Wo Kraft und Geschicklichkeit zählen: Max Gokus erklimmt Ninja-Rangliste
Junger Wendener mag außergewöhnlichen Sport
- Wenden, 24.11.2025
- Sport
- Von Lorena Klein
Wenden. Ringe, Seile, Sprossen, Stangen – vor Max Gokus ist kein Hindernis sicher. Der Zwölfjährige aus Wenden hat ein ganz besonderes Hobby: Ninja-Sport. Dabei geht es darum, komplizierte Parcours zu überwinden. Seinen bisher größten Erfolg hatte Max im Oktober bei einem Wettkampf der dritten Ninja-Bundesliga – und der nächste Termin steht kurz bevor.

Ein riesiges Gerüst aus Holz steht im Garten der Familie Gokus. Kein überdimensionales Klettergerüst, sondern ein Trainingsparadies für Ninja-Athleten mit allem, was dazugehört. Bunjees, Boomerangs, Himmelsleiter – Max zählt die ausgefallen Namen der Geräte auf. Den selbstgebauten Parcours hat sein Vater Johannes Gokus, bekannt als Schlagzeuger der kölschen Band Paveier, Schritt für Schritt um weitere Trainingsmöglichkeiten erweitert.
Seit rund drei Jahren macht Max Ninja-Sport. Wie es dazu kam? „Das ist eine lange Geschichte“, lacht der aufgeweckte Zwölfjährige und erinnert sich gemeinsam mit seiner Mutter Stephanie Gokus an den Spielplatz mit den Ringen, die den vierjährigen Max beim Sylt-Urlaub so begeisterten. Und an die Corona-Zeit, in der sich Max an den Treppenstufen hinauf- und hinunterhangelte. Und an die zahlreichen Ninja-Warrior-Shows, die die Familie gebannt im Fernsehen verfolgte.
Bei der Suche nach Angeboten, um ihrem Sohn dieses außergewöhnliche Hobby zu ermöglichen, stieß Stephanie Gokus im Internet auf die Ninja-Box im oberbergischen Lindlar. Bühnenbauer Frank Sörgens, den Familie Gokus zufälligerweise bereits aus der Musikbranche kannte, hatte seine Traversen dort wegen mangelnder Beschäftigung in der Pandemie für seine Tochter zum Ninja-Parcours umfunktioniert.

2022 startete Max erst mit Einzeltrainings, dann trat er einer Trainingsgruppe bei. „Dann fing der Wettkampf-Wahn an“, strahlt Max. Dieses Jahr standen für ihn schon einige Termine an, besonders da er jetzt in der dritten Ninja-Bundesliga angemeldet ist. Bei seinem vergangenen Wettkampf im Oktober in Witten hat Max einen persönlichen Meilenstein erreicht: Nicht nur, dass er erneut, wie schon im Sommer in München, als Bester in seiner Altersklasse abschnitt – erstmals meisterte er auch einen kompletten Parcours und konnte am Ende den Buzzer drücken.
Von insgesamt 40 Athletinnen und Athleten unterschiedlicher Altersklassen landete Max an diesem Tag auf Platz 8. „Und innerhalb der gesamten Männergruppe in der dritten Bundesliga bin ich gerade auf dem zweiten Platz von 55“, berichtet Max mit großem Stolz.
„Am liebsten würde ich natürlich gerne irgendwann in die erste Liga kommen, oder sogar in die Show.“ Seine persönlichen Stärken sieht der Zwölfjährige derzeit beim Hangeln und Springen. „Riesenrespekt“ hat er noch vor der Himmelsleiter, an der sich Athleten mit schwungvollen Klimmzügen hocharbeiten müssen – ein absoluter Kraftakt.

Doch neben der Mischung aus Kraft, Balance, Geschicklichkeit und einer guten Portion Nervenkitzel gefällt Max vor allem eines am Ninja-Sport: „Ich habe dort viele neue Freunde gefunden – und alle feuern sich gegenseitig an. Bei uns in Lindlar ist jeder willkommen.“
Das bestätigt auch seine Mutter Stephanie: „Jeder gönnt dem anderen seinen Erfolg, egal welches Alter und welche Könnensstufe. Es wächst jeder über sich hinaus.“ Seine kleine Schwester Lotti habe Max mittlerweile auch mit seiner Begeisterung angesteckt. Und seit einem Monat darf die Achtjährige auch endlich mittrainieren.
Bereits am Sonntag, 30. November, findet für Max der nächste Bundesliga-Wettkampf statt – und zwar ganz in der Nähe, in Gummersbach. Wie immer gibt es einen Live-Stream auf YouTube, den Interessierte verfolgen können. Der letzte der insgesamt fünf Wettkämpfe, von denen am Ende die besten vier in die Gesamtwertung fließen, wird im Dezember dann in der Nähe von Ingolstadt ausgetragen.
