Feuerwehr-Sorgenkind: Gerätehäuser sehr wichtig für Brandschutz in Wenden
Jahresbericht 2024 vorgestellt
- Wenden, 14.02.2025
- Politik , Blaulicht
- Von Lorena Klein
Wenden. Ein Jahr der Herausforderungen und neuen Schritte liegt hinter der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Wenden. Den Jahresbericht 2024 hat der Leiter der Feuerwehr, Joachim Hochstein, kürzlich veröffentlicht. Im Bereich der Feuerwehrgerätehäuser gibt es noch einiges zu tun. Das ist auch in der Wendener Ratssitzung am Mittwoch, 12. Februar, deutlich durchgeklungen.

Das Jahr 2024 war für die Wendener Feuerwehr wieder von zahlreichen Einsätzen geprägt. Insgesamt 222 Mal rückten die Kameraden und Kameradinnen aus. Vor besondere Herausforderungen stellte die Einsatzkräfte im Mai das Hochwasser in Ottfingen und, nur wenige Tage später in derselben Ortschaft, ein schwerer Dachstuhlbrand. Auf der Wendener Kirmes stellten die Feuerwehrleute wieder den Brandschutz sicher.
Für ihre Einsätze ist die Feuerwehr um einige Hilfsmittel reicher geworden: 2024 kamen eine neue Drehleiter (Einheit Wenden), eine Netzersatzanlage, ein Hilfeleistungslöschfahrzeug (Hillmicke) und ein Großtanklöschfahrzeug (Gerlingen) hinzu.

Die Anzahl der Mitglieder aller Abteilungen ist im vergangenen Jahr leicht auf 423 angestiegen. Trotzdem mahnt die Feuerwehr: Gerade in der wichtigen Einsatzabteilung sind es drei Mitglieder weniger und für die nächsten 20 Jahre zeichnet sich ab, das einige Einsatzkräfte aus Altersgründen ihren aktiven Dienst beenden werden.
Nachwuchs und Mitgliederbindung sind deshalb das A und O. Mit diesem Ziel hat die Wendener Feuerwehr 2024 den ersten Teil ihrer Werbekampagne gestartet. Neu sind außerdem der Förderverein, die Drohnen-Einheit und eine Versorgungseinheit, die allesamt 2024 ins Leben gerufen wurden.
Ein Bereich bereitet der Feuerwehr besondere Sorgen: Wie geht es weiter mit den Projekten rund um die Feuerwehrgerätehäuser? Diese sind ein bedeutender Bestandteil des Brandschutzbedarfsplans, denn sie machen weitere Anschaffungen und eine neue Organisation möglich.

„Die Fortschritte bei den dringend benötigten Neubauten der Feuerwehrgerätehäuser in Hillmicke und Hünsborn bleiben hinter den Erwartungen zurück“, lautet die Kritik im Jahresbericht.

In Hillmicke laufen weiterhin Gespräche mit Grundstückseigentümern. Denn für den geplanten Neubau muss erst noch ein Platz erworben werden. Der Neubau des Feuerwehrhauses in Hünsborn wird sich um einige Monate verzögern, weil die Bezirksregierung die dafür notwendige Änderung des Flächennutzungsplanes Anfang Januar abgelehnt hat.

Der Grund: Das Feuerwehrhaus liegt in Ortsrandlage außerhalb des ausgewiesenen Siedlungsbereichs. Die rechtlichen Rahmenbedingungen werden sich jedoch bis zur Jahresmitte wieder ändern, sodass ein erneuter Antrag erfolgreich sein dürfte. Danach soll als nächster großer Schritt dann der Bauantrag gestellt werden.
Beim Feuerwehrhaus in Gerlingen läuft die Ertüchtigung nach Plan. Es gibt nun einen Anbau zur Schwarz-Weiß-Trennung, die Atemschutzwerkstatt kann zeitnah genutzt werden. In Wenden stehen noch immer die Sanierung des Parkplatzes vor dem Gerätehaus und die Ertüchtigung des Stabsraums auf der Liste. Wann beides angegangen wird, ist noch nicht klar.
Einig waren sich die Sprecher der Wendener Ratsfraktionen in der hohen Bedeutung der Feuerwehr und ihrer Gerätehäuser. „Da ist noch wirklich Handlungsbedarf, da müssen wir dranbleiben“, betonte Grünen-Fraktionsvorsitzender Elmar Holterhof und ähnlich lauteten auch die Rückmeldungen der anderen Fraktionen.
E-Call-Einsätze – achtmal Fehlalarm in 2024
In ihrem Jahresbericht thematisiert die Wendener Feuerwehr auch sogenannte E-Call-Einsätze. Ein E-Call ist ein automatischer Notruf, der in modernen Fahrzeugen, aber auch zum Beispiel über das Handy in bestimmten Situationen ausgelöst wird. Die Feuerwehr der Gemeinde Wenden wurde 2024 aus diesem Grund insgesamt achtmal alarmiert – jedoch jedes Mal umsonst.
„Diese Entwicklung macht deutlich, dass dringend eine einheitliche Vorgehensweise im Umgang mit E-Call-Einsätzen in Zusammenarbeit mit der Leitstelle des Kreises Olpe erarbeitet werden muss“, so die Forderung der Feuerwehr, um solche Fehlalarme richtig einordnen.



