Schritt für Schritt ins Riesenprojekt: Wie steht es um die Ortsumgehung?

Komplexe Pläne für Gerlingen


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Luftaufnahme von Gerlingen. von Nils Dinkel
Luftaufnahme von Gerlingen. © Nils Dinkel

Gerlingen. Ein ruhigeres Gerlingen mit weniger Verkehr – das könnte eine Ortskernentlastungsstraße ermöglichen. Das Thema beschäftigt die Gemeinde Wenden seit Jahren. Jetzt informiert die Verwaltung darüber, was es braucht, um das riesige Infrastrukturprojekt Realität werden zu lassen. Eines vorweg: Es ist komplex.


Und es werden noch einige Jahre vergehen, bis der Bau einer Ortsumgehung starten kann, kündigt die Gemeindeverwaltung in ihrer Informationsvorlage für die nächsten Sitzungen von Haupt- und Finanzausschuss sowie Gemeinderat an. Denn mit der Straße selbst sind noch zahlreiche andere Projekte und Anpassungen in der Umgebung verbunden.

Darunter einige neue Ingenieurbauwerke. Um die A 45 zu kreuzen, muss ein Tunnel oder alternativ eine Unterführung gebaut werden. Vorher sind Untersuchungen zum Lärmschutz und zur Entwässerung seitens der Autobahn GmbH notwendig. Von der Autobahn kommend ist eine Rechtsabbiegerspur bis zum Knotenpunkt Koblenzer Straße/Auf dem Ohl als Zufahrt auf die Ortsumgehung erforderlich. Dafür braucht es wiederum eine Stützmauer entlang der Firma Dietrich.

Pläne Ortsumgehung Gerlingen. von Gemeinde Wenden
Pläne Ortsumgehung Gerlingen. © Gemeinde Wenden

Auch die Rad- und Fußwege werden schließlich unter die Lupe genommen. Eventuell muss die Brücke über die Bigge in diesem Zuge verbreitert werden. Die Pläne rund um die notwendigen Bauwerke wird das zuständige Planungsbüro voraussichtlich im Frühjahr 2026 im Rat vorstellen.

Für die Um- und Neubauten fallen für die Gemeinde Wenden viele zusätzliche Kosten an, daneben müssen Ablösebeträge an die Autobahn GmbH und Straßen NRW gezahlt werden. Hinzu kommen generelle Preissteigerungen.

Kosten-Nutzen-Verhältnis von großer Bedeutung

Eines steht für die Gemeindeverwaltung deshalb fest: Die Kosten für das gesamte Infrastrukturprojekt werden über der Prognose des Gutachtens aus 2023 liegen – darin war von 15 Millionen Euro für eine Ortsumgehung mit Unterführung und 20 Millionen für eine Tunnel-Lösung die Rede.

„Dies wird nur dann seine Berechtigung finden, wenn am Ende eine funktionale und von den Verkehrsteilnehmern akzeptierte Umgehungsstraße entsteht, die auch wirklich Entlastung für die Ortsdurchfahrt Gerlingen bringt. Insoweit kommt dem Kosten-Nutzen-Verhältnis bei diesem Projekt eine hohe und gewichtige Bedeutung zu“, heißt es im Fazit der Verwaltung.

Pläne für Bodendeponie „noch ganz am Anfang“

Eine zentrale Frage bei der Finanzierung ist auch die mögliche Bodendeponie, die sich beteiligen könnte. „Auch hier stehen die Planungen noch ganz am Anfang. Eine Aufnahme des Betriebs und damit ein möglicher Anteil an der Finanzierung wird sich, nach umfangreicher Prüfung der Deponie mit ungewissem Ausgang, erst in vielen Jahren realisieren“, heißt es in der Vorlage.

Schritt für Schritt will sich die Gemeinde deshalb vorarbeiten, Ergebnisse auswerten, weiterschauen. Und dann entscheiden, ob die Ortsumgehung kommen soll.

Ortsumgehung Gerlingen – das ist der Stand:

Zu den Plänen rund um eine mögliche Ortskernentlastungsstraße gibt die Wendener Gemeindeverwaltung folgenden Zwischenstand:

  • Straßenplanung: Leistungsphase 1 und 2
  • Ingenieurbauwerke: vergeben
  • Radwegeführung: Vergabevorbereitung
  • Projektsteuerung: vergeben
  • Sicherheitsaudit: Vergabevorbereitung
  • Boden- und Baugrunduntersuchungen: offen
  • Artenschutzrechtliche Untersuchungen: offen
  • Baurecht: offen
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