Cannabis-Freigabe stoppen: Olper Mediziner bittet Länderchefs um Hilfe

„Versündigung der Politik gegenüber der Gesundheit“


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Cannabis, Symbolfoto von Nils Dinkel
Cannabis, Symbolfoto © Nils Dinkel

Olpe/Kreis Olpe. „Eine Freigabe zusätzlicher Drogen mit signifikanten gesundheitlichen Folgeschäden soll eine Problemlösung sein?“ Das fragt sich der Olper Mediziner Dr. Martin Junker. Er ist strikter Gegner der Cannabis-Legalisierung, über die der Bundesrat am 22. März beraten wird. Mit einem „letzten Hilferuf“ wendet sich Dr. Junker an die Ministerpräsidenten und Regierenden Bürgermeister der deutschen Bundesländer und bittet sie, das Gesetz von Gesundheitsminister Lauterbach noch zu stoppen.


„Nach über 52 Jahren (immer noch aktiver) ärztlicher Berufstätigkeit und fast so lange auch berufspolitischer Tätigkeit kann ich einfach nicht schweigen und muss auf die drohende Versündigung der Politik gegenüber der Gesundheit der Menschen, insbesondere von Kindern und Jugendlichen, hinweisen“, schreibt der Olper Mediziner, der seit 2008 auch Leiter der Bezirksstelle der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) ist und damit ca. 1.500 Ärzte in den Kreisen Siegen-Wittgenstein, Olpe und dem Märkischen Kreis repräsentiert.

Dr. Martin Junker von privat
Dr. Martin Junker © privat

In seinem Schreiben an die Länderchefs, dem eine vierseitige Zusammenfassung mit medizinischen Argumenten gegen die Cannabis-Freigabe beigefügt ist, schreibt Dr. Martin Junker unter anderem:

„Halbgares Gesetz“

„Bitte helfen Sie mit und dabei appelliere ich auch an Ihre Verantwortung, dieses halbgare und gefährliche Gesetz abzulehnen oder zumindest in den Vermittlungsausschuss zurückzuverweisen. Man kann doch eine Droge nicht dadurch tolerierbarer machen, indem man die Nutzung durch dann abhängig werdende Menschen und Dealer freigibt. Die fundierten Stellungnahmen aller ärztlichen und nicht-ärztlichen Gremien und Sachkundigen müssten doch eigentlich ausreichen, dies Gesetz komplett abzulehnen!“

Der Olper Facharzt für Allgemeinmedizin erinnert auch an die Droge Alkohol, bei der man bislang keine Lösungen gefunden habe, sondern „millionenfache Patienten-Schicksale und volkswirtschaftliche Ausfälle in Kauf nehme - vom Rauchen noch ganz zu schweigen.“

„Einigermaßen fassungs- und mutlos“

Dr. Junker beschreibt sich als „einigermaßen fassungs- und mutlos“, hat aber die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben. Zum Ende seines Briefes an die Länderchefs schreibt er: „Ich hoffe, Sie bewerten meine Stellungnahme angemessen und stoppen dieses unausgegorene und in den Ausführungsbestimmungen nicht zu kontrollierende Gesetz.“

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