Sparen ist angesagt: Wie Wenden den Haushalt wieder geradebiegen möchte

Nach Einbruch der Gewerbesteuer-Erträge


Symbolfoto. von Pixabay.com
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Wenden. Es muss gespart werden in der Gemeinde Wenden – daran führt kein Weg vorbei. Seitdem bekannt ist, dass die Gewerbesteuer-Einnahmen deutlich niedriger ausfallen werden als erwartet, geht auch die Prognose für den Haushalt 2026 in den Keller. Doch ein noch größeres Defizit, nämlich -10,6 Mio. Euro statt der ursprünglich geplanten -6,4 Mio. Euro, möchte man unbedingt vermeiden.


Deshalb hat Kämmerer Thomas Munschek nach der Schocknachricht für den Gemeinderat im Mai eine Haushaltssperre erlassen. In der Ratssitzung am Mittwoch, 1. Juli, haben die Ratsmitglieder außerdem einstimmig eine sogenannte Konsolidierungsstrategie beschlossen – heißt: einen Sparplan.

Durch die Haushaltssperre sind bei allen infrage kommenden Produkt-Sachkonten jeweils 20 Prozent eingefroren worden, die im aktuellen Haushaltsjahr nicht verwendet werden dürfen. Eine Ausnahme gilt für gesetzliche Pflichtaufgaben, zum Beispiel soziale Leistungen, sowie vertragliche oder tarifrechtliche Vorgaben.

Einsparungen in den Fachbereichen

Auf diese Weise können schonmal circa 1,6 Mio. Euro eingespart werden. Zusätzlich dazu sollen die Fachbereiche folgende Summen einsparen:

  • Gebäude und Liegenschaften: 511.400 Euro
  • Bildung, Sport und Kultur: 183.700 Euro
  • Zentrale Dienste, Sicherheit und Ordnung: 60.000 Euro
  • Bauverwaltung: 44.800 Euro
  • Tiefbau: 167.700 Euro

Unterm Strich kann die Gemeinde also zusammengerechnet rund 2,6 Mio. Euro einsparen. Das sind aber nur 62 Prozent des angestrebten Sparziels von knapp 4,2 Mio. Euro.

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Doch auch die bisher gesetzten Sparziele werden schon weitreichende Auswirkungen haben und für einige Bürgerinnen und Bürger im Wendener Land spürbar sein – von der Kürzung der Förderungen für Vereine und Projekte über Einsparungen bei Sanierungs- und Unterhaltungsmaßnahmen bis hin zu höheren Parkplatzgebühren auf der Wendener Kirmes. Und in Zukunft werden auch Steuererhöhungen unumgänglich sein.

Keine guten Nachrichten, doch der Gemeinde Wenden sind letztlich die Hände gebunden. „Langfristig ist es unabdingbar, dass die kommunale Finanzausstattung auskömmlich gestaltet und sofort die ständige Durchbrechung des Konnexitätsprinzips gestoppt wird“, wird in der Sitzungsvorlage betont – und damit an Bund und Land appelliert, den Kern des Problems endlich in Angriff zu nehmen.

Außerdem Thema im Gemeinderat:

Im neuen Hallenbad neben der Gesamtschule Wenden geht es zügig voran. Auch im Inneren ist das Projekt laut Sitzungsinformation „weit vorangeschritten“. So wurden in den vergangenen Wochen unter anderem der Boden verlegt, am Dusch- und Umkleidebereich gearbeitet, der Hubboden montiert und das Schwimmbecken mit Wasser befüllt.

Die erwarteten Gesamtkosten liegen weiterhin bei 14,1 Mio. Euro. Ende des Monats ist die Übergabe des Hallenbads an die Gemeinde Wenden geplant, am 1. Oktober soll es in Betrieb genommen werden.

Baufortschritt am Schwimmbecken (Stand 17. Juni): Ab Oktober können Schwimmbegeisterte hier ihre Bahnen ziehen. von Gemeinde Wenden (Sitzungsvorlage)
Baufortschritt am Schwimmbecken (Stand 17. Juni): Ab Oktober können Schwimmbegeisterte hier ihre Bahnen ziehen. © Gemeinde Wenden (Sitzungsvorlage)

In Gerlingen sollen für die zwei Asylunterkünfte am Gerlinger Bahnhof und in der Hillmicke Straße Baugenehmigungen eingeholt werden, um die Gebäude bei Bedarf kurzfristig aufzustocken. So können auf schnellem Weg 48 neue Plätze geschaffen werden.

Auch wenn sich die Zuweisungszahlen von Geflüchteten in Wenden derzeit auf einem eher niedrigen Niveau bewegen, kann sich die Situation vor dem Hintergrund von Kriegen und Krisen schnell ändern. Im Ernstfall hat die Gemeinde Wenden eine Aufnahmeverpflichtung von 369 Menschen. Bedeutet zum aktuellen Zeitpunkt: 75 weitere Zuweisungen wären noch möglich. Doch derzeit gibt es in der Gemeinde nur noch 46 freie Plätze, weshalb sie nun vorzeitig reagiert.

Archivfoto: Die Baustelle an der A45-Talbrücke Ottfingen. von Lorena Klein
Archivfoto: Die Baustelle an der A45-Talbrücke Ottfingen. © Lorena Klein

Der Grunderwerb für den Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Hillmicke konnte abgeschlossen werden. Das gab Bernd Clemens am Ende des öffentlichen Teils der Sitzung bekannt. Damit ist nach langer Suche ein wichtiger Schritt im Projekt vollbracht. Das Grundstück für das neue Feuerwehrhaus liegt an der Poststraße gegenüber der Einmündung am Nocken.

In Ottfingen wird es bald laut: Das erste Teilbauwerk der A45-Talbrücke Ottfingen wird gesprengt – und zwar am Sonntagmorgen, 19. Juli, um 8 Uhr, wie Bernd Clemens ebenfalls verkündete. Schon jetzt wies er darauf hin, dass es ringsherum so gut wie keine Parkplätze gebe, weshalb interessierte Zuschauer gebeten werden, möglichst zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu kommen. Weitere Details zur Brückensprengung lest ihr nächste Woche bei LokalPlus.

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