Ortsumgehung Gerlingen: „Baubeginn nicht mehr in diesem Jahrzehnt“
Ein Ziel – und viele offene Fragen
- Wenden, 09.12.2025
- Politik
- Von Lorena Klein
Gerlingen/Wenden. Es ist ein Vorantasten an ein riesiges Projekt: Was ist möglich und was ist sinnvoll beim Bau einer Ortskernentlastungsstraße für Gerlingen? Den aktuellen Stand der Vorplanungen hat das Ingenieurbüro, das sich um die Projektsteuerung kümmert, am Montagabend, 8. Dezember, im Haupt- und Finanzausschuss in Wenden vorgestellt.

„Eine Ortskernentlastungsstraße muss eine entsprechende Attraktivität haben, um auch wirklich Entlastung zu schaffen“, betonte Thomas Wühle von Höcker Project Managers. Die Straße müsse für alle Verkehrsarten attraktiv sein – unter anderem durch eine bessere und direkte Anbindung an das Gewerbegebiet „Auf der Mark“ sowie an die A 4 und A 45.
Der Verkehr auf der Gerlinger Ortsdurchfahrt soll so im Idealfall um bis zu 40 Prozent reduziert werden. Das Büro, erklärte Wühle, wolle beim Entscheidungsprozess rund um eine mögliche Ortsumgehung helfen und mitwirken.
Entlang der geplanten circa anderthalb Kilometer langen Streckenführung bleibt noch einiges zu klären. Vor allem die Abstimmung mit der Autobahn GmbH ist von großer Bedeutung, denn die A 45 soll von Olpe bis Freudenberg in Zukunft sechsspurig ausgebaut werden.

Gleichzeitig braucht es für die Ortsumgehung einen Tunnel oder eine Unterführung zur Querung der A 45. Während eine Unterführung nur bis zu einer bestimmten Länge möglich sei, hingen an einem Tunnel mehr technische Ausrüstung und Rettungsgänge, erläuterte Wühle.
„Eine Parallelisierung mit den Arbeiten der Autobahn ist natürlich der ganz große Wunsch“, so Thomas Wühle zur Querung. Doch wann die Autobahn mit ihrem Bauprojekt beginnt, sei ungewiss – und ewig lasse sich darauf nicht warten.
Auch die Kostenfrage ist ein großes Thema. Die Gesamtkosten setzen sich dabei aus mehreren Bereichen zusammen, erklärte Wühle: den Planungs- und Beratungsleistungen, den eigentlichen Baukosten und sonstigen Kosten wie Gebühren und Ablösebeträge. Ein weiterer Punkt sind mögliche Kostensteigerungen in der Zukunft. Denn, so Thomas Wühle: „Man kann davon ausgehen, dass man nicht mehr in diesem Jahrzehnt anfangen wird zu bauen.“ Zum jetzigen Zeitpunkt könne er noch keine verlässliche Auskunft zu den Kosten geben.

Einen ganz groben Rahmen konnte er aber nennen. So wird es voraussichtlich im ersten Halbjahr des kommenden Jahres mehr Klarheit bei den Kosten und Terminen geben, damit eine Entscheidung getroffen werden kann. Und wenn es dann weitergehen würde, so Wühle, müssten zunächst alle Dienstleistungen beschafft werden und europaweite Ausschreibungen stattfinden.
Für das Genehmigungsverfahren, für das vorab noch weitere Planungsvertiefungen erforderlich seien, gehe er von einem Zeitraum von rund zwei Jahren aus. Erst dann könne es in die Ausführungsplanung gehen. „Mehr traue ich mich noch nicht zu sagen.“
