Plan verworfen: Doch keine Geflüchteten-Unterkünfte auf Schönauer Bolzplatz
Hohe Erschließungskosten
- Wenden, 04.12.2025
- Politik
- Von Lorena Klein
Wenden/Schönau. Auf dem Gelände des Bolzplatzes in Schönau war ursprünglich der Bau von bis zu zwei Unterkünften für Asylbewerber geplant. Der Platz stellte sich jedoch als ungeeignet heraus. Jetzt soll nach neuen Standorten gesucht werden – nach Möglichkeit auch weiterhin in Schönau.

Wenn dem Wendener Land wieder mehr Geflüchtete zugewiesen werden, möchte die Gemeinde Wenden vorbereitet sein. Auch wenn es momentan eher ruhiger ist – unter anderem der Ukraine-Krieg zeigte zuletzt, dass die Kapazitäten der Unterkünfte in Zeiten von Krisen und Konflikten schnell an ihr Limit kommen können.

Auch in Schönau sollten bis zu zwei Unterkünfte nach dem neu entwickelten „Wendener Gebäudestandard“ entstehen – und zwar auf dem Gelände des Bolzplatzes am Ortsausgang in Richtung Altenhof.

Bestandspläne und genauere Untersuchungen des Platzes zeigten jedoch: Weder Strom noch Wasser oder der Kanal verlaufen hierher. Allein die Kanaltrasse, für die man durch eine Bergkuppe mit massivem Fels im Boden graben müsste, würde rund 450.000 Euro netto kosten – hinzu kommen 50.000 Euro für den Ausbau der Straße. Auch für die Wasser- und Stromversorgung wären noch zahlreiche Anpassungen des Geländes notwendig.

Aufgrund der hohen Erschließungskosten hat die Gemeindeverwaltung die Pläne auf dem Bolzplatz verworfen und ist derzeit auf der Suche nach anderen Standorten im Gemeindegebiet. Dem entsprechenden Beschluss stimmten im Bau- und Planungsausschuss am Mittwoch, 3. Dezember, alle Mitglieder zu.

Der Ausschuss habe ausdrücklich darum gebeten, dass auch weiter in Schönau nach einem geeigneten Platz gesucht wird, so Bau-Fachbereichsleiter Christof Wurm. „Wir gucken uns alle Möglichkeiten an, denn wir sind immer auf der Suche nach neuen Flächen“, betont er. Zur finalen Abstimmung steht das Thema auch im Gemeinderat am kommenden Mittwoch, 10. Dezember, auf der Tagesordnung.
