Ortsumgehung Gerlingen: Tunnel oder Unterführung – das ist die Frage
Grundsatzentscheidung vor Weiterplanung
- Wenden, 13.02.2025
- Politik , Straße & Verkehr
- Von Lorena Klein
Wenden/Gerlingen. Tunnel oder Unterführung? Zur weiteren Planung einer Ortskernentlastungsstraße für Gerlingen muss diese Frage geklärt werden. Damit zieht sich der Start der nächsten Leistungsphase nach hinten, was im Wendener Gemeinderat am Mittwochabend, 12. Februar, für einige kritische Stimmen sorgte, aber auch neue Anregungen brachte.

Dass das Projekt Ortsumgehung Gerlingen in die Leistungsphase 3 gehen soll, hatte der Rat im vergangenen September beschlossen. Gestartet hat diese konkrete Entwurfsplanung noch nicht – dazu sei noch ein weiterer Zwischenschritt notwendig, erklärte Bürgermeister Bernd Clemens am Mittwochabend.
Zur Planung der Straße hatte die Gemeinde erneut ein Gespräch mit der Autobahn GmbH und Straßen.NRW geführt. Ein zentraler Punkt war dabei die Querung der Autobahn A4. Außerdem müssen im weiteren Verlauf der Planung auch der Knotenpunkt Koblenzer Straße / Auf dem Ohl und eine Brücke über die Bigge unter die Lupe genommen werden.




Ein Ingenieurbüro könnte der Gemeinde Wenden bei der Entscheidung helfen, ob an der Stelle, wo die Ortsumgehungsstraße die Autobahn kreuzen würde, eine Unterführung oder ein Tunnel mehr Sinn ergibt.
„Ich bin ein absoluter Befürworter der Ortsumgehung Gerlingen und glaube daran. Aber da gibt es dicke Bretter zu bohren“, erklärte Bernd Clemens den Vorschlag. Auch Baudezernent Christof Wurm betonte die Komplexität. Es sei ein großes Strukturprojekt, dass dort angegangen werde.
Nicht nur die Kostenfrage – eine Variante mit Unterführung würde derzeit 15 Millionen Euro kosten, die Option mit Untertunnelung 20 Millionen – sondern auch viele andere Faktoren spielen eine Rolle. Insbesondere die geplante Erweiterung der Autobahn auf sechs Spuren wirkt sich auf die Pläne für die Ortsumgehung aus, denn die geplante Trasse wird dadurch verschoben. In diesem Punkt ist das Projekt abhängig vom Planungsfortschritt der Autobahn.

Doch all diese Fragen ständen schon lange im Raum, so die Kritik mehrerer Ratsmitglieder. „Lieber Bürgermeister, wann ist es so weit?“, stellte SPD-Ratsmitglied Sven Schartz die Frage, die an diesem Abend einige bewegte. Er schlug vor, einen Projektleiter zu benennen, der die Sache im Blick behält.

Ebenfalls gab Bürgermeister Clemens bekannt, dass der Kreis Olpe weiterhin die Option einer Bodendeponie im Ruttenberg prüfe und das Ganze „auf einem guten Weg“ sei. Die Bodendeponie könnte sich erheblich an der Finanzierung der Ortsumgehung beteiligen und ist für die Gemeinde Wenden somit ein essenzieller Planungsfaktor.
Die Ratsmitglieder sprachen sich einstimmig dafür aus, ein Ingenieurbüro zu beauftragen, das sich mit der Autobahnquerung auseinandersetzt. Ebenfalls beschlossen sie auf Vorschlag eines CDU-Ratsmitglieds, dass die Gemeindeverwaltung bei Neuerungen und mindestens halbjährlich berichtet, wie es um die Ortsumgehung und die Bodendeponie steht. Außerdem wird der Bürgermeister Ausschau nach einem Projektleiter halten.
