Zu wenig Mitarbeiter - Grillrestaurant in Meggen schließt nach 43 Jahren

Ära der Familie Friedrichs endet bald


  • Lennestadt, 28.03.2024
  • Wirtschaft
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Achim und Katy Friedrichs haben sich entschlossen, ihren Imbiss in Meggen Ende April zu schließen. von Nils Dinkel
Achim und Katy Friedrichs haben sich entschlossen, ihren Imbiss in Meggen Ende April zu schließen. © Nils Dinkel

Meggen. Seit 43 Jahren betreibt Familie Friedrichs das Schnellrestaurant „Zur Brücke“ am Meggener Ortseingang. Doch bald ist Schluss: Am 28. April endet die Ära – aus gesundheitlichen Gründen und wegen Personalproblemen.


Marlies Friedrichs hatte das Lokal im Jahr 1981 eröffnet und über viele Jahre im Ort etabliert. 2002 übernahmen Katy und Achim Friedrichs den Familienbetrieb, bauten ihn 2011 neu und erweiterten ihn mit einem Anbau im Jahr 2018. Am 28. April ist der letzte Öffnungstag.

„Es ist traurig und fällt schwer“

„Dann machen wir so lange, bis die Truhen leer sind“, so das Ehepaar, das mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf den Tag blickt. „Es ist sehr traurig und es fällt auch sehr schwer, nach 43 Jahren unseren Familienbetrieb aufgeben zu müssen“, erzählt Katy Friedrichs (55) im Gespräch mit LokalPlus.

Zu den Gründen sagte sie: „Vor der Pandemie war es überhaupt kein Problem, Mitarbeiter zu kriegen!“ Von 21 Mitarbeitern seien noch 3 Teilzeit- und 3 Vollzeitkräfte übriggeblieben. Dies hätte dazu geführt, dass das Lokal statt täglich nur noch von mittwochs bis sonntags und nur von 10 bis 19 Uhr öffnet. Diese Öffnungszeiten werden bis zur Schließung beibehalten, wobei Ostersonntag und Ostermontag geschlossen bleibt.

Familiäres Klima

„Wir haben versucht, es trotz weniger Mitarbeiter noch so gut wie möglich zu stemmen“, erzählt Achim Friedrichs (57). „Wenn wir dann mal wegwollten oder mussten, waren wir gezwungen, das Lokal zu schließen.“ Der Betrieb sei immer sehr familiär gewesen. „Wir haben viel miteinander erlebt und sind beruflich und privat füreinander dagewesen“, sagt das Ehepaar über das Betriebsklima.

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Der Imbiss „Zur Brücke“ in Meggen schließt nach 43 Jahren.

Beide sind froh, dass alle Beschäftigten bis zum Ende mitziehen. Die letzte Schicht sollen alle gemeinsam wuppen. Das Ehepaar hilft seinem Personal bei der Suche einer Anschlussbeschäftigung. Erste Angebote gebe es bereits.

Eine Mitarbeiterin ist seit über 20 Jahren im Schnellimbiss angestellt. Eine ehemalige Kollegin hätte noch mit 80 hinter der Theke gestanden und insgesamt seien im Laufe der Jahre mehr als 100 Menschen hier beschäftigt gewesen, seit das Ehepaar den Betrieb übernahm.

Käufer gefunden

Zudem hatte Achim Friedrichs Gesundheit zeitweise nicht mitgespielt. Inzwischen sei er wieder gesund, er werde aber auch nicht jünger. „Die Entscheidung fiel letztlich, als ich krank war. Das Leben ist zu kurz. Es kann schnell vorbei sein. Wir haben uns ohne Druck mit dem Gedanken beschäftigt, das Lokal zu verkaufen“, so Achim Friedrichs.

An mangelnder Kundschaft liege es nicht. „Der Zuspruch aus der Bevölkerung war immer da“, erzählt das Ehepaar. Es gebe Kunden, die schon seit mehr als 40 Jahren kämen. „Erst jetzt war ein Lkw-Fahrer da, der seit vier Jahren gehofft hat, die Lennestädter Tour zu kriegen, um bei uns zu essen. Der hat sich gefreut wie ein kleines Kind“, sagt Katy Friedrichs.

Wie geht es weiter mit dem Ladenlokal? Wo aktuell Frikadellen, Fritten und Schnitzel über die Theke gehen, baut künftig das Taxiunternehmen „Arsim“ seine Zentrale auf. Ibrahim Genc hat die Immobilie erworben. Der Pommesgeruch in Meggen gehört damit bald der Vergangenheit an.

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