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Kirchhundem, 20.05.2021

Kritik bei Sondersitzung in Kirchhundem

Regionalplan-Entwurf: Wenig Wohnbauflächen, dafür viele Windkraftzonen

Regionalplan-Entwurf: Wenig Wohnbauflächen, dafür viele Windkraftzonen
Sven Prillwitz
Kirchhundem. Der Entwurf zum Regionalplan erhitzt auch in Kirchhundem die Gemüter. Die Gemeinde hatte daher am Mittwochabend, 19. Mai, zu einer Sondersitzung eingeladen. Etwa 30 Bürger waren in die Sekundarschule gekommen, um zu erfahren, was in Kirchhundem geplant ist.

Alexander von Frantzius, Diplom-Ingenur, der die Gemeinde beim Thema Windkraft unterstützt, versuchte, den Anwesenden den Entwurf so wertungsfrei wie möglich zu erklären. Aber Fakt ist: Wenn der Plan rechtskräftig umgesetzt werde, habe die Gemeinde keine Möglichkeit, einzugreifen, machte von Frantzius deutlich.

Gerade die Windenergiebereiche seien als Ziele definiert. Bedeutet, die Gemeinde habe kein Mitspracherecht mehr, sollte der Entwurf durchgewunken werden. „Und dann ist die ganze Gemeinde Kirchhundem betroffen“, brachte es von Frantzius auf den Punkt.

Der Regionalplan-Entwurf sieht diese Ausweisung von Windkraftflächen vor.

Ein Blick auf die Karte verrät: Die blau eingezeichneten Flächen sind für Windkraft vorgesehen. Hier werden viele Siedlungen umzingelt und Orte wie Rahrbach und Heinsberg hätten dann in jeden Himmelsrichtung ein Windrad vor der Nase, so der Experte. Insgesamt 1.280 Hektar stelle sich die Bezirksregierung laut Planentwurf für Windkraft vor.


Bürgermeister Björn Jarosz erklärte, dass auch die Verwaltung davon mehr als überrascht gewesen sei. In zwei vergangenen Werkstattgesprächen mit der Bezirksregierung habe es geheißen, das Thema könne nur vor Ort geplant werden und die Bezirksregierung habe damit nichts zu tun. Jarosz sprach sich deutlich dafür aus, die Windenergiebereiche aus dem Regionalplan vollständig zu streichen.

Nicht verhindern, sondern mitplanen

Die Gemeinde wolle Windkraft nicht verhindern, man wolle ja planen. „Aber wir verwehren uns gegen dieses Diktat“, so der Bürgermeister. Dem folgte auch die CDU-Fraktion, die den Antrag stellte, den Punkt Windkraftenergie komplett aus dem Regionalplan streichen zu lassen (LP berichtete).

Ein weiterer Konflikt, den Alexander von Frantzius beleuchtete: die Flächendarstellungsüberlagerung. Viele Flächen seien quasi doppelt belegt worden. Siedlungsbereiche, die im Flächennutzungsplan der Gemeinde ausgewiesen sind, seien gleichzeitig mit Bereichen für den Schutz der Natur überlagert worden.

Kaum Möglichkeiten zu bauen

Aber nicht nur die Windenergie beschäftigte die Ausschussmitglieder. Auch die allgemeinen Siedlungsbereiche, sprich Wohnbauflächen und Bereiche für gewerbliche und industrielle Nutzung, bereiteten einigen Politikern Sorge.


Denn gerade für Wohnbauflächen sieht es im neuen Regionalplan sehr düster aus. Dabei sei die Nachfrage für diese Flächen riesig, bestätigte Michael Hartmann von der CDU. Kein Thema sei ihm häufiger begegnet wie Platz für Wohnbau, bestätigte auch der Bürgermeister.

„Wir sehen es als kritisch an, dass sich die Orte nicht weiterentwickeln können“, so Jarosz. Das Interesse sei da, aber es sei schwierig, an Privatgebiete zu gelangen. Im Regionalplan-Entwurf werden selbst Siedlungsflächen gemindert und bestehende Darstellungen sogar reduziert. Man wolle doch Menschen, die hier leben möchten, die Möglichkeit dazu bieten.

Unternehmer wollen expandieren

Wichtiges Thema in Kirchhundem: neue Gewerbeflächen. „Wir waren entsetzt“, machte der Bürgermeister klar. Auch hier habe man vorher mit der Bezirksregierung gesprochen und deutlich gemacht, welche Flächen sich eignen würden. Und diese tauchten jetzt einfach nicht mehr im Plan auf. Industrieflächen wie zwischen Rahrbach und Kruberg könnten dann schlichtweg nicht mehr weitergebaut werden. Auch hier sei die Nachfrage vieler Unternehmer da, die expandieren wollten, erklärte Alfred Bierhoff von der CDU.


Bis zum 30. Juni hat die Bezirksregierung die Frist gesetzt, Stellungnahmen zum Regionalplan einzusenden. Die Gemeinde Kirchhundem und alle anderen kreisangehörigen Kommunen sowie der Kreis Olpe wollen dazu Stellung nehmen.

Mehrheitlich wurde der Antrag der CDU am Ende der Sitzung beschlossen, den Abschnitt „Energieversorgung – Windenergie“ mit der Ausweisung von Vorrangzonen für Windenergieanlagen aus dem Plan herauszunehmen.

Ein Artikel von Christine Schmidt

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