma, Lorenz und Lukas ist ganz klar: Die Ausbildung bei Stefan Rüßmann anzutreten war „die richtige Entscheidung“ und der Beruf des Dachdeckers ist ihr Traumberuf.

Ausbildung zur Dachdeckerin / zum Dachdecker

Schulabschluss: Hauptschulabschluss (Berufsreife) oder Realschulabschluss (Mittlere Reife) oder Abitur oder Fachabitur

Dauer: drei Jahre

Inhalte: Unter anderem:

  • Einrichten, Sichern und Räumen von Baustellen
  • Be- und Verarbeiten von Holz und Holzwerkstoffen sowie Herstellen von Holzbauteilen
  • Decken von Dach- und Wandflächen
  • Abdichten von Dachflächen und Bauwerken
  • Umweltschutz und Nachhaltigkeit

Notwendige Eigenschaften: Handwerkliches Geschick, Schwindelfreiheit, körperliche Fitness, Teamfähigkeit

Vergütung: 1.000 bis 1.400 Euro brutto pro Monat (vom ersten bis zum letztem Jahr, laut Tarifregister NRW).


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