Schule und geschützter Ort: Indienhilfe „Leonidis“ fördert neues Internat

Schönauer Hilfsinitiative berichtet


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Die Indienhilfe Leonidis hat schon zahlreiche Kinder und Jugendliche unterstützt, vor allem im Bereich Bildung. von privat
Die Indienhilfe Leonidis hat schon zahlreiche Kinder und Jugendliche unterstützt, vor allem im Bereich Bildung. © privat

Schönau. Die Schönauer Indien-Initiative Leonidis setzt mit ihrer Arbeit auch im 16. Jahr ihres Bestehens weiterhin auf das Thema Bildung. Aus diesem Grund fördert sie mittlerweile zum dritten Mal den Bau eines Internates, mit dem vor allem Mädchen der Schulbesuch ermöglicht und der gefährliche Heimweg erspart wird.


„Noch immer werden Mädchen Opfer von Entführungen und Vergewaltigungen. Und die langen Schulwege stellen da ein erhebliches Risiko dar“, berichtet Leonidis-Sprecherin Irmgard Grebe-Quast. Der Bau von Internaten habe sich dabei als ein hervorragendes Instrument erwiesen, die Mädchen zu schützen und die Eltern zu überzeugen, ihre Kinder in die Schulen zu schicken.

Aus diesem Grunde habe man sich nun auch für die Förderung eines neuen Internates in Mysore entschlossen, in dem ab dem neuen Schuljahr dann 90 Mädchen wohnen und leben können, so Grebe-Quast. Sie berichtet allerdings auch, dass für die Mädchen, die in diesen Internaten aufgenommen werden, oftmals ganz andere Dinge bedeutsamer werden.

Die Indienhilfe Leonidis hat schon zahlreiche Kinder und Jugendliche unterstützt, vor allem im Bereich Bildung. von privat
Die Indienhilfe Leonidis hat schon zahlreiche Kinder und Jugendliche unterstützt, vor allem im Bereich Bildung. © privat

Grebe-Quast weiß zum Beispiel von einer Sechsjährigen, die in ihrem bisherigen Leben noch nie in einem Bett geschlafen habe – und die nun erstmals nicht länger ohne Decke auf einer dünnen Matratze auf dem Boden nächtigen musste. „Wenn wir solche Geschichten zu hören bekommen, werden wir immer ganz bescheiden mit unseren Ansprüchen“, gibt Grebe-Quast zu und ergänzt. „Ganz häufig sind es gar nicht so sehr die großen Dinge, die zählen.“

Schulbesuch ermöglichen und Ausstattung verbessern

Dennoch hat sich die Schönauer Indien-Initiative nicht nur der Versorgung mit Lebensnotwendigem verschrieben, sondern sie fördert auch Qualität. So habe man im vergangenen Jahr aus den Spendengeldern ein Computerlabor vervollständigen und ein Chemielabor einrichten können. „Wenn wir gewährleisten wollen, dass die Ausbildung an den von uns geförderten Schulen Anerkennung findet, dann müssen wir uns auch an den Standards messen lassen können, die andernorts gelten“, weiß Grebe-Quast.

Gleichzeitig wird die Arbeit fortgeführt, die Leonidis von Beginn an unterstützt: die Bereitstellung der in Indien obligatorischen Schulgelder. Etwa 460 Mädchen und Jungen profitieren mittlerweile von diesem Programm, bei dem die Indienhilfe die Zahlung der Schulgelder übernimmt – sei es aufgrund von Patenschaften, die einzelne Unterstützer übernommen haben, oder auch durch die Verwendung anderer Spendengelder.

Die Indienhilfe Leonidis hat schon zahlreiche Kinder und Jugendliche unterstützt, vor allem im Bereich Bildung. von privat
Die Indienhilfe Leonidis hat schon zahlreiche Kinder und Jugendliche unterstützt, vor allem im Bereich Bildung. © privat

„Wir wissen, dass Bildung der Schlüssel ist, um dem Teufelkreis der Armut zu entfliehen“, sagt Grebe-Quast. Ihr ist aber auch wichtig, dass eine einmal gemachte Zusage zur Übernahme der Schulgelder auch bis zum Ende der Schullaufbahn Bestand hat. „Es wäre schlimm, wenn wir einem Kind sagen müssten, dass wir das Geld nicht länger aufbringen können, weil die Spenden zurückgegangen sind“, so die Leonidis-Sprecherin.

„Wir wissen, dass Bildung der Schlüssel ist, um dem Teufelkreis der Armut zu entfliehen”
— Irmgard Grebe-Quast, Sprecherin der Indienhilfe Leonidis

In der Vergangenheit habe man sich diese Sorge aber nie machen müssen: „Unsere Unterstützer sind sehr, sehr treu … was vielleicht auch daran liegt, dass sie wissen: Jeder gespendete Euro kommt tatsächlich vor Ort an. Da geht nichts für Verwaltung oder Marketing ab“, versichert Grebe-Quast.

Und dass die Gelder vor Ort den Ärmsten der Armen zugutekommen, dafür bürgen die Armen Dienstmägde Jesu Christi – ein katholischer Frauenorden, dem auch die aus Schönau stammenden Ordensschwester Johanna „Leonidis“ Grebe angehörte. Der Orden betreibt die Schulen, Internate und Krankenhäuser, die von der Leonidis-Indienhilfe unterstützt werden, und legt über jeden Euro Rechenschaft ab, der aus Deutschland überwiesen wird.

Die Indienhilfe Leonidis

Leonidis ist eine Hilfs-Initiative, die den Namen der 2009 verstorbenen Ordensschwester Leonidis aus Schönau trägt. Sr. Leonidis hat während ihrer Missionstätigkeit in Indien zahlreiche Bildungs- und Gesundheitsprojekte insbesondere für Mädchen angestoßen. Als das von ihr aufgebaute Netzwerk von Unterstützen mit ihrem Tod zu verwaisen drohte, haben sich einige Familienangehörige und Freunde entschlossen, die Arbeit der Ordensfrau fortzuführen. Mittlerweile ist Leonidis die größte kirchliche Hilfs-Initiative in Wenden.

Weitere Infos unter www.leonidis.org.

Spendenkonto:

Generalat der Armen Dienstmägde Jesu Christi

– LEONIDIS –

Pax Bank Trier, IBAN DE66 3706 0193 3012 0980 30



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