Vom Heid in die Highlands: Musikalische Reise mit dem Musikverein Heid

Musikverein Heid und Dudelsackspieler Axel Römer begeistern Publikum


Der Musikverein Heid und Dudelsack-Solist Axel Römer begeisterten das Publikum mit dem „Sound of the Isles“. von privat
Der Musikverein Heid und Dudelsack-Solist Axel Römer begeisterten das Publikum mit dem „Sound of the Isles“. © privat

Wenden/ Heid. Eine Reise durch Großbritannien und Irland – und das an nur einem Abend? Das konnten alle erleben, die am zweiten November-Wochenende das Jahreskonzert des Musikvereins Heid besuchten.


Unter dem Motto „Sound of the Isles“ präsentierte das 50-köpfige Orchester unter der Leitung von Dirigent Martin Golle in der vollbesetzten Aula der Gesamtschule seine wendsche Version des berühmten britischen Galakonzerts „Last Night of the Proms“ – sozusagen „Heid of the Proms“ scherzte das routinierte Moderatorinnen-Duo Greta und Theresa Solbach.

Die beiden Schwestern führten das Publikum mit einer unterhaltsamen Mischung aus Geschichten, Fakten und einer großen Prise Humor als musikalische Reiseleiterinnen durch den Abend.

Zu Beginn durften die Moderatorinnen gleich zwei Nachwuchs-Posaunisten auf der Bühne begrüßen: Seit der Saison 2025 verstärken Max Scheibner und Nils Goertzen das große Orchester. Ein wichtiger Baustein der musikalischen Ausbildung im Musikverein Heid sind die D-Lehrgänge des Volksmusikerbundes, die Max Scheibner (D1-Lehrgang) und Tamina Krain (Querflöte, D2-Lehrgang) absolvierten. Die Jugendbeauftragte Laura Solbach verlieh beiden eine Urkunde sowie Max Scheibner die bronzene und Tamina Krain die silberne Anstecknadel des Volksmusikerbundes.

Tamina Krain und Max Scheibner wurden von der Jugendbeauftragten Laura Solbach (l.) für ihre erfolgreich bestandenen D-Lehrgänge ausgezeichnet. von privat
Tamina Krain und Max Scheibner wurden von der Jugendbeauftragten Laura Solbach (l.) für ihre erfolgreich bestandenen D-Lehrgänge ausgezeichnet. © privat

Nach dem stilechten Auftakt des Konzertabends mit dem „Marsch der britischen Grenadiere“, welcher traditionell zur Eröffnung von „Trooping the Colour“, der Geburtstagsparade des britischen Monarchen, gespielt wird, folgte mit „Hymn to the Day“ der Lieblingschoral von Königin Elizabeth II.

Die musikalische Dichtung „Fate of the Gods“ von Steven Reineke führte das Publikum nach Stonehenge. Mit dem nicht weniger epischen Medley „Goodwin!“ aus der Feder von Filmkomponist Ronald Alfred Goodwin ließ das Orchester die Steinkreise hinter sich und schwang sich in die Lüfte.

Von Silverstone auf die grüne Insel

Rasant ging es mit dem energiegeladenen musikalischen Thema der Formel 1 weiter zur legendären Rennstrecke von Silverstone und von dort zur grünen Insel. Mit „Celtic Flutes“ von Kurt Gäble setzte das Orchester einen ersten emotionalen Höhepunkt. Das Solostück für zwei Flöten wurde von den beiden Solistinnen Laura Solbach und Tamina Krain so virtuos dargeboten, dass es nicht schwerfiel, sich in die grüne Hügellandschaft Irlands zu träumen.

Nachdem der Musikverein mit dem „Gibraltar-Marsch“ in die zweite Hälfte startete, folgte der zweite große Höhepunkt des Konzertabends: Mit dem Dudelsackspieler Axel Römer konnten die Heider Musiker einen besonderen Solisten begrüßen. Römer, dem unter anderem bereits die Ehre zuteilwurde, der Queen höchstpersönlich ein Ständchen zu spielen, wusste das Publikum in der Wendener Aula ab dem ersten Ton zu begeistern. Die Reaktionen auf das gelungene Zusammenspiel von Orchester und Dudelsack reichten von stehenden Ovationen bis zur ein oder anderen Träne der Rührung.

Medley aus preisgekrönten Filmmelodien

„Harry Potter in Symphony“ – ein Medley von preisgekrönten Filmmelodien aus „Harry Potter und der Stein der Weisen“ sorgte für einen weiteren magischen Moment. Von Hogwarts war es nicht weit zu den Ufern des Loch Lomond in den schottischen Highlands. Bei „The bonnie banks of Loch Lomond“ durften Axel Römer und seine Great Highland Bagpipe nicht fehlen.

Den offiziellen Abschluss des Konzertes bildete die Rockhymne „Innuendo“ der Band Queen. Obwohl eher unbekannt, ist das Stück doch nicht weniger fulminant. Als eines der letzten Lieder, das zu Lebzeiten Freddie Mercurys entstand, nimmt „Innuendo“ in der Geschichte der Band und den Herzen vieler Fans einen besonderen Platz ein.

Stimmung wie in der Royal Albert Hall

In der Tradition von „Last Night of the Proms” hatte sich das Orchester eine ganz besondere Zugabe überlegt. Die sogenannte „Hornpipe“ ist ein Stück, das sich nach und nach im Tempo und in der Lautstärke steigert. Das Publikum feuerte das Orchester mit Klatschen, Stampfen und Jubelrufen an und verwandelte die Aula damit kurzzeitig tatsächlich in die Wendener Royal Albert Hall.

Den perfekten Schlussakkord eines rundum gelungenen Konzertabends bildete die große Hymne an die Highlands: „Highland Cathedral“ mit Solist Axel Römer. Der feierliche Ausmarsch mit dem Dudelsack-Ständchen „Scotland the Brave“ markierte das Ziel einer unvergesslichen musikalischen Reise durch die Klangwelten Großbritanniens und Irlands.

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