Täglich auf Zeitreise: Monika Löcken macht Geschichte der Region erlebbar
Berufsalltag einer Museumsleiterin
- Wenden, 17.07.2025
- Kultur
- Von Lorena Klein
Wendenerhütte/Attendorn. Da, wo andere in die Geschichte ihrer Heimat eintauchen, arbeitet Monika Löcken. Seit vielen Jahren leitet sie das Südsauerlandmuseum Attendorn und das Museum Wendener Hütte. Letzteres hat sie sogar aufgebaut. Wie führte ihr Weg dorthin und was zeichnet die Arbeit im Museum aus? Ein Blick in einen etwas anderen Berufsalltag…

Geschichte, Kunstgeschichte und Volkskunde – mit diesem Studium fing die Reise für Monika Löcken damals in Freiburg an. Was macht man mit diesen Fächern? Das sei sie oft gefragt worden. Nicht unbedingt geplant, sondern vielmehr Chance für Chance führte ihr Weg in die Welt der Museen.
In Dalhausen (Kreis Höxter) durfte Monika Löcken Ende der 1980er-Jahre ein Korbmacher-Museum aufbauen, das noch heute besteht. Im Anschluss folgte unter anderem ein Volontariat im Westfälischen Freilichtmuseum Hagen – heute das LWL-Museum für Handwerk und Technik.

1993 wurde Monika Löcken dann an der Wendener Hütte übernommen. „Ich habe da die Potentiale gesehen und fand das toll“, erinnert sie sich. „Hier gab es kein Museum und ich wollte gerne eins aufbauen.“ Zehn Jahre später tritt Monika Löcken, die gebürtig aus Gelsenkirchen-Buer stammt und heute in Breckerfeld wohnt, eine zusätzliche Leitungsstelle im Südsauerlandmuseum Attendorn an.
Seither ist sie doppelte Museumsleiterin. Dazu gehört vor allem eine große Portion Wissenschaft. „Jeder Tag ist anders, doch es gibt Hauptfelder“, erzählt Monika Löcken. „Man sammelt und schaut: Was passt zum Museum? Zu den Exponaten wird geforscht, sie werden wissenschaftlich inventarisiert und dokumentiert. Die Ausstellungen sind dann die Spitze des Eisbergs, meistens sieht man nur das.“

An der Wendener Hütte komme die Aufgabe hinzu, das technische Kulturdenkmal und dessen Betriebseinheiten zu betreuen und zu erhalten, ergänzt Monika Löcken. Durch Hochwasser sei zum Beispiel ein Aquädukt beschädigt worden. Für die Reparatur gelte es dann, sich mit unterschiedlichen Ämtern abzusprechen.

Sowohl in Wenden als auch in Attendorn hat Monika Löcken das Wachstum der Museen in den vergangenen Jahrzehnten begleitet. Vieles hat sich verändert – nicht nur, dass mittlerweile fast 40 Mitarbeiter an beiden Standorten tätig sind.

„Bei der Wendener Hütte war ein Meilenstein der Neubau des Museums im Jahr 2007“, resümiert Monika Löcken. „In Zukunft soll die ganze Hütte ein WLAN-Netz bekommen, um digitale Angebote zu ermöglichen und zum Beispiel AR-gestützte Führungen anzubieten.“
Im Attendorner Südsauerlandmuseum werde bereits mit VR-Brillen und moderner Technik gearbeitet. Nachdem das Museum in der Vergangenheit schon neu konzeptioniert wurde, soll zukünftig noch der Bestand rund um das 19. und 20. Jahrhundert erweitert werden. Ganz anders laufe heute auch die Öffentlichkeitsarbeit und Außendarstellung der Museen, erzählt Monika Löcken: „In Attendorn haben wir sogar einen Tik-Tok-Kanal.“
„Die Wendener Hütte steht für die lange Gewerbetradition, die den Kreis Olpe noch heute bestimmt. Das Südsauerlandmuseum steht für die Kunst und Kultur in der Region”
Ihre Herausforderung als Museumsleiterin: die Vergangenheit mit der Moderne zu verknüpfen. „Die Wendener Hütte steht für die lange Gewerbetradition, die den Kreis Olpe noch heute bestimmt. Das Südsauerlandmuseum steht für die Kunst und Kultur in der Region und ist sehr breit gefächert“, hebt Monika Löcken die Bedeutung der beiden Museen hervor.
Für die Zukunft wünscht sie sich, dass diese Themen weiterhin ernstgenommen werden. Es gebe die Tendenz, den Wert einer Einrichtung an der Besucheranzahl zu messen. „Doch das geht an der Aufgabe vorbei“, so Monika Löcken. „Der gesellschaftliche Auftrag ist es, Kulturgut zu sichern und komplexe Themen verständlich unter die Leute zu bringen.“
