„Wer Kinder stärkt, kann an diesem Straßennamen nicht festhalten“
Leserbrief zur Kardinal-Jaeger-Straße
- Wenden, 06.07.2026
- Politik
Wenden. Auf die Beibehaltung des Straßennamens „Kardinal-Jaeger-Straße“ in Hünsborn reagiert auch die Hünsborner Ratsfrau Catrin Stockhecke-Meister mit einem Leserbrief. Sie schreibt:


„Für uns als SPD-Fraktion bleibt es nach wie vor eindeutig: Diese Straße muss umbenannt werden. Gerade dort, wo Grundschule und Kindertagesstätte liegen – Orte, an denen Kinder Schutz, Orientierung und Werte erfahren sollen – darf kein Name stehen, der mit der nachgewiesenen Vertuschung sexualisierter Gewalt verbunden ist.
Straßennamen sind öffentliche Ehrungen, keine neutralen Ortsangaben. Sie markieren, wen wir als vorbildhaft erinnern wollen. Die Entscheidung, den Namen beizubehalten, sendet ein völlig falsches Signal – nicht nur gegenüber Kindern und Eltern, sondern gegenüber allen Menschen, die auf eine klare Haltung im Umgang mit sexualisierter Gewalt und deren Aufarbeitung angewiesen sind.

Die damalige Ehrung mag aus der Perspektive der Zeit nachvollziehbar gewesen sein. Mit dem heutigen Wissen ist eine Neubewertung zwingend. Es ist eine Frage der inneren und äußeren Haltung, ob wir bereit sind, sichtbare Konsequenzen zu ziehen. Wer Kinder stärkt, ihre Rechte ernst nimmt und Prävention gegen Gewalt als Bildungsauftrag versteht, kann an diesem Straßennamen nicht festhalten.
Der Schutz von Kindern und eine glaubwürdige Haltung wiegen schwerer als alle Unannehmlichkeiten, die eine Namensänderung für Anlieger mit sich bringt.“
Im Namen der SPD-Fraktion der Gemeinde Wenden
Catrin Stockhecke-Meister, Ratsfrau Hünsborn

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