Schützinnen willkommen: „Ein lebendiger Verein entwickelt sich weiter“
Altenhofer Schützenbruderschaft begrüßt neue weibliche Mitglieder
- Wenden, 21.05.2026
- Verschiedenes
- Von Lorena Klein
Altenhof. Zu den Schützenvereinen, die offiziell auch Frauen in ihre Reihen aufnehmen, zählt jetzt auch die St.-Hubertus-Schützenbruderschaft Altenhof. Im Rahmen der Jahreshauptversammlung und auf dem Schützenfest am vergangenen Wochenende hat der Vorstand klar signalisiert: Schützinnen sind willkommen. Einige Frauen sind dem Verein bereits beigetreten.

„Grundsätzlich schließt unsere Satzung bei der Mitgliedschaft kein Geschlecht aus“, erklärt der 1. Brudermeister der Altenhofer Schützen, Dominik Stahl, auf Anfrage von LokalPlus. Bei der Jahreshauptversammlung im März wurde das Thema nochmal explizit angesprochen. „Für uns ein guter Anlass, unsere Haltung dazu offen und transparent zu erläutern“, so Dominik Stahl.

Der Brudermeister hebt hervor: „Im Vorstand hatten wir uns bereits im Vorfeld intensiv mit dieser Frage beschäftigt und waren uns einig, dass wir einer Mitgliedschaft von Frauen offen gegenüberstehen.“ Das sei kein Traditionsbruch – ganz im Gegenteil: Seit jeher stehe der Verein für Gemeinschaft und Zusammenhalt, sehe Frauen als festen Teil des Vereinslebens und habe seit 26 Jahren ein weibliches Ehrenmitglied.

„Die Diskussion rund um das Thema hat sich im Ort natürlich schnell herumgesprochen und auch im Vorfeld zum Schützenfest für Gesprächsstoff gesorgt“, berichtet Dominik Stahl. Im Rahmen des Frühschoppens habe er die Haltung des Schützenvereins dazu deshalb noch einmal klar formuliert – und auf die ersten beiden weiblichen Mitglieder hingewiesen.
„Die Reaktion im Festzelt war durchweg positiv und wurde mit großem Applaus aufgenommen“, betont der Brudermeister. Und nicht nur das: Neun weitere Frauen ergriffen direkt die Chance, der Schützenbruderschaft ebenfalls beizutreten.

Die Resonanz zeigt also: Das Angebot, sich als Mitglied im Schützenverein einzubringen, wird von den Frauen begeistert aufgenommen. „Erste Überlegungen innerhalb der neuen Mitgliedergruppe gehen sogar bereits in Richtung einer eigenen Frauenkorporalschaft“, verrät Dominik Stahl. Zunächst sei mit den neuen Mitgliedern und weiteren Interessierten ein lockerer Austausch geplant, bei dem Ideen gesammelt werden können.
„Wir sind überzeugt, dass Tradition nicht bedeutet, stehenzubleiben. Ein lebendiger Verein entwickelt sich weiter, ohne seine Wurzeln zu verlieren“, stellt Dominik Stahl klar. „Am Ende zählt für uns vor allem die gemeinsame Begeisterung für den Verein, der respektvolle Umgang miteinander und die Bereitschaft, sich für Gemeinschaft und Brauchtum einzusetzen.“
