Video-Update: Talbrücke Ottfingen gesprengt – A 45 wieder freigegeben
Ursache für Panne beim ersten Anlauf noch unklar
- Wenden, 19.07.2026
- Verschiedenes , Straße & Verkehr
- Von Lorena Kleinund Nils Dinkel
Ottfingen. Das erste Teilbauwerk der A 45-Talbrücke Ottfingen ist am Sonntagnachmittag, 19. Juli, im zweiten Anlauf erfolgreich gesprengt worden. Es brauchte zwei Versuche, ehe das gesamte Teilbauwerk in Fahrtrichtung Frankfurt rund 30 Meter in die Tiefe stürzte. Die Ursache für die Panne bei der ersten Sprengung am Morgen ist derzeit noch unklar. Die A 45 ist wieder freigegeben.

Update, 16.30 Uhr:
Die Prüfung der Bestandsbrücke ist abgeschlossen, teilt die Autobahn GmbH mit. Der Abschnitt der A 45 ist seit 16.20 Uhr wieder für den Verkehr freigegeben.
Update 16 Uhr:
Auf die Frage, wieso nach der ersten Sprengung am Morgen noch ein Stück der Brücke stehengeblieben war, kann Samuel Freund, Leiter der Außenstelle Netphen der Autobahn Westfalen, derzeit noch keine Antwort geben. „Wir können heute noch nichts dazu sagen, werden aber alle Daten und Bilder gemeinsam mit dem Ingenieurbüro und der Sprengfirma auswerten“, erklärt er auf LokalPlus-Nachfrage.
Im stehengebliebenen Teilstück seien die Sprengladungen zwar ebenfalls detoniert, jedoch die Pfeiler nicht eingeknickt, beschreibt Samuel Freund. Doch er hebt hervor: „Wir haben heute lediglich länger gebraucht als gedacht. Davon abgesehen lief alles reibungslos und es gibt keinerlei Personen- oder Sachschaden.“
„Wir haben heute lediglich länger gebraucht als gedacht. Davon abgesehen lief alles reibungslos und es gibt keinerlei Personen- oder Sachschaden”
Das noch bestehende Teilbauwerk wird gerade noch genaustens unter die Lupe genommen, die Prüfer sind laut Freund aber mittlerweile fast am Ende der Brücke angekommen. Heißt: Wenn weiterhin keine Schäden auffallen, kann die Autobahn-Brücke zeitnah wieder für den Verkehr freigegeben werden.
Schon morgen soll es auf der Baustelle dann weitergehen: „Der weitere Ablauf ist nicht beeinträchtigt“, so Samuel Freund. „Es geht morgen ganz normal mit dem Zerkleinern der Brocken los.“
Update von 14.30 Uhr:

Das erste Teilbauwerk der A 45-Talbrücke Ottfingen ist im zweiten Anlauf erfolgreich gesprengt worden. Das hat die Autobahn GmbH gegen 14.10 Uhr mitgeteilt. Es brauchte zwei Versuche, ehe das gesamte Teilbauwerk in Fahrtrichtung Frankfurt rund 30 Meter in die Tiefe stürzte.
Nachdem am frühen Sonntagmorgen noch ein Teil der insgesamt 235 Meter langen Brücke stehen geblieben war, musste Sprengmeister Stefan Gräßle weitere Bohrlöcher setzen und mit Sprengstoff füllen. Nach sechs Stunden und dem zweiten Knall konnte er nun Entwarnung geben: „Jetzt liegt das komplette Teilbauwerk genau dort, wo es liegen soll.“
Schon vor dem eigentlichen Sprengtermin bezogen rund 40 Absperrposten ihre Positionen, um sicherzustellen, dass niemand den Sicherheitsbereich betritt. Um 6 Uhr wurde die A 45 in beide Fahrtrichtungen voll gesperrt.
In den folgenden Stunden prüfen Bauwerksprüfer und Statiker das noch stehende Teilbauwerk in Fahrtrichtung Dortmund. Sie müssen sicher stellen, dass es durch die Sprengung keinen Schaden genommen hat. Mithilfe hochauflösender Drohnen werden die verbliebenen zwölf Pfeiler detailliert begutachtet.
Samuel Freund, Leiter der Außenstelle Netphen der Autobahn Westfalen und verantwortlich für den Neubau, zeigte sich erleichtert: „Wir freuen uns sehr, dass die Sprengung im zweiten Anlauf geklappt hat. Jetzt richten wir den Blick nach vorne und beginnen mit den nächsten Schritten in Richtung Neubau.“
Schon am Montag, 20. Juli, beginnen die Aufräumarbeiten. Rund 5.000 Tonnen Abbruchmaterial werden in den kommenden sechs bis acht Wochen vor Ort aufbereitet, getrennt und anschließend wiederverwertet.
Update von 13.30 Uhr:

