Haushalts-Schock in der Gemeinde Wenden: „Es muss alles auf den Prüfstand“

4 Millionen Euro weniger als geplant


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Symbolfoto. von pixabay.com
Symbolfoto. © pixabay.com

Wenden. In der Gemeinde Wenden ist jetzt schnelles Handeln gefragt: Das Haushaltsdefizit droht in diesem Jahr deutlich größer auszufallen als erwartet. Grund ist die Entwicklung bei den Gewerbesteuer-Erträgen, die sich merkbar verschlechtert haben. Im Gemeinderat am Mittwochabend, 6. Mai, hat Kämmerer Thomas Munschek erklärt, wie es jetzt weitergeht.


Die anhaltende Rezession ist auch in der lokalen Wirtschaft immer mehr spürbar. Mit rund 15,4 Millionen Euro hat die Gemeinde Wenden bei den Gewerbesteuer-Erträgen in 2026 schon deutlich weniger als im Vorjahr (19,2 Mio. Euro) einkalkuliert . Doch es ist noch sehr viel ernster: Laut aktuellem Stand werden es nur 11,3 Millionen Euro sein – also nochmal 4 Millionen weniger.

Das hat dramatische Auswirkungen auf den gesamten Haushaltsplan für 2026. Denn so würde die Gemeinde Wenden, die wie alle Kommunen wegen wachsender Pflichtausgaben ohnehin schon unter Druck steht, am Ende rund 10 Millionen Euro Minus machen. Geplant war ursprünglich ein Defizit von etwa 6 Millionen Euro.

Kämmerei bereitet Haushaltssperre vor

Anhand eines Ampelbildes wies Kämmerer Thomas Munschek darauf hin, wo die Gemeinde Wenden steht. Während der Haushalt 2025 noch zumindest fiktiv ausgeglichen gewesen sei, gelange man dieses Jahr langsam in den „roten Bereich“ – und in diese Richtung werde es auch weitergehen.

Das Ersparte der Gemeinde Wenden schmilzt dadurch mehr und mehr ab: Bis 2029 werde die Ausgleichsrücklage abgebaut sein, so Munschek. Und danach werde man auch die allgemeine Rücklage antasten müssen.

Das Rathaus der Gemeinde Wenden. von Nils Dinkel
Das Rathaus der Gemeinde Wenden. © Nils Dinkel

Oberstes Ziel sei es zu vermeiden, dass bis 2030 ein Haushaltssicherungskonzept erstellt werden muss. Doch in Zukunft muss an einigen Stellschrauben gedreht werden. Ob Steuern, Gebühren und Entgelte, Priorisierungen von Projekten und Mitteln: „Es muss alles auf den Prüfstand“, verdeutlichte der Kämmerer.

Schon jetzt laufen die ersten Maßnahmen: „Ich bin gerade dabei, eine Haushaltssperre mit der Kämmerei vorzubereiten“, informierte Thomas Munschek. Möglichkeiten, wie das Planergebnis verbessert werden kann, sollen bereits in der nächsten Ratssitzung vorgestellt werden.

„Bittere Wahrheit“

„Das ist eine bittere Wahrheit, die wir hier zur Kenntnis nehmen“, sagte Bürgermeister Bernd Clemens. Nun müsse man sich den Konsequenzen stellen. Elmar Holterhof, Fraktionsvorsitzender der Grünen, erinnerte sich an die letzte Haushaltssperre im Jahr 2010, die damals auch sehr plötzlich gekommen sei. „Wir sind jetzt da, wo andere Kommunen schon lange sind“, so Holterhof. Innerhalb des Kreises Olpe lägen die Steuern in der Gemeinde Wenden auf einem sehr niedrigen Niveau, merkte er an. „Da werden wir uns den Nachbarkommunen anpassen müssen.“

Die UWG-Fraktion brachte einen direkten Vorschlag für mögliche Einsparungen ein. Fraktionsvorsitzender Thorsten Scheen schlug vor, die von der UWG beantragten Trinkwasserspender wieder aus dem Haushalt zu streichen.

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