Aus Balcke-Dürr-Gelände wird Zukunftsquartier – das ist der aktuelle Stand
Bürgerversammlung in Rothemühle
- Wenden, 21.05.2026
- Politik
- Von Lorena Klein
Rothemühle. Die alten Industriehallen auf dem ehemaligen Balcke-Dürr-Gelände in Rothemühle sind Geschichte. Stattdessen hat man dort nun weite Sicht und durch das neu verteilte Erdreich fließt wieder sichtbar ein Gewässer: die Bigge. Auf dieser riesigen Fläche ist noch viel geplant, doch wie geht es jetzt weiter? Das haben die Einwohner von Rothemühle bei der Bürgerversammlung am Mittwochabend, 20. Mai, im Forum der örtlichen Grundschule erfahren.

Zu Gast war Frank Beckehoff als Vertreter der Pyramis Immobilien Entwicklungs GmbH, die gemeinsam mit der Sparkasse Olpe-Drolshagen-Wenden das „Zukunftsquartier Rothemühle“ auf dem ehemaligen Firmengelände verwirklichen möchte. Geplant ist ein Mix aus Gewerbeflächen und Wohngebiet.
Die Umgestaltung des Geländes beschäftigt Rothemühle schon jahrelang. Das betonte auch Bürgermeister Bernd Clemens: „Zuletzt waren wir hier vor zwei Jahren, im Mai 2024“, erinnerte er. „Und schon damals war das Balcke-Dürr-Gelände Thema.“ Jetzt sei man schon einige Schritte weiter.




Bei den Abbruch- und Sanierungsarbeiten hat die Entdeckung von giftigem Asbest den Projektbeteiligten einen Strich durch die Rechnung gemacht. „Das war vorher nicht bekannt“, erklärte Frank Beckehoff. Es sei dadurch zu erheblichen Verzögerungen gekommen.
Nun sind die Abbrucharbeiten abgeschlossen – einzig die Halle 6 bleibt stehen. Genau an diesem Bereich sei ein Unternehmen interessiert, das dringend Erweiterungsflächen suche, gab Frank Beckehoff bekannt: die Firma Stahlbauhoch3 aus dem rheinland-pfälzischen Hövels. „Dann hätten wir das erste Unternehmen auf der Fläche angesiedelt“, so Beckehoff. Weitere Gespräche mit interessierten Unternehmen laufen, doch dies sei der konkreteste Fall.
Insgesamt umfasst das zukünftige Gewerbegebiet 30.000 Quadratmeter. Nachdem in Abstimmung mit dem Umweltamt des Kreises Olpe der Boden saniert, geprüft und in den wenigen notwendigen Bereichen ausgetauscht wurde, erhielt das Areal in diesem Frühjahr noch eine Abdeckung mit Lehmboden.

Ein wichtiger Bestandteil der Neugestaltung war auch die Um- bzw. Freilegung des Bigge-Flusses. Das Gewässer sei nun „an die östliche Böschung des Geländes verlegt worden“, erklärte Frank Beckehoff. An der Uferböschung seien außerdem einige Erlen gepflanzt worden, im Herbst stehen weitere Pflanzarbeiten an.
Jetzt liegt es an der Immobilienabteilung der Sparkasse, die Gewerbeflächen zu vermarkten. Erster Ansprechpartner dafür ist Christopher Stuff, der zum Jahreswechsel auch Geschäftsführer des Zukunftsquartiers Rothemühle wird.

Wie das Gewerbegebiet später einmal aufgeteilt sein wird, ist derzeit noch unklar und abhängig von den Interessenten. Momentan zeichne sich ab, so Frank Beckehoff, dass eher größere Grundstücke von 3.000 bis 4.000 Quadratmetern gefragt seien. „Wenn wir verbindliche Zusagen haben, gehen wir auch die Erschließung an“, sagte er.
Eingeplant sei dabei auch nach wie vor eine Erinnerung an die Geschichte von Apparatebau Rothemühle, versicherte Beckehoff auf Nachfrage des Ortsvorstehers von Rothemühle, Bruno Weber. Infrage komme dafür vor allem der Eingangsbereich. Bürgermeister Bernd Clemens rief in diesem Zusammenhang auf: „Wir wären dankbar, wenn örtliche Initiativen oder ehemalige Mitglieder dazu ihre Ideen einbringen.“

Zum geplanten Wohnquartier auf dem ehemaligen Mitarbeiterparkplatz gab es ebenfalls einige Erläuterungen. Entstehen soll dort geförderter bzw. sozialer Wohnraum: ein Mehrfamilienhaus sowie Reihen- bzw. Doppelhäuser. Mit Grünflächen erstreckt sich das Quartier über etwa 10.000 Quadratmeter.
Hier hakte Ortsvorsteher Bruno Weber noch einmal genauer nach: „Wann wird der Parkplatz denn hergerichtet? Denn im Moment ist es eher ein Schrottplatz. Auf der ganzen Länge steht ein Unfallwagen nach dem anderen.“ Genaues konnte Frank Beckehoff dazu nicht sagen, versprach aber, diesem Hinweis nachzugehen.
Derzeit kursierende Gerüchte rund um andere Pläne für den Parkplatz widerlegte er: „Nach wie vor sind wir Eigentümer und können den Platz jederzeit räumen lassen.“ Und auch Bürgermeister Bernd Clemens betonte: „Auf dem Gelände ist Wohnbaufläche geplant und nichts anderes.“
Dauerthema Grundschule: Neue Pläne in Sicht?
Ein Thema, das die Einwohner von Rothemühle ebenfalls sichtlich bewegte, war das Raumproblem an der örtlichen Grundschule. Hier würde es stocken, lautete die deutliche Kritik der Bürger. Seit einer ganzen Weile schafft ein Container vor der Schule zusätzlichen Platz, doch das soll keine Dauerlösung sein.
Statt des ursprünglich geplanten Erweiterungsbaus hätten sich mittlerweile neue räumliche Möglichkeiten ergeben, informierte der Fachbereichsleiter Bauen und Stadtentwicklung, Christof Wurm. Im nächsten Sitzungsblock sollen die Pläne rund um die Grundschule Rothemühle deshalb erneut thematisiert werden.