Pressesprecherin Anke Bruch informiert: „Wie die Sprengfirma mitgeteilt hat, wird die Nachsprengung sehr kurzfristig stattfinden, so dass eine frühzeitige Ankündigung von meiner Seite aus nicht möglich ist.“ Im Anschluss an die Nachsprengung soll im Laufe des Nachmittags noch eine Pressekonferenz stattfinden. Dann werde der Leiter der Außenstelle Netphen der Autobahn Westfalen, Samuel Freund, für Fragen zur Verfügung stehen, kündigt Anke Bruch an.
Update von 13 Uhr:
Laut WDR Aktuell soll es auch im Bereich des stehengebliebenen Teilstücks der Talbrücke am Morgen zu Sprengungen gekommen sein. Dies wird durch Fernsehbilder belegt.
LokalPlus liegen aktuell noch keine näheren Information vor, warum das Element dennoch stehen blieb. Einen neuen Zeitpunkt, wann das stehengebliebene Brückenstück gesprengt werden soll, hat die Autobahn GmbH bislang noch nicht mitgeteilt.
Update von 10 Uhr:
Eine solche Sprengung hatten die meisten der Zuschauer wohl noch nicht miterlebt. Auch wenn die Sicht auf dem Wirtschaftsweg, an dem sich auch die Presse positionieren konnte, durch Hügel und Bäume eingeschränkt war, hatten es sich einige Schaulustige nicht nehmen lassen, heute früh aufzustehen und sich zum „Aussichtspunkt“ aufzumachen.
„Gerade von der Nachtschicht und jetzt noch die Sprengung gucken“, sagte ein Zuschauer schmunzelnd. Eltern mit Kindern, kleine Grüppchen und einige Fahrradfahrer machten es sich am Wegesrand bequem und warteten gespannt. „Wir wohnen in der Nähe. Wenn es hier sowas schonmal gibt, dann schauen wir uns das gerne an“, freute sich eine Familie auf das Spektakel.
Dass ein Teil des Bauwerks am Ende noch stehen blieb, überraschte nicht nur die Zuschauer, sondern auch die Verantwortlichen rund um die Sprengung.

Update von 8.40 Uhr:
Gegen Mittag soll die Brücke nachgesprengt werden. Dies hat Stefan Gräßle als Sprengmeister entschieden. Demnach soll ein ferngesteuerter Bohrer eingesetzt werden und einige Löcher nachbohren. Dann wird neuer Sprengstoff eingebracht. Damit ist die ursprünglich geplante Öffnung der Autobahn gegen 13 Uhr laut Pressesprecherin Anke Bruch unrealistisch geworden.
Ursprünglicher Artikel von 8.20 Uhr:
Die Sprengung des ersten Teilbauwerks der Talbrücke Ottfingen ist am Sonntagmorgen, 19. Juli, nicht vollständig wie geplant verlaufen – vier Stützpfeiler blieben stehen. Pünktlich um 8 Uhr erfolgte die Zündung, doch ein Teil der Brücke blieb stehen. Die Vollsperrung der Autobahn wird sich deshalb voraussichtlich länger hinziehen als ursprünglich vorgesehen.
Nun soll sich klären, weshalb das Teilstück nicht wie geplant eingestürzt ist und wie der Rückbau fortgesetzt werden kann. Für die Autobahn GmbH ist der Vorfall ungewöhnlich. „Ich persönlich habe das noch nicht erlebt“, sagte Pressesprecherin Anke Bruch. Einen schwerwiegenden Zwischenfall sieht sie darin jedoch nicht.
Die Sperrung der Autobahn muss nach Angaben der Autobahn GmbH voraussichtlich über den geplanten Zeitraum hinaus bestehen bleiben. Laut THW-Einsatzleitung Marco Göress bleiben die Posten im Absperrbereich länger besetzt als geplant. Mindestens vier Stunden sollen sie noch in Position bleiben. Der Sperrbereich darf von niemandem betreten werden.
Das riesige Bauwerk sollte mit 160 Kilogramm Sprengstoff und 900 Metern Sprengschnüren komplett in sich zusammen sacken – unmittelbar neben dem noch bestehenden zweiten Teilbauwerk der Autobahn-Brücke, das seit den frühen Morgenstunden für den Verkehr gesperrt ist.

Nachdem der Bereich um die Brücke großräumig abgesperrt wurde und alle Sicherheitsvorkehrungen getroffen wurden, folgte erst eine Vergrämungssprengung, um mögliche Vögel von der Brücke zu vertreiben. Eine Minute später wurde es dann ernst: Sprengmeister Stefan Gräßle zählte an der Zündstelle von Zehn runter... drei, zwei, eins – Zündung!
Doch das Endergebnis hatten sich die Verantwortlichen anders vorgestellt.



